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Normale Version: [SHOW] c2c Live: BERN! vom 08.06.2026
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BERN!

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findet statt in der PostFiance Arena vor 17,031 Zuschauern in Bern, Switzerland.

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Die letzte Kamera ist optimal platziert und auch der letzte reservierte Platz besetzt. Die c2c Show kann losgehen! Gleich zu Beginn explodiert ein buntes Feuerwerk auf der Stage und motiviert die anwesenden Fans zu großem Jubel und Chants. In der Mitte des aufwendig gebauten Wrestlingrings steht Matthew Rehwoldt schon mit einem Mikrofon bereit um die anwesenden Fans hier in der heutigen Show zu begrüßen.

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Matthew Rehwoldt: "My dear Ladies.. my dear Gentlemen.. my name is Matthew Rehwoldt and it is I, your DRAAAAAMAAA KIIIIINGGG... welcoming you to... COAST.. to COAST... WRESTLINGGGGGG!"

Kaum hat Rehwoldt die Ansage zuende gebracht gibt es einen kleinen Jubel für seine Ansage und auch wegen der Vorfreude auf den Verlauf des Abends. Matthew verbeugt sich einmal kurz und geht dann auch aus dem Ring heraus. Auch die knallenden Geräusche des Feuerwerks erlischen langsam und geben die Bühne somit für ihre Akteure frei. Bevor dies jedoch in Kraft tritt, werden die Zuschauer daheim vor ihren Fernsehgeräten von Pat MacAfee, Cathy Kelly & Wade Barrett begrüßt.

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Pat McAfee: "Willkommen zu c2c Live Bern!"

Cathy Kelley: "Wir sind nur noch eine Woche entfernt von unserem Special!"

Wade Barrett: "Heute ist also nochmal die Gelegenheit um Momentum aufzubauen."

Pat McAfee: "Das Performance Center ist heute in Aktion. Bin gespannt, was das wird nachdem das First Blood Match zwischen Leva Bates und Izzy Moreno abgesagt wurde."

Cathy Kelley: "Mein Highlight wird das Titelmatch zwischen Ethan Page und Seth Rollins sein."

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Die Schatten von Berlin

Die Dunkelheit kam nicht schleichend. Sie stürzte über sie herein wie eine tonnenschwere, schwarze Welle.
Becky stand im Ring. Zumindest glaubte sie das, denn der Boden unter ihren Füßen federte vertraut, doch die Seile um sie herum schienen sich im fahlen, aschgrauen Licht ins Unendliche zu dehnen. Die Arena war nicht leer, aber die Gesichter der tausenden Zuschauer waren verschwommen, verwaschene Fratzen aus Rauch und Schatten, deren kollektives Flüstern wie ein Bienenschwarm in ihren Ohren dröhnte. Es roch nach verbranntem Gummi und kaltem Schweiß. Und dann war da Skye Blue.

Die Shine Championess stand nur wenige Meter von ihr entfernt. Doch sie bewegte sich seltsam, abgehackt, fast wie eine Marionette, deren Fäden von einer unsichtbaren, bösartigen Hand gezogen wurden. Dieses kindliche, markerschütternde Kichern hallte von den unsichtbaren Hallenwänden wieder, vervielfachte sich, bis es von überall gleichzeitig zu kommen schien.

Becky spürte, wie das Adrenalin durch ihren Körper schoss. Sie musste dieses Lachen stoppen. Sie musste es einfach tun. Mit einem hasserfüllten Schrei stürmte sie nach vorne, packte Skye am Kragen, schlang den Arm um ihren Hals und setzte zum Manhandle-Slam an. Sie wollte sie ungespitzt in den Boden rammen, das Ende herbeiführen, die Erlösung erzwingen.

Doch als sie Skye nach oben riss, fühlte sich ihr Körper plötzlich federleicht an, wie Luft. Mitten in der Bewegung löste sich Skyes Gestalt in bläulichem Nebel auf. Becky griff ins Leere, stolperte, und im nächsten Bruchteil einer Sekunde stand Skye wieder hinter ihr… unversehrt, den Kopf schief gelegt, das manische Grinsen noch breiter.

Wieder versuchte es Becky. Ihre Bewegungen fühlten sich an, als würde sie durch zähen Teer waten. Sie packte Skye erneut, hob sie aus… und wieder konterte die Championess mit einer flüssigen, unnatürlichen Drehung, die Beckys Hebelwirkung einfach verpuffen ließ. Beim dritten Versuch tat es einen mörderischen Schlag. Skye fing Becky mitten im Ansatz ab, konterte den Punch mit einer brutalen Leichtigkeit und schmetterte Becky mit dem Rücken voran auf die Bretter.

Der Aufprall raubte Becky den Atem. Doch schlimmer als der Schmerz war die plötzliche, bleierne Lähmung, die durch ihre Glieder schoss. Sie wollte die Arme heben, wollte die Beine anziehen, um sich aufzurappeln… doch ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr. Sie war gefangen in ihrer eigenen fleischlichen Hülle, festgenagelt auf der kalten Matte.

Skye Blue gleitete über sie. Sie legte sich nicht für ein normales Cover auf Becky, sie schwebte fast schwerelos über ihr, die Knie links und rechts von Beckys Hüfte platziert. Skye legte eine Hand sanft auf Beckys Brust, und der Ringrichter begann zu zählen.

Eins...

Becky riss die Augen weit auf. Panik, nackt und pur, flutete ihren Verstand. Sie musste auskicken! Sie musste die Schulter hochreißen! Sie versuchte zu schreien, den Ringrichter anzubrüllen, Seth herbeizurufen, irgendjemanden… doch aus ihrer Kehle drang kein einziger Laut. Ihr Mund war offen, aber ihre Stimme war tot.

Zwei...

Skyes Augen begannen plötzlich in einem unheilvollen, kalten Blau zu leuchten. Das Gesicht der Championess verzerrte sich zu einer gierigen Fratze.

Drei.

Der Count war durch. Das Match war vorbei. Sie hatte verloren. Doch die wahre Tragödie begann erst jetzt.
Skye beugte sich tief hinab, bis ihr Gesicht nur noch Zentimeter von Beckys entfernt war. Sie öffnete den Mund, und ein eisiger, bläulicher Sog entstand. Becky spürte einen unerträglichen, ziehenden Schmerz tief in ihrer Brust. Sie sah es mit eigenen Augen. Ein sanft schimmernder, nebliger Schleier… das Letzte, was an Gutem, an Hoffnung und an Identität in ihr steckte, wurde langsam aus ihrem Körper gezogen. Ihre Lebensgeister, ihre Seele, strömten unaufhaltsam in Skye Blue hinein, die das Licht gierig in sich aufsaugte. Becky fühlte, wie sie innerlich kalt wurde. Leer. Ein seelenloses Wrack, zurückgelassen auf dem Boden. Sie wandte sich in stummen Qualen, kämpfte mit jedem verbliebenen Funken Bewusstsein gegen dieses endgültige Sterben ihres Ichs...

Mit einem heftigen, krachenden Keuchen riss Becky die Augen auf.

Sie saß kerzengerade auf der Couch ihres Locker Rooms. Ihr Herz hämmerte wie ein wildes Tier gegen ihre Rippen, schlug ihr bis zum Hals. Ihr gesamter Körper war von einem kalten Schweißfilm überzogen, und ihr Atem ging in kurzen, flachen und rasanten Stößen, eine handfeste Panikattacke hatte sie aus dem Schlaf gerissen.

Erschrocken tastete sie mit zitternden Händen ihren eigenen Oberkörper ab, strich sich durch die feuchten, roten Haare und starrte mit geweiteten Pupillen an die sterile Decke des Raums. Das dumpfe, monotone Summen der Belüftungsanlage holte sie langsam, ganz langsam in die Realität zurück. Es war nur ein Traum gewesen. Ein verdammter, grausamer Albtraum.

Doch als sie auf ihre zitternden Hände hinab sah, wusste sie ganz genau. Die Angst vor Berlin, vor den Konsequenzen war keine Fiktion. Wenn sie Skye Blue nächste Woche gegenüberstand, ging es nicht mehr nur um Gold. Es ging um alles, was sie ausmachte.

