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Das Ende der Komfortzone

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Das Ende der Komfortzone
 Becky Lynch
  THE MAN

Beiträge: 180
Themen: 10
Registriert seit: 28.12.25
#1
03.07.26, 10:29
Playa del Rey – Das Ende der Komfortzone
(Diese Szene findet einen Tag vor der Show im Hammerstein Ballroom, New York statt)

Das Schlafzimmer ihres Hauses in Playa del Rey glich einem emotionalen Schlachtfeld. Über den hellen Holzfußboden zog sich eine Spur aus achtlos hingeworfenen Klamotten, schwerem Ring-Gear und halboffenen Reisetaschen. Becky stand vor dem großen, ungemachten Bett. Ihre Bewegungen waren von einer schneidenden, fast schon mechanischen Schnelligkeit, als sie ein weiteres schwarzes Top zusammenlegte und es mit spürbarem Nachdruck in ihre silbernen Rollkoffer warf. Sie vermied jeden Blickkontakt zu Seth, aber spürte jeden seiner Blicke schneidend. Er lehnte im Türrahmen, die Arme fest vor der Brust verschränkt und beobachtete jede ihrer Bewegungen mit einer Mischung aus fassungsloser Ohnmacht und brodelnder Kälte. Die Stille, die zwischen ihnen lag, war nicht bloß die Abwesenheit von Worten, sie war erdrückend, wie die Ruhe vor einem verheerenden Sturm.

SETH ROLLINS: "Willst du das hier gerade wirklich durchziehen?"

Seine Stimme brach die Stille, rauer, tiefer und voller Unglauben, als hätte er bis zu diesem Moment gehofft, das alles sei nur ein schlechter Traum. Becky hielt für den Bruchteil einer Sekunde inne. Ihre Hand verharrte über dem offenen Koffer, die Finger krallten sich in den Stoff. Doch sie sah ihn nicht an. Sie atmete scharf durch die Nase aus und packte weiter.

BECKY LYNCH: "Ja, Seth. Genau das will ich."

SETH ROLLINS: "Einfach so? Ohne ein weiteres verdammtes Gespräch? Ohne dass wir uns wenigstens die Mühe machen, das hier irgendwie gemeinsam hinzubekommen?"

Er stieß sich mit einem harten Ruck vom Türrahmen ab und trat ein paar Schritte vor, tiefer in das Territorium ihres gemeinsamen Rückzugsortes. Die Frustration stand ihm in jede Faser geschrieben. In den angespannten, hochgezogenen Schultern, in dem harten, unnachgiebigen Zug um seine Mundwinkel.

SETH ROLLINS: "Wir waren gerade dabei, wieder zueinanderzufinden, Becks. Roux hat endlich mal ihre Eltern, beide am Stück an einem Ort. Und was machst du? Du packst deine Taschen und fliegst zurück nach New York? Weil dir der Strand hier zu ruhig ist? Weil du das Chaos brauchst, um dich überhaupt spüren zu können?"

Becky zog den schweren Reißverschluss des Koffers mit einem lauten, aggressiven Ruck zu. Das metallische Reißen hallte von den Wänden wider. Erst jetzt drehte sie sich langsam zu ihm um. In ihren Augen lag kein Zorn, sondern eine tiefe, bleierne Enttäuschung. Sie wirkte unendlich müde.

BECKY LYNCH: "Ich habe es dir schon hunderte Male erklärt, Seth. Ich kann das hier einfach nicht. Diese... diese lähmende Stille. Dieses ständige ‚Alles ist jetzt gut, Schatz‘. Es erstickt mich. Es nimmt mir die Luft zum Atmen. Ich hatte die naive Hoffnung, dass du es irgendwann verstehen würdest."

Ihre Stimme war nicht laut, sie schrie ihn nicht an. Aber sie trug eine so scharfe, endgültige Resignation in sich, dass es ihn härter traf als jeder körperliche Schlag.

BECKY LYNCH: "Ich habe keine Lust mehr, dich darum anzubetteln, dass du mich verstehst. Und ich habe erst recht keine Lust mehr, hier jeden verdammten Tag so zu tun, als wäre ich glücklich, wenn ich innerlich krepiere."

Seth lachte bitter auf, ein trockenes, schmerzerfülltes Geräusch. Er fuhr sich mit beiden Händen fassungslos durch die langen Haare und schüttelte den Kopf.

SETH ROLLINS: "Und ich habe verdammt noch mal keine Lust mehr, dabei zuzuschauen, wie du unser Leben jedes Mal wieder in Schutt und Asche legst! Nur weil du nie gelernt hast, zu existieren, ohne einen verdammt Krieg zu führen!"