Becky rückte vor, bis zur Kante des Sofas, stützte die Ellbogen auf ihre Knie. Ihr Atem ging stoßweise, als hätte sie gerade einen Marathon hinter sich. Schweißperlen liefen ihr über die Schläfen und den Nacken, während sie mit starrem Blick in die dunkle Ecke des Locker Rooms starrte. Die Stille im Raum war erdrückend. Nur das leise Summen der Klimaanlage und ihr eigener unregelmäßiger Herzschlag waren zu hören.

Sie fuhr sich mit zitternden Fingern durch die feuchten, roten Locken und presste die Handballen gegen ihre Augen, als könnte sie so die Bilder aus ihrem Kopf verbannen. Doch sie kamen zurück. Immer wieder. Skyes leuchtende Augen. Das Gefühl, wie etwas Lebendiges aus ihrer Brust gerissen wurde. Die absolute Hilflosigkeit.
Nach einer langen Minute ließ sie die Hände sinken und sprach leise in die Leere des Raumes, fast mehr zu sich selbst als zu irgendjemandem sonst.

BECKY LYNCH: "Fock you Skye! Nein, ich lasse mich nicht in diese Dunkelheit zerren. Auch wenn du es schon in meinem Kopf schaffst… ich… Fooock."

Ihre Stimme war rau, brüchig. Das langgezogene, bittere Wort hallte von den Wänden des privaten Locker Rooms wieder. Es war kein gelerntes Skript, kein künstlicher Schrei für die Fans, es war dieses tiefe, kehlig-gälische Fluchen, das immer dann aus ihr herausbrach, wenn „The Man“ keinen Ausweg mehr wusste und nur noch die nackte, irische Kämpfernatur übrig blieb. Sie sah sich am Abgrund, ebenso in diese Dunkelheit hingezogen zu werden. Eben jene, in der sich Seth vor Wochen verloren hatte.

BECKY LYNCH: "Ich habe schon so viel verloren. Meinen Stolz. Meine Sicherheit. Fast meine Ehe. Und jetzt… jetzt träum ich schon davon, wie du mir auch noch das Letzte nimmst, was ich habe. Meine Seele."

Sie lachte bitter, ein kurzer, freudloser Laut, der schnell wieder erstarb. Vor ihrem geistigen Augen flackern die Ereignisse der letzten Monate, seitdem sie ein Teil von Coast 2 Coast Wrestling geworden war. Noch bevor Becky den ersten Schritt in die Arena setzte, hatte sie den ersten Skandal auf sich gezogen und von dort an geriet sie von einem Tief in das nächste und das nächste. Ein tieferes Tief folgte auf das vorherige. Ihr Gewinn des SHINE Titels war dabei nur ein schwacher Trost in einer zermürbenden Zeit.

BECKY LYNCH: "Ich hab keine Angst vor Schmerzen. Ich hab keine Angst davor, geschlagen zu werden. Ich hab tausendmal im Ring gelegen und gedacht, das war’s. Aber das hier… das ist etwas anderes. Du willst nicht meinen Körper brechen. Du willst mich auslöschen. Du willst, dass am Ende nichts mehr von mir übrig bleibt. Kein Feuer. Kein Kampfgeist. Keine Becky Lynch."

Sie schluckte schwer, ihre Hände ballten sich zu Fäusten. Ihr unbändiger Wille brachte sie an ihre Grenzen. Becky kämpfte, aber der Preis, den sie dafür zahlte, wurde immer höher.

BECKY LYNCH: "Ich spüre dich schon die ganze Zeit. In meinem Kopf. In meinen Träumen. Jedes Mal, wenn ich die Augen schließe, bist du da. Dieses verdammte Kichern… dieses Lächeln… als wüsstest du genau, dass ich langsam zerbreche. Und das Schlimmste ist… ein kleiner Teil von mir glaubt langsam, dass du recht hast. Dass ich schon zu weit gegangen bin. Dass ich vielleicht… schon alles verloren habe."

Becky starrte auf ihre eigenen Hände, als könnte sie dort die Antwort finden. Ihre Stimme wurde noch leiser, fast zerbrechlich.

BECKY LYNCH: "Ich will nicht aufhören zu existieren, Skye. Ich will nicht zu einer leeren Hülle werden. Ich will nicht, dass meine Tochter eines Tages in meine Augen schaut und nichts mehr von ihrer Mutter darin erkennt… nur noch diese Kälte, die du in mich pflanzen willst."

Sie schloss die Augen, atmete tief ein und wieder aus. Als sie sie wieder öffnete, lag ein neuer, harter Ausdruck darin. Die Verzweiflung war noch da, aber darunter brannte etwas anderes. Etwas Trotziges.

BECKY LYNCH: "Aber ich bin noch nicht gebrochen. Noch nicht. Und wenn du in Berlin meine Seele willst… dann wirst du sie dir holen müssen. Mit Gewalt. Und ich schwöre dir, Dark Phoenix… ich werde dir jeden verdammten Zentimeter davon so schwer wie möglich machen."

Sie stand langsam auf, wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht und starrte in den Spiegel an der gegenüberliegenden Wand. Ihr Spiegelbild sah müde aus. Gezeichnet. Aber noch immer kampfbereit.

BECKY LYNCH: "Wer sagt eigentlich… dass meine Seele nicht dunkler ist als deine?"

Sie zwang sich, ihrem eigenen Spiegelbild direkt in die Augen zu sehen. Die roten Locken klebten ihr wirr an den Schläfen, die Augenränder waren dunkel vom verriebenen Eyeliner, sie sah aus wie eine Frau, die bereit war, für ihre Familie und ihr Vermächtnis durch die Hölle zu gehen.

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OPENER
SINGLES MATCH
Airica Demia vs. Julia Hart

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Writer: ???

Beide Kontrahentinnen stehen bereits im Ring.

Warnung! Spoiler!
Airica Demia besiegt Julia Hart und pinnt diese nach dem One for your Face (3.01 Minutes)

Here is your winner by pinfall: AIIIRIIICAAA DEEEEMIIIIA!

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C2C WRESTLING SPECIAL PERFORMANCE CENTER TRAINING 2k26 WEEK 24!

Jeder hat wohl bereits von der verrückten Wette zwischen Raven und Bayley gehört. Zwei Wochen muss der Trainer des Performance Centers auf Alkohol verzichten und wenn er es schaffen sollte, bekommt er von Bayley einen ganzen Monat frei und muss keine Matches bestreiten. Eine Win-win-Situation für beide... so dachte man jedenfalls anfangs. Denn je länger diese Wette vergeht, desto schlimmer fühlt man sich in der Anwesenheit des Death Fighters. Die grellen Neonröhren des dieswöchigen Performance Centers summen unaufhörlich und bringen ein Geräusch hervor, das in Ravens Kopf wie eine Kettensäge dröhnt. Die Luft riecht nach Schweiß, Liniment und, für Raven am schlimmsten, nach dem Fehlen von billigem Whiskey. Es ist die zweite Woche. Der Pakt mit Bayley steht kurz vor dem Abschluss, doch der Preis ist Ravens Verstand. Raven sitzt nicht auf einem Klappstuhl, sondern liegt und kauert halb in einer Ecke des Rings, den Rücken gegen das Turnbuckle gepresst. Sein Gesicht ist aschfahl, fast grau, und ein kalter Schweißfilm bedeckt seine Stirn, während seine Haare ihm wirr und strähnig ins Gesicht hängen.

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Seine Hände, die früher so präzise die Schicksale seiner Gegner im Ring lenkten, zittern so stark, dass er sie unter seinen Achseln vergraben muss. Er wirkt nicht mehr wie der charismatische Kultführer der ECW-Tage. Er wirkt wie eine leere Hülle. Jedes Mal, wenn er versucht, die Augen zu öffnen, kneift er sie sofort wieder schmerzhaft zusammen. Das Licht ist sein Feind und die Stille ist ebenfalls sein Feind. Man könnte schon fast sagen, die gesamte Welt ist sein Feind. Und dieser Feind scheint Raven so stark abzulenken, dass er nicht mal sieht, wie seine vier Schüler ebenfalls in diesem Ring stehen und ihn nur bedrückend wie einen Sonnenuntergang anschauen. Nach der Beinahe-Eskalation der Vorwoche und dem von Bayley abgesagten First Blood Match herrscht eine Mischung aus Erleichterung und tiefer Verunsicherung bei den vieren. Leva Bates tauscht besorgte Blicke mit Izzy aus und hält wohl noch immer die Beschwerde im Hinterkopf, die sie bei Bayley eingereicht hat, aber der Anblick ihres Mentors in diesem Zustand lässt ihren Zorn verrauchen. Strickland verschränkt die Arme und scheint ziemlich frustriert über Ravens Zustand zu sein. Sicher kann er es nicht leugnen, dass er weiterhin Respekt vor ihm hat, aber ändert das nichts daran, dass die beiden sich sowieso gefühlt jede Woche streiten und Strickland absolut keinen Bock mehr auf ihn hat. Der Einzige, der anfängt, ein Wort zu sprechen, als er einen Schritt näher auf ihn zugeht, ist Lykos!

Kid Lykos: ’„Uhm... Raven? Sollen wir... sollen wir heute mit ein paar Drills anfangen?“

Doch es kommt keine Antwort... jedenfalls erst mal nicht. Raven reagiert erst nach einer quälend langen Minute und hebt langsam seinen Kopf, doch sein Blick fokussiert niemanden. Er starrt durch seine Schüler hindurch, als sähe er Geister aus seiner Vergangenheit.

Raven:
„„Macht... macht einfach, was ihr wollt. Schlagt euch. Legt euch hin. Sterbt. Es ist mir egal. Das Ticken... hört ihr das Ticken?"“

Krächzt er mit einer Stimme, die kaum mehr ist als ein trockenes Rascheln. Das Ticken? Er sagt irgendwas über irgendein Ticken... aber... hier gibt es nirgendwo ein Ticken. An den Wänden hängen keinerlei Uhren und weder er noch irgendwer seiner Schüler hat eine Rolex um das Handgelenk gebunden. Vielleicht meint Raven ja bloß seinen eigenen Puls, der in seinen Ohren hämmert. Swerve versucht, die Initiative zu ergreifen und fängt tatsächlich an, mit Lykos zusammen zu trainieren. Er beginnt mit einer Chain-Wrestling-Sequenz, bei der das Klatschen der Körper auf die Matte durch die gesamte Halle schallt. Bei jedem Aufprall zuckt Raven zusammen, als würde er selbst getroffen, gibt aber keinerlei Korrekturen, wie die beiden ihre Aktionen noch besser machen könnten. Nein, Raven bleibt einfach weiterhin totenstill und sagt nicht mal etwas. Wobei totenstill auch nicht so ganz richtig ist... er fängt ohne irgendeinen natürlichen Grund plötzlich an, leise vor sich hin zu summen. Eine monotone, unheimliche Melodie summt er, bevor er anfangen muss zu lachen, als er sieht, dass die beiden Frauen nur da rumstehen und nicht trainieren. Genau die beiden Frauen, die laut Raven heute ein First Blood Match haben sollten.

Leva Bates: „Sollten wir nicht langsam mit dem Training starten?“

fragt Leva leise in Richtung Raven, der jedoch daraufhin nur weiterlacht. Auch wenn sich seine Lache viel mehr wie ein trockenes, freudloses Husten anhört. Izzy hatte Leva zunächst angestubst um mit dem Training einfach selbst zu beginnen, doch das Lachen des Death Fighters sorgt dafür, dass dieses Vorhaben im Keim erstickt.

Raven:
„„Training? Es gibt kein Training mehr. Nur noch das Loch. Das große, schwarze Loch, das alles verschlingt, wenn die Flasche leer ist. Ihr denkt, ich werde große Stars aus euch machen? Haha, oh nein. Ihr werdet so lange hier gefangen sein, bis wir alle verreckt sind."“

Bitte was? Über die Aussage Ravens können die vier Schüler gar nicht erst nachdenken, da seine Reaktion darauf viel schlimmer wirkt. Ihn überkommt plötzlich wie aus dem Nichts ein heftiger Schüttelfrost, der ihn noch weiter zusammenkrümmen und die Knie bis an sein Kinn ziehen lässt. Daraufhin hören nun auch Lykos und Strickland auf zu trainieren und gehen wieder etwas näher an ihren eigentlichen Lehrer heran.

Kid Lykos: ’„Was ist mit ihm? Meint ihr nicht, wir sollten lieber Bayley herholen?“

flüstert Lykos, doch nicht leise genug, dass Raven es nicht vernehmen kann. Denn dieser herrscht ihn daraufhin sofort an, wobei er für einen Sekundenbruchteil eine letzte Reserve an Kraft mobilisiert, bevor er wieder in sich zusammensackt.

Raven:
„„Nein! Wehe, ihr wechselt auch nur ein Wort mit Bayley! Ich... ich kann ihr Geschwafel nicht gebrauchen. Fuck, ich kann euch nicht mal gebrauchen. Ich... ich..."“

Bevor er seinen Satz beenden kann, schließt er nun die Augen und atmet schwer. Das Training kommt völlig zum Erliegen, da die vier Schüler dieses Systems nur stillschweigend im Ring stehen und sich die gebrochenen Reste ihres Trainers anschauen. Wie diese vom Boden der Realität immer weiter hinfortschweben. Raven ist physisch anwesend, aber sein Geist wandert irgendwo zwischen den blutigen Ruinen der Vergangenheit und dem brennenden Verlangen nach einem einzigen Schluck, der alles beenden würde. Er ist in der Endphase. Die Frage ist nur, ob nach dieser Woche noch etwas von dem Mann übrig ist, den sie einst „Raven“ nannten.

Raven:
„„Es tut mir leid."“

Sagte er in viel zu lauter Tonlage heraus, bevor er sich dann auf einmal unter den Seilen aus dem Ring herausrollt. Mit schweren Schritten entfernt sich Raven immer weiter vom Trainingsbereich. Jeder einzelne Schritt wirkt anstrengend, als müsste er seinen eigenen Körper dazu zwingen, überhaupt weiterzugehen. Seine Schultern hängen ungewöhnlich tief und die Hand fährt sich immer wieder fahrig durch das Gesicht. Die Atmung ist schwer und unregelmäßig. Kaum zu unterscheiden von jemandem, der gerade einen Marathon hinter sich gebracht hat. Nur dass Raven eben keinen Marathon hatte. Wie sehr er es hasst. Gefangen zu sein in einem Körper, der sich plötzlich gegen ihn stellt. Nichts funktioniert mehr so, wie es sollte. Die Gedanken rasen, die Hände zittern und selbst die einfachsten Entscheidungen fühlen sich an wie ein Kampf. Nur zu gerne würde Raven zurück in den Ring gehen und die vier weiter antreiben. Würde sie anschreien, fordern und formen, wie er es immer getan hat. Doch seine größte Herausforderung ist dabei nicht Bates, nicht Moreno, nicht Lykos und auch nicht Strickland. Sein größter Gegner ist derzeit weder ein Mensch noch ein Wrestler. Es ist die Sucht. Und während er sich immer weiter vom Trainingsbereich entfernt und schließlich eine abgelegene Pausenarea erreicht, wird ihm schmerzhaft bewusst, dass er diesen Kampf momentan nicht kontrolliert. Zum ersten Mal seit langer Zeit sieht Raven keine Möglichkeit mehr, die Situation mit bloßer Willenskraft zu beherrschen.

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Genau das macht ihn wütend. Genau das macht ihn gefährlich. Und genau deshalb musste er den Ring verlassen. Nicht wegen seiner Schüler. Nicht wegen des Trainings. Sondern weil er gerade gegen etwas kämpft, das sich nicht einfach mit Härte, Erfahrung oder Gewalt besiegen lässt. Er braucht wohl einfach nur Ruhe... doch wird er diese Ruhe aus wohl zwei Gründen nicht bekommen... Erstens ist es Strickland, der den Ring verlässt und in seine Richtung kommt, um mit ihm scheinbar sprechen zu wollen, und zweitens ist es Leva, die den Ring verlässt und anscheinend die Halle verlassen will, sodass Izzy Moreno und Kid Lykos alleine im Ring bleiben.

Kid Lykos: ’„Hat sie gerade gesagt, dass sie Bayley holen will? Ich halte das für keine gute Idee!“

Nun, es wäre wohl definitiv ein Tritt zwischen die Beine von Raven, aber andernfalls sieht es nicht so aus, als könnten die vier hier heute ein anständiges Training erwarten. Doch sonderlich weit kommt auch Leva nicht, denn als sie plötzlich die Tür zur Halle hin öffnet, um herauszugehen, steht ihr plötzlich eine Person im Wege.

Bayley
"Ding Dong! Hallo?"