Er trat noch einen Schritt näher. Die Distanz schwand, seine Stimme wurde lauter, fordernder, getrieben von der puren Verzweiflung eines Mannes, der alles verlor.

SETH ROLLINS: "Verdammt, Becky! Ich versuche hier gerade, gesund zu werden. An Leib und Seele. Für dich. Für Roux. Für das, was von uns noch übrig ist! Und du wirfst das alles einfach hin, weil du glaubst, Frieden würde dich schwach machen. Weil dir eine gesunde Normalität nicht reicht?!"

Becky hob den Kopf und sah ihm direkt, unnachgiebig in die Augen. Die Tränen glänzten in ihren Augenwinkeln, machten ihren Blick glasig, doch mit einem eisernen Willen blinzelte sie die Schwäche weg. Die tiefe Verletzung zwischen ihnen war nun unübersehbar.

BECKY LYNCH: "Genau das ist unser Problem, Seth. Du siehst es immer noch als ‚hinwerfen‘. Für mich... für mich ist es schlichtes Überleben. Ich kann nicht so tun, als wäre ich jemand anderes. Nicht einmal für dich. Nicht einmal hier, in unserem Zuhause. Nachdem wir das alles der letzten Monate überstanden haben, fühlt es sich dennoch so an, als hätten wir, als hätte ich so viel verloren."

Sie griff nach dem Henkel des Koffers, hob ihn mit einer vertrauten, kraftvollen Bewegung vom Bett und hievte ihn auf die vier Rollen. Für einen quälend langen Moment standen sie sich direkt gegenüber. Nur eine einzige Armlänge trennte sie noch. Das unschlagbare Hometeam, reduziert auf zwei Fremde in einem verwüsteten Zimmer. Keiner von beiden machte einen Schritt auf den anderen zu. Die Luft war dick vor ungesagten Worten.

BECKY LYNCH: "Ich hatte gehofft, du würdest mich sehen und zumindest erahnen, worum es mir geht. Aber ich werde nicht hier bleiben und darauf warten, dass du endlich kapierst, wer die Frau an deiner Seite wirklich ist. Es ist wohl ausgeschlossen, dass du mich begleitest…?"

Ihre Stimme war leiser, fast nur noch ein gehauchter Vorwurf und ein stilles Hoffen. Seth starrte sie an. Die Frustration, die unterdrückte Wut und eine bodenlose, tiefe Traurigkeit kämpften in seinem Blick um die Oberhand. Doch als er sprach, war da nur noch die bittere Kälte des verletzten Stolzes.

SETH ROLLINS: "Geh… geh nur. Flieg nach New York. Jag deinem nächsten High hinterher, bis die Kameras wieder ausgehen. Aber komm dieses Mal am Ende nicht zurück und wundere dich, wenn irgendwann nichts mehr da ist, zu dem du überhaupt noch zurückkommen kannst."

Becky hielt kurz inne, die Finger bereits fest um den kühlen Türgriff geschlossen. Sie verharrte in der Bewegung. Sie ließ seine Worte sacken und es zerriss ihr das Herz.Für einen Wimpernschlag wollte sie ihn nur anschreien mitzukommen. Zusammen, wofür sie die letzten Monate gekämpft haben. Einen Moment lang sah es so aus, als würde sie sich noch einmal umdrehen, als würde sie die Distanz überbrücken. Doch sie tat es nicht. Sie hielt den Blick starr auf das Holz der Tür gerichtet.

BECKY LYNCH: "Vielleicht... ist dann genau das der Punkt, an dem wir beide nach all den Jahren endlich ehrlich zueinander sind."

Die Klinke senkte sich. Die Tür öffnete sich und fiel einen Herzschlag später mit einem dumpfen, endgültigen Klicken hinter ihr ins Schloss. Seth blieb allein in der Mitte des verwüsteten Zimmers zurück. Seine Fäuste waren so fest geballt, dass die Knöchel weiß hervortraten, sein Herz schlug schwer und schmerzhaft gegen seine Rippen. Die bleierne, erstickende Stille, die Becky so sehr gehasst und vor der sie die Flucht ergriffen hatte, jetzt hatte sie auch ihn eingeholt.

[CLOSED]
"I wasn't born to be champion - I fought to be champion!"
[Bild: e133bb934b18976c54dd3046e290e6916932fdf7.pnj]

The sleepless nights, the desperate calls, the empty road
I'm spitting blood, I'm staring down a broken nose
I'm sick to death of standing in the bitter cold
They'll rue the day they let me hit a NEW LOW



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