Da wurde wohl Bayleys Name einmal zu viel ausgesprochen und die Kalifornierin ist erschienen. Okay ganz so ein Zufall ist das nicht. Bei ihrem Gespräch mit Leva Bates in der vergangenen Woche hatte sie gesagt, dass sie selbst mal vorbeikommen wird. Jetzt kann sie sich selbst ein Bild von all dem machen. Das erste, was ihr dabei auffällt ist, dass die vier Schüler nur herumstehen.

Bayley
"Ihr seht ja noch vollkommen unausgelastet aus. Hat das Training nicht schon vor 10 Minuten angefangen?"

Lykos bleibt abrupt in der Tür stehen und für einen Augenblick wirkt er schockiert, aber auch irgendwie erleichtert. Sein Blick wandert sofort zurück zu dem Pausenbereich, zu welchem Raven eben hin verschwunden ist, und anschließend wieder auf Bayley, die direkt vor ihm steht. Das ist eine schwierige Situation! Was soll er nur sagen?

Kid Lykos: ’„Uhm... ha... hey Bayley! Wa... uhm... was... was machen Sie denn hier?“

Murmelnd kratzt er sich am Hinterkopf seiner Maske, während seine Stimme ungewöhnlich eingeschüchtert klingt. Zu seinem Glück tritt Leva im Ring an die Seile, sodass sie direkt in Richtung Bayley schaut und dieser zuruft, damit Lykos nicht noch mehr Arbeit hat, mit der er nicht zurechtkommt. Die sonst so lockere Nerd Diva wirkt jedoch hier eher müde und schon fast erschöpft.

Leva Bates: „Das heutige Training scheint bereits vorüber zu sein... wenn man das überhaupt Training nennen kann... ich glaube, Raven kann heute nicht so aktiv sein. Zumindest glaube ich, dass er heute nichts mehr tun kann. Er weiß wohl teilweise nicht mal mehr, wo er eigentlich ist. Vielleicht wäre es besser, wenn er nach Hause gebracht wird.“

Sie verschränkt die Arme vor der Brust, während diese Worte deutlich schneller aus ihr herauskommen als gedacht. Wie als hätte sie diese seit Minuten schon zurückgehalten. Mit strengen Augen blickt sie in Richtung Raven, der am anderen Ende der Halle mit Strickland zu interagieren scheint. Lykos steht derweil noch immer vollkommen regungslos vor Bayley, ehe er endlich einen Schritt zur Seite macht und sie hereinlässt, sodass sie das Chaos hier im Inneren auch endlich richtig erkennen kann. Das Chaos, das nicht vorhanden ist. Was aber vorhanden sein sollte. Aber hier... wirkt es viel zu ruhig, weil absolut niemand etwas tut. Leva senkt ihren Blick gen Boden und führt ihre Sätze weiter nach einer kurzen Pause.

Leva Bates: „Er redet mit Dingen, die gar nicht da sind. Er hört irgendwelche Geräusche, die niemand sonst hört. Er starrt durch uns hindurch, als wären wir Geister. Und vorhin hat er sich bei uns entschuldigt... das war schon fast unheimlich. Wissen Sie eigentlich, wie absurd das klingt? Raven entschuldigt sich nicht. Er würde eher eine Ringtreppe beleidigen, als sich bei jemandem zu entschuldigen. Es wäre wirklich besser, wenn er für heute verschwindet.“

Tatsächlich muss man ihr da recht geben. Allein dieser Satz wirkt beinahe surreal. Zwar sagt sie diesen Satz mit einer Art bitterem Lächeln im Gesicht, doch die Sorge breitet sich nur noch stärker aus. Und auch wenn sie mit enttäuschten Augen, aber auch voller Sorge auf Raven blickt, schüttelt sie langsam den Kopf. Eine kurze Pause übernimmt wieder die Oberhand in der Halle und für einige Sekunden herrscht Stille, bis sie wieder etwas sagt... aber dieses Mal deutlich leiser.

Leva Bates: „Ich wollte letzte Woche unbedingt, dass jemand etwas unternimmt... ja, ich hatte Angst vor dem Match und ich hatte Angst davor, was er aus uns machen wollte. Aber... ich wollte nicht das hier. Ich will, dass ihm geholfen wird. Er sieht aus, als würde er gerade auseinanderfallen. Und ich weiß nicht, ob er überhaupt merkt, wie schlimm es geworden ist.“

Zum ersten Mal klingt nicht mehr Frust aus ihren Worten, sondern neben der Sorge auch noch zusätzlich ehrliches Mitleid. Zum ersten Mal seit langer Zeit scheint sich niemand darüber Gedanken zu machen, wie es Raven wirklich geht. Jeder beschwert sich darüber, dass sein Zustand unter aller Sau ist und dass er so nicht arbeiten kann, aber Leva scheint wirklich die Erste zu sein, die sich ernsthaft Sorgen um seine Gesundheit macht. Bei Bayley war es zwar fast genauso, aber nicht so offensichtlich wie bei Leva. Doch die eigentliche Frage hier lautet inzwischen wohl, ob es überhaupt noch möglich ist, Raven ohne ärztliche Unterstützung helfen zu können. Ihre Finger verkrampfen sich leicht ineinander und als ihr Blick abermals auf Strickland und Raven schaut, muss sie etwas stärker schlucken.

Aufmerksam hört Bayley zu. Die Kalifornierin sieht, dass die Lage etwas kompliziert ist. Und das an mehreren Fronten.

Bayley
"Nachdem was ich letzte Woche gehört habe und jetzt heute, weiß ich nicht mehr so recht, ob Raven überhaupt in der Lage ist seine Tätigkeit als Trainer überhaupt noch weiter auszuüben. Macht euch jetzt kein schlechtes Gewissen. Ich will ihn nicht feuern, aber er muss erstmal sein Leben wieder auf die Reihe kriegen. Ich meine das hier ist inakzeptabel. Nur weil Raven nicht in der Lage dazu ist fällt euer Training aus? Ihr seid dafür extra hergekommen und ihr seid auch wichtig. Ihr macht das schließlich für eure Zukunft. Wir brauchen womöglich eine Übergangslösung …"

Eine Übergangslösung? Spricht Bayley hier etwa von jemandem, der die Trainerstelle ersetzt? So klingt es danach.

Bayley
"Eigentlich bin ich ja wegen etwas anderem hier… Leva! Izzy! Das First Blood Match ist abgesagt, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich sehr angetan von dieser Matchansetzung gewesen bin. Hätte ihr zwei Lust bei der nächsten Coast 2 Coast Ausgabe in einem Singles Match aufeinander zu treffen?"

Izzy Augen strahlen, als Bayley diesen Vorschlag unterbreitet. Ohne groß nachzudenken stimmt Everyone´s Favorite BFF mit einem Nicken zu.

Izzy Moreno
"Ja und wie!"

Daraufhin wandert ihr Blick erwartungsvoll in Richtung Leva Bates, die selbstverständlich auch ihr Einverständnis geben muss.
Leva spürt den erwartungsvollen Blick von Izzy auf sich ruhen und auch Bayley schaut sie aufmerksam an. Ein kurzes Zögern legt sich über das Gesicht der „Lucha Sister“. Sie freut sich über die Chance und das Vertrauen von Bayley, doch die extremen Eindrücke der letzten Tage und besonders Ravens düstere Visionen eines brutalen First Blood Matches sitzen ihr immer noch tief in den Knochen. Sie atmet einmal tief durch, tritt einen Schritt näher an Izzy heran und legt ihr sanft eine Hand auf die Schulter. Ihr Blick ist voller ehrlicher Sorge.

Leva Bates: „Izzy... du weißt, wie gerne ich mit dir im Ring stehe. Aber bist du dir wirklich ganz sicher, dass du das willst? Nach all der ganzen giftigen Stimmung hier mit Raven... ich habe einfach Angst. Du bist meine Freundin, Izzy. Ich würde mir das nie verzeihen, wenn ich dir da draußen wehtun oder dich ernsthaft verletzen würde, nur weil wir uns von dieser extremen ECW-Mentalität anstecken lassen.“

Sie blickt kurz zu Bayley, um zu signalisieren, dass es ihr nicht um eine Absage aus mangelndem Respekt geht, sondern rein um das Wohl ihrer Partnerin. Dann sieht sie wieder Izzy an, wartend auf eine Antwort, die ihre Zweifel vielleicht zerstreuen kann.

Izzy wirkt sehr irritiert darüber, dass Leva Bates diese Gelegenheit nicht mit gleicher Begeisterung aufnimmt wie sie.

Izzy Moreno
"Ich versteh nicht … Ich dachte wir warten schon seit Monaten auf diese Gelegenheit …"

Offenbar hatte sich Izzy dieses Matchup schon lange im Kopf ausgemalt. Ja sie sind Freunde, doch sind sie eben auf beide Anwärter auf die Stars von morgen. Doch bevor hier eine der Beiden sich weitermeldet ist es Bayley, die versucht auf Leva einzureden.

Bayley
"Ich kann gut verstehen, dass du Hemmungen hast, weil du mit Izzy befreundet bist, aber ich glaube nicht, dass du dazu in der Lage bist Izzy zu verletzen. Vielleicht magst du einige Sachen zweifelhaft finden, die du hier gelernt hast, aber du musst selbst nur das anwenden, was du willst. Dir werden hier nur verschiedene Techniken beigebracht. Am Ende bestimmst du deinen Stil. Also mach in deinen Matches das womit du dich wohlfühlst und nicht das, was man dir sagt. Du hast monatelang mit Izzy trainiert. Ich denke du kennst sie besser als alle anderen. Du weißt weißt, was Izzy einstecken kann. Wenn jemand Izzy nicht verletzen kann, dann bist du das."

Leva hört sich die Worte von Izzy und Bayley aufmerksam an, doch verschwinden ihre Zweifel nicht sofort. Im Gegenteil. Für einen kurzen Moment senkt sie den Blick auf den Hallenboden, während sie über alles nachdenkt, was in den vergangenen Wochen passiert ist. Die Gespräche mit Raven. Das abgesagte First Blood Match. Die Angst, die sie dazu gebracht hatte, überhaupt zu Bayley zu gehen. Und dann Raven selbst, wie er kaum noch auf den Beinen stehen kann und völlig die Kontrolle über sich verliert. Langsam hebt sie den Kopf wieder und ihre Augen wandern erst zu Bayley und anschließend zu Izzy.

Leva Bates: „Du bist meine Freundin, Izzy. Vielleicht sogar meine beste Freundin hier. Und genau deshalb macht mir das Angst. Nicht weil ich glaube, dass du schwach bist. Ganz im Gegenteil. Ich weiß genau, was du einstecken kannst. Wahrscheinlich sogar besser als die meisten anderen hier. Ich habe monatelang mit dir trainiert. Ich habe gesehen, wie oft du wieder aufgestanden bist. Wie oft du weitergemacht hast, obwohl du eigentlich längst hättest aufgeben können.“

Ihre Stimme klingt ruhig, aber deutlich ernster als sonst. Ein kleines Schmunzeln huscht über ihr Gesicht, verschwindet jedoch genauso schnell wieder, als sie ihre Arme vor der Brust verschränkt und für einen kurzen Moment schweigt. Leva ist normalerweise diejenige, die alles mit Humor nimmt. Diejenige, die selbst in den schlimmsten Situationen noch einen lockeren Spruch findet. Doch diesmal scheint sie jedes einzelne Wort ernst zu meinen. Ihr Blick wandert wieder zu Izzy und sie lächelt leicht. Ihr Blick wird nun etwas wärmer und sie nickt langsam.

Leva Bates: „Vielleicht hat Bayley recht. Vielleicht bin ich wirklich die Letzte, die dir ernsthaft wehtun könnte. Aber wenn wir das machen, dann machen wir das auf unsere Art. Kein Blut. Keine Gewalt nur um der Gewalt willen. Keine verrückten Beweise dafür, wie hart wir angeblich sind. Wenn wir gegeneinander antreten, dann weil wir herausfinden wollen, wie gut wir wirklich geworden sind.“

Und mit diesen Worten streckt sie Izzy schließlich die Hand entgegen und auf ihrem Gesicht erscheint plötzlich sogar ein kleines Lächeln. Zum ersten Mal seit Beginn des Gesprächs scheint ein Teil Levas Anspannung nachzulassen und sie atmet tief durch. Nun richtet sie sich etwas auf, während ihre Worte einen Moment lang in der Luft hängen bleiben.

Leva Bates: „Und wenn du mich danach besiegst... dann werde ich mich vermutlich wochenlang darüber beschweren. Aber damit musst du dann klarkommen, verstanden? Ich werde dir richtig auf die Nerven gehen und ich hoffe, dass du das genauso tun wirst, wenn ich dich besiege!“

Endlich lockert sich die Stimmung etwas, während Leva Izzy tief in die Augen schaut. Die Zweifel sind nicht vollkommen verschwunden, doch zum ersten Mal überwiegt nicht mehr die Angst, sondern das Vertrauen.

Izzy Moreno
"Mir ist egal wer von uns Beiden gewinnt. Ich will einfach daraus gehen und Spaß haben. Lass uns den Zuschauern zeigen wer Leva Bates und Izzy Moreno sind."

Bayley kann nur lächeln als sie diese Worte aus Izzys Mund hört. Genau so hätte es die Kalifornierin wahrscheinlich selbst ausgesprochen. Doch ist es wenig verwunderlich, denn da Izzy Bayley als ihr Vorbild hat, sind viele Eigenschaften von ihr abgefärbt.

Bayley
"Dann ist es entschieden. Ihr zwei tretet in einem Singles Match gegeneinander an. Ich wünsche euch viel Erfolg! Nutzt die Zeit jetzt, um euch darauf vorzubereiten."

Dabei legt sie ihre Hände auf die Schulter von Leva Bates und Izzy Moreno. Izzy Moreno nicht bejahend, dass sie alles aus diesem Match rausholen wird. Dann folgt ihr Blick in Richtung Leva. Auch wenn es vorallem Freude ist, die Everyone´s Favorite BFF ausstrahlt, so kann man in ihren Augen auch den Hauch von Ehrgeiz erkennen.
Während Bayley den beiden Frauen noch einmal viel Erfolg wünscht und Izzy voller Motivation wirkt, aus dieser Gelegenheit das Maximum herauszuholen, scheint sich die Stimmung innerhalb der Halle für einen kurzen Moment tatsächlich etwas zu entspannen. Zum ersten Mal seit Beginn dieses chaotischen Trainings wirkt es beinahe so, als könnten die Schüler ihre Aufmerksamkeit wieder auf das richten, weshalb sie überhaupt hierhergekommen sind. Für einige Sekunden tritt die Sorge um Raven in den Hintergrund und wird von Gesprächen über Matches, Training und die Zukunft verdrängt. Doch genau dieser Moment der Ruhe hält nicht lange an. Denn plötzlich ertönen aus dem hinteren Bereich der Halle erneut Schritte. Langsame Schritte zunächst. Schritte, die dafür sorgen, dass sich die Aufmerksamkeit der Anwesenden automatisch von Bayley löst und in Richtung des Bereiches wandert, in welchem Raven vor wenigen Minuten noch vollkommen erschöpft verschwunden war. Und als schließlich die Gestalt des Death Fighters wieder sichtbar wird, breitet sich augenblicklich Verwirrung auf den Gesichtern seiner Schüler aus.

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Denn der Mann, der noch vor kurzer Zeit kaum in der Lage gewesen war, geradeaus zu laufen, dessen Hände unkontrolliert gezittert hatten und dessen Geist scheinbar irgendwo zwischen Realität und Halluzinationen gefangen gewesen war, wirkt plötzlich wie ausgewechselt. Seine Schultern hängen nicht mehr kraftlos herab. Sein Gang wirkt stabil. Sein Blick ist fokussiert und sein Gesicht scheint zwar noch immer diese fahle Farbe zu haben, wirkt zeitgleich aber auch viel gesünder als noch vorhin. Er scheint sich den Schweiß abgewischt zu haben, wie es scheint, und sicher sieht Raven natürlich noch immer nicht aus wie ein vollkommen gesunder Mensch. Die vergangenen zwei Wochen haben sichtbare Spuren hinterlassen. Doch verglichen mit dem Wrack, das vor wenigen Minuten den Ring verlassen hatte, wirkt die Person, die nun wieder auf die Gruppe zukommt, beinahe wie ein anderer Mensch. Mit einem strengen und beobachtenden Blick schaut Strickland, der ihm als Einziger gefolgt war, ihn an und bleibt mit verschränkten Armen einige Schritte hinter Raven schweigend stehen. Erst als Raven direkt vor dem Ring angekommen ist, bleibt er stehen und lässt seinen Blick durch die Runde wandern. Von Leva zu Izzy. Von Lykos zu Bayley. Schließlich verharrt sein Blick für einen Moment auf seiner Chefin. Ein unangenehmes Schweigen legt sich über die Halle, als Raven genervt durch die Nase schnaubt.

Raven:
„„Was ist denn jetzt? Warum stehen hier alle rum, als wäre jemand gestorben? Und was machen Sie eigentlich hier? Wollen Sie was Bestimmtes? Das heutige Training ist noch nicht vorbei."“

Seine Stimme klingt rau, aber fest. Nicht mehr brüchig oder verwirrt. Sondern beinahe so wie früher. Er fährt sich durch die Haare, schüttelt kurz den Kopf und deutet anschließend in Richtung Ring. Sofort wandern mehrere irritierte Blicke durch die Halle und vor allem Lykos wirkt, als hätte er sich gerade verhört. Doch Raven scheint davon nichts wissen zu wollen.

Raven:
„„Ihr seid nicht hierhergekommen, um in irgendwelchen Selbsthilfegruppen über eure Gefühle zu reden. Ihr seid hier, um Wrestler zu werden. Also hört auf herumzustehen und bewegt eure Ärsche zurück in den Ring. Los, los, los!"“

Je länger er spricht, desto vertrauter wirkt er plötzlich wieder. Diese Härte und diese Direktheit. Diese unangenehme Mischung aus Motivation und Einschüchterung, die seine Trainingsstunden schon immer ausgezeichnet hat. Und genau deshalb wirkt die Situation so merkwürdig. Denn niemand kann wirklich erklären, wie aus dem Mann, der noch vor wenigen Minuten kaum die Augen offenhalten konnte, plötzlich wieder der Trainer geworden ist, den sie kennen. Während die Schüler langsam beginnen, sich wieder zu bewegen und Bayley Raven weiterhin mit skeptischem Blick mustert, schwenkt die Kamera für einen kurzen Augenblick in den Hintergrund. Zurück zu jener kleinen Pausenarea, in welcher Raven die letzten Minuten alleine verbracht hatte. Dort steht noch immer der kleine Tisch zwischen einigen Stühlen und verstreutem Trainingsmaterial. Und genau dort fällt etwas auf. Ein Flachmann!

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Er liegt völlig unscheinbar auf der Tischplatte, als hätte ihn jemand in Eile dort zurückgelassen. Die Kamera verweilt für einige Sekunden auf diesem Bild. Gerade lange genug, damit sich diese Frage bei den Zuschauern einschleicht. War es wirklich bloß eine spontane Erholung? Hat Raven sich tatsächlich einfach zusammengerissen? Oder befindet sich in diesem Flachmann genau das, worauf die gesamte Wette mit Bayley eigentlich aufgebaut war? Die Kamera zeigt noch einmal Raven, der inzwischen wieder Befehle verteilt und seine Schüler zurück an die Arbeit schickt, während sein Gesicht keinerlei Hinweise darauf liefert, was in den letzten Minuten tatsächlich passiert ist. Doch während seine Stimme erneut durch die Halle hallt und seine Schüler langsam wieder mit dem Training beginnen, bleibt das Bild des Flachmanns weiterhin im Kopf zurück. Ein kleines Detail. Ein unbedeutender Gegenstand. Und vielleicht dennoch der Beweis dafür, dass Raven den Kampf gegen seine Sucht am Ende doch verloren hat. Mit diesen unbeantworteten Fragen blendet die Kamera schließlich langsam aus und hinterlässt nichts als Zweifel darüber, was sich während Ravens kurzer Abwesenheit wirklich abgespielt hat.

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MATCH 2
PERFORMANCE CENTER SPOTLIGHT
[Bild: PCCENTERspotlight.png]
Writer: Maxi

Matthew Rehwoldt: "Ladies and Gentlemen... The following Countest is an Trainingsmatch organised for the Coast 2 Coast Performance Center! Please welcome the two talented Trainees"



Das Licht in der Arena erlischt komplett Auf dem Titantron flackert ein körniges Video aus dem Jahr 2015 auf Man sieht ein kleines Mädchen mit einem Bayley-Shirt und einem bunten Stirnband, das am Absperrgitter von NXT steht und weint, als Sasha Banks ihr das Haargummi klaut Dann ein Schnitt: Das Mädchen strahlt, während sie ihr Idol Bayley umarmt Die Worte "10 YEARS IN THE MAKING" erscheinen in schlichter, weißer Schrift auf dem schwarzen Bildschirm Ein sanfter, fast nostalgischer Klavier-Akkord ertönt, der plötzlich in einen treibenden, modernen High-Energy-Pop-Rock-Track übergeht Der Bass setzt hart ein, während die Lichter in der Arena synchron zum Rhythmus in Lila und Gold aufblitzen Und dann kommt sie! Izzy Moreno tritt durch den Vorhang

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Sie bleibt auf der Rampe stehen und atmet tief durch, während sie kurz die Augen schließt, als würde sie den Moment aufsaugen, von dem sie acht Jahre lang geträumt hat Sie trägt ein modernes Gear, das dezent an die Farben ihrer Anfänge erinnert, aber deutlich athletischer und professioneller wirkt Sie rennt nicht zum Ring Sie geht mit einer Mischung aus Ehrfurcht und neu gewonnenem Selbstbewusstsein Als sie an den Fans vorbeiläuft, klatscht sie nicht wahllos ab; sie sucht gezielt den Augenkontakt zu den jüngeren Fans in der ersten Reihe, ein stilles Nicken, wie als wolle sie dem jungen Mädchen zeigen, dass jeder es schaffen kann, eines Tages mal hier in diesem Ring zu stehen!

Matthew Rehwoldt: "Introducing first... from Orlando, Florida... Weighing in at 114Pounds... She is everybody's favorite BFF... Izzy MOOOREEEEENOOOOOOOO!!!"

Am Ring angekommen springt Izzy auf den Apron und zieht sich mit einem flüssigen Sprung über das oberste Seil Sie geht in die Mitte des Rings und breitet die Arme aus, während lila Pyrotechnik hinter ihr in die Höhe schießt



Die Arena ist erfüllt von einem elektrisierenden Summen, als die vertraute Musik von Leva Bates erklingt, doch statt ihres üblichen, etwas zurückhaltenden Auftretens marschiert sie heute mit einer völlig neuen, militärischen Präzision den Gang zum Ring hinunter, wobei sie nicht nur ihr Outfit komplett gewechselt hat, sondern auch ihre gesamte Körpersprache in eine exakte Kopie des Schweizers Cesaro verwandelt hat.

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Denn sie trägt eine maßgeschneiderte, glänzende Wrestling-Montur in grauen Farben, die ihre Haltung betont, während ihr Gesichtsausdruck von einer eisigen, berechnenden Arroganz gezeichnet ist, die sofort klarstellt, dass heute keine Mangas gelesen, sondern Muskeln spielen gelassen werden

Matthew Rehwoldt: "And her Opponent... From Madisonville, Kentucky... Weighing in at 114Pounds... The Swiss Cyborg... LEVAAA BAAAAATEEEEEEEESSS!!!"

Als sie den Ring erreicht, klettert sie mit einer Leichtigkeit über die Seile, die an die athletische Souveränität des „Swiss Cyborgs“ erinnert, und sobald sie festen Boden unter den Füßen hat, führt sie mit einer beängstigenden Ernsthaftigkeit das obligatorische Tippen an die Schläfe aus, wobei sie ihre Sonnenbrille mit einer präzisen, beinahe mechanischen Handbewegung abnimmt, um das Publikum mit einem Blick zu taxieren, der sie wie minderwertige Lektüre erscheinen lässt.

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Beide Superstars stehen im Ring bereit und während Izzy mehr als nur bereit auf das Match ist, erkennt man in Levas Augen noch immer etwas Sorge. Aber der Referee entscheidet dann, dass dem Beginn nichts mehr im Wege steht und somit startet das Match dann auch endlich.

Warnung! Spoiler!
DING DING DING

Die beiden Kontrahentinnen umkreisen sich langsam in der Mitte des Rings, taxieren sich mit intensiven Blicken, und Leva, die voll und ganz in ihrer Rolle aufgeht, klopft sich demonstrativ auf die Brust, um den klassischen Lock-Up zu fordern.

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Izzy nimmt die Herausforderung entschlossen an, die Arme verhaken sich und es kommt zu einem Lock-Up, der ziemlich ausgeglichen wirkt. Was aber nicht ganz verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass die beiden Frauen, wie wir es hören durften, ein identisches Gewicht haben. Der einzige Unterschied, der wohl herrscht, ist, dass Izzy wesentlich größer ist als Leva. Zwölf Zentimeter, um genau zu sein, und daher sollte Izzy hier eigentlich der kleinen Cosplayerin überlegen sein, oder? Falsch, denn sicher ist Leva kleiner als Izzy, aber hat sie trotz der zwölf Zentimeter Unterschied dennoch dasselbe Gewicht, was bedeutet, dass sie wohl wesentlich größere und trainiertere Muskeln hat und somit schafft es die kleine Leva Bates als simulierte Schweizer Urgewalt, Izzy mühelos rückwärts in die Ringecke zu drängen. Dort bricht sie den Hold zwar sauber ab, streckt dann aber provokant den Zeigefinger in die Luft, was die Fans sofort mit lautstarken Rufen quittieren. Izzy schüttelt nur verbissen den Kopf, lächelt das ab und sucht direkt den nächsten Ansatz, bei dem sie blitzschnell unter Levas Armen durchtaucht, um einen Waist-Lock von hinten anzusetzen. Leva kontert diesen Versuch jedoch grandios, indem sie Izzys Handgelenke greift, sich mit einem eleganten Radschlag befreit und ihre Gegnerin mit einem messerscharfen Arm Drag auf die Matte schickt. Izzy rollt sich sofort geistesgegenwärtig ab, steht blitzschnell wieder auf den Beinen, fängt sich in diesem Moment aber einen brutalen European Uppercut von Leva ein, dessen dumpfes Klatschen wie ein Peitschenknall durch die gesamte Arena hallt. Izzy taumelt schwer getroffen zurück in die Seile und Leva setzt sofort nach, peitscht sie mit einem harten Irish Whip auf die gegenüberliegende Seite des Rings. Als Izzy mit hohem Tempo zurückfedert, taucht sie geschickt unter einer herannahenden Clothesline durch, springt mit katzenartiger Sprungkraft an die Ringseile und nutzt den Schwung für einen absolut spektakulären Springboard Hurricanrana. Leva fliegt in hohem Bogen durch den Ring, landet hart auf den Knien und schaut sichtlich überrascht, während Izzy den Moment nutzt, um sich kurz von den Fans feiern zu lassen. Diese kurze Unaufmerksamkeit reicht Leva allerdings völlig aus, um wieder aufzustehen und Izzy mit einem wuchtigen Big Boot direkt wieder von den Beinen zu holen. Leva Bates übernimmt nun vollständig die Kontrolle über das Geschehen und arbeitet im absolut methodischen Stil eines echten Ring-Generals, indem sie die am Boden liegende Izzy in einen schmerzhaften Gutwrench-Ansatz nimmt. Obwohl sich Izzy verzweifelt windet, hebt Leva sie mit schierer Muskelkraft in die Luft, hält sie dort sekundenlang demonstrativ hoch, um ihre Kraft zu präsentieren, und hämmert sie schließlich mit einem modifizierten Gutwrench Suplex auf die Bretter, gefolgt von einem schnellen Cover, welches der Referee sofort zählt.

ONE
TWO

Doch Izzy schafft es, sich direkt bei zwei energisch herauszukicken. Leva verliert keine Zeit, setzt sofort einen engen Chinlock an, um Izzys Atemwege zu blockieren und das Tempo des Matches radikal zu kontrollieren.

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Die Zuschauer beginnen daraufhin, Izzy im Rhythmus nach vorne zu klatschen, und von den Rängen hallen die lautstarken Anfeuerungsrufe, die Izzy dabei helfen, sich mühsam wieder auf die Beine zu kämpfen. Sie verpasst Leva mehrere gezielte, harte Ellbogenschläge in die Magengrube, sodass Leva den Griff lockern muss und zurückstolpert. Doch als Izzy erneut Anlauf nimmt, wird sie von Leva mit einem brutalen Pop-up European Uppercut direkt in der Luft abgefangen, wodurch Izzy regelrecht in sich zusammenbricht. Leva blickt triumphierend ins Publikum, deutet an, dass das Ende nah ist, und schnappt sich Izzys Beine, woraufhin die gesamte Halle weiß, was nun unweigerlich folgen wird. Die Zuschauer springen von ihren Sitzen, als Leva die Beine unter ihre Arme klemmt, kurz in die Runde blickt und den berüchtigten Cesaro Swing startet, bei dem sie sich wie ein Kreisel um die eigene Achse dreht, während die Fans jede einzelne Runde lautstark bis zur Fünfzehn mitzählen. Schließlich schleudert Leva die völlig orientierungslose Izzy mit voller Wucht in die Ringecke, doch beide Frauen sind nun sichtlich schwindelig. Leva taumelt spürbar und versucht, die Balance zu halten, während Izzy wie ein nasser Sack in den Polstern hängt. Als Leva schließlich Anlauf zu einem finalen Running European Uppercut in die Ecke nimmt, mobilisiert Izzy ihre absolut letzten Reserven, reißt im exakt richtigen Moment die Stiefel hoch und kontert Levas Gesicht mit voller Wucht direkt gegen ihre Sohlen. Durch diesen krachenden Konter wendet sich das Match schlagartig, und Izzy, die trotz des extremen Schwindelgefühls das pure Adrenalin in ihren Adern spürt, klettert flink auf das zweite Seil, um die sich umdrehende Leva mit einem perfekt getimten Missile Dropkick von den Beinen zu reißen. Izzy weiß ganz genau, dass sie jetzt ohne jede Pause nachsetzen muss, packt sich Leva und verpasst ihr eine furiose Serie von schnellen, harten Forearm Smashes, bricht durch deren Gegenwehr und kontert einen Schlagversuch, indem sie sich wegduckt, die Seile nutzt und Leva in einen blitzschnellen Crucifix Pin nimmt.

ONE
TWO

Doch auch Leva kann sich daraus befreien und das Match ist noch nicht vorbei. Sofort steht Izzy wieder, packt sich den Arm ihrer Gegnerin und hämmert sie mit einem eleganten Sling Blade erneut auf die Matte. Während Leva flach liegt, atmet Izzy schwer, wischt sich den Schweiß aus den Augen und signalisiert den Fans, dass es Zeit für eine Flugaktion ist, woraufhin sie zielsicher auf das oberste Seil klettert. Sie balanciert kurz auf dem schmalen Pfosten, nimmt Maß und setzt zu einem wunderschönen Moonsault an, doch Leva Bates antizipiert den Flug und rollt sich im Bruchteil einer Sekunde zur Seite, sodass Izzy ungebremst und mit voller Härte auf ihren Knien und dem Bauch aufschlägt. Leva nutzt den Fehler sofort aus, robbt sich an die nach Luft schnappende Izzy heran, packt sie von hinten und lockt sie in einen extrem schmerzhaften Crossface. Izzy schreit vor Schmerz laut auf, während die rettenden Seile meterweit entfernt scheinen und Leva den Griff immer fester anzieht, indem sie Izzys Kopf brutal nach hinten reißt. Izzy versucht unter den ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufen der Fans verzweifelt, irgendwie mit den Füßen oder Händen an das unterste Seil zu gelangen, robbt sich Zentimeter für Zentimeter voran, bis sie schließlich unter Aufbietung all ihrer Kräfte mit den Fingerspitzen das Seil berührt, sodass der Ringrichter den Haltegriff durch Rope Break unterbricht und Leva den Griff lösen muss. Beide Athletinnen sind vollkommen erschöpft und von den Strapazen gezeichnet, doch keine von ihnen denkt auch nur im Ansatz daran, nachzugeben. Leva Bates gibt nun das Zeichen, dass sie das Match beenden will, doch die Frage, die sich jeder stellt, ist... wie? Nachdem wir vor dem Match sehen durften, wie das Match überhaupt zustande gekommen ist und wie sehr sich Leva geweigert hat, gegen Izzy anzutreten, weil sie sie nicht verletzen möchte, wird sie hier wohl kaum ihren Finisher, den Code of Honor.exe, einsetzen. Das Risiko, Izzys Arm dabei zu brechen, ist viel zu hoch. Daher muss eine andere Aktion als Finisher her. Nur welche? Leva Bates packt Izzy, platziert deren Kopf geschickt zwischen ihren Beinen und setzt an, sie auszuheben, wahrscheinlich zum Critical Hit Drop. Doch hat sie sich etwas zu viel Zeit gelassen, um darüber nachzudenken, denn Izzy blockiert den Versuch mit aller Kraft, macht sich schwer und klammert sich fest. Leva stöhnt laut auf vor Anstrengung, mobilisiert noch ein letztes Mal ihre gesamte Kraft und schafft es tatsächlich, Izzy in die Luft zu heben, doch mitten in der Bewegung kontert Izzy absolut sensationell, verlagert ihr gesamtes Gewicht blitzschnell nach hinten und wandelt den verheerenden Powerbomb-Ansatz in einen spektakulären Hurricanrana um, der sofort in einen weiteren Pinversuch übergeht. Der Referee zählt laut mit und...

ONE
TWO
TR...
NEIN!

Leva schafft es noch im allerletzten Millisekundenbereich, sich aus dem Cover zu befreien, was die Halle endgültig zum Explodieren bringt, da niemand mehr mit dieser Rettung gerechnet hat. Es dauert eine gewisse Zeit, ehe beide Frauen wieder hochkommen. Eine frustrierte Leva Bates stürmt sofort wieder wütend auf Izzy zu, doch diese antizipiert die Bewegung perfekt, weicht geschickt aus und lässt Leva ungebremst mit der Schulter voran gegen den stählernen Ringpfosten prallen. Leva taumelt völlig benommen rückwärts aus der Ecke direkt in die Arme von Izzy, die die Chance ihres Lebens eiskalt erkennt, Levas Arm packt, an den Seilen hochspringt, um sie mit auf die Matte herunterzuziehen und sie dort in eine Izzy Bar zu nehmen!

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Izzy Moreno hat Leva Bates in der Izzy Bar und tatsächlich dauert es nicht lange, da muss Leva tappen! Izzy Moreno bringt Leva Bates zur Aufgabe und das Match ist vorbei!

DING DING DING

Here is your winner by submission: IIIIZZYYYYYY MOOOREEENOOOO!

Die Ringglocke ertönt und die Halle bricht in kollektiven Jubel aus, während Izzy, völlig am Ende ihrer Kräfte und mit Tränen der Erleichterung in den Augen, fassungslos auf der Matte liegen bleibt, ehe der Ringrichter ihren Arm zum Zeichen des hart erkämpften Sieges in die Höhe streckt. Als sich Leva Bates langsam wieder aufrichtet, das zerzauste Cosplay-Attire richtet und das lose Kinesio-Tape bemerkt, blickt sie Izzy mit tiefem Respekt in die Augen, nickt anerkennend, reicht ihr fair die Hand und zieht sie in eine herzliche Umarmung, während die Fans diesen epischen, geschichtsträchtigen Fight mit stehenden Ovationen feiern.

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[Bild: 4.jpg]

THE OTHER CONVERSATION!

Die Kamera fährt von links nach rechts über die Leinwand und will natürlich alles geben, um die Fans in den Bann zu ziehen und hier etwas Wichtiges zu zeigen. Wobei es nicht so großartig neu ist. Denn kaum ist das Bild auf dem Titantron angeschaltet worden, erkennen wir wieder einmal einen Rückblick vom letzten Freitag im Performance Center. Wir befinden uns genau da, wo wir vorhin bereits gewesen sind, und es scheint auch derselbe Zeitpunkt zu sein. Bayley ist gerade im Performance Center erschienen und hat ihre Ansprache gehalten, von wegen, dass Raven ersetzt werde und dass es ein Match zwischen Izzy Moreno und Leva Bates geben soll. Nun, dieses Match durften wir gerade sehen und Izzy hat es sensationell gut gewonnen, aber die Frage, die sich die Fans nun stellen, ist... Warum befinden wir uns überhaupt hier? Erneut? Nun, die Frage ist schnell beantwortet. Denn anders als vorhin zeigt die Kamera hier nicht direkt auf Bayley oder Leva Bates. Nein, wir befinden uns hier in der Pausenarea, wohin Raven flüchtete.

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Die Area, in welche Strickland ihm gefolgt ist. Und so wie es aussieht, scheint das Gespräch zwischen den beiden mindestens genauso wichtig gewesen zu sein. Wir können Raven erkennen, wie er sich relativ unsanft sofort gegen die Wand setzt und regelrecht zu Boden fällt. Dabei fällt sein Blick auf seinen Arm, und als die Kamera diesen fokussiert, können auch die Fans ein kleines schockiertes Stöhnen nicht zurückhalten. Ravens Arm ist... voller Narben! Wie als hätte er sich selbst mit einem Rasiermesser geritzt! Ist der Entzug wirklich so schlimm für ihn?

Raven:
„„Gosh, kann man nicht einmal einen Moment für sich alleine haben?"“

Kam in genervter Tonlage von Raven, der nun auch bemerkt, dass er von Strickland verfolgt wurde. Natürlich ist er wütend und gefrustet zugleich. Jedoch weniger über Strickland, sondern vielmehr über sich selbst, weil es ihm so dreckig geht. Die Kamera bleibt einige Sekunden länger auf den Narben hängen, bevor sie langsam wieder nach oben wandert. Über Ravens Gesicht, die eingefallenen Wangen und die dunklen Augenringe, die mittlerweile so aussehen, als hätte der Mann seit Tagen keinen Schlaf mehr gefunden. Und vielleicht ist genau das sogar der Fall. Die Fans in der Arena reagieren merklich anders als noch vor einigen Minuten. Vorhin hatten viele noch über Ravens seltsames Verhalten gelacht. Doch jetzt nicht mehr. Jetzt wirkt die gesamte Situation plötzlich wesentlich ernster. Vor allem, weil Raven nicht mehr wie ein gefährlicher Veteran aussieht, sondern wie jemand, der gerade dabei ist, einen Krieg gegen sich selbst zu verlieren. Während Raven mit dem Rücken an der Wand sitzt und schwer atmet, bleibt Strickland einige Meter vor ihm stehen. Die Arme verschränkt und der Blick kritisch. Eigentlich müsste man meinen, dass ausgerechnet Swerve jetzt irgendeinen bissigen Kommentar bringen würde. Schließlich haben sich die beiden in den vergangenen Monaten oft genug gegenseitig provoziert. Doch stattdessen schweigt er. Zum ersten Mal seit langer Zeit scheint selbst Strickland nicht zu wissen, was er sagen soll. Vor allem, wenn er sich die Arme anschaut und die Wunden, die Raven darauf hat.

Strickland: „Ist das das, was ich denke, das das ist?“

Sagte er und auch in seinem Gesicht kann man einen leicht grimmigen Ausdruck erkennen.

Raven:
„„Wahrscheinlich nicht. Hier in der Umkleide gab es ein zerbrochenes Fenster. Die Scherben lagen noch auf dem Boden und ich bin vorhin darüber ausgerutscht. Ist schmerzhaft, darauf zu landen. Ich würde Ihnen empfehlen, auf dem Heimweg aufzupassen später."“

Das... hört sich ziemlich schwachsinnig an. Schwer zu glauben, dass diese Geschichte wirklich der Wahrheit entspricht, aber es gibt kleine Beweise, wie man zu 100% bestätigen kann, dass es Schwachsinn ist. Denn möglich wäre es theoretisch schon. Wobei die Wunden dann wohl auch noch wesentlich blutiger aussehen müssten. Und vor allem nicht so gerade. Oh nein, dieser Arm sieht keineswegs so aus, wie als wäre es ein Unfall gewesen. Diese Narben sehen so aus, wie als wären sie gewollt hinzugefügt. Aber glücklicherweise geht Strickland da nicht näher drauf ein. Raven scheint nicht darüber reden zu wollen und scheint auch keine ehrliche Antwort zu geben, da ist es nicht Stricklands Aufgabe, Näheres darüber zu erfahren.

Strickland: „Aha... sicher. Und Ihr Fuß?“

Fast schon genervt schwenkt er seinen Blick von Ravens Arm herunter zur nächsten Stelle seines Körpers, die verletzt ist. Sein gebrochener Fuß, der in einer Bandage liegt und scheinbar ärztlich behandelt wurde. Wie diese Verletzung zustande gekommen ist, durften wir ja letzte Woche sehen – doch ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass Raven auch darüber ein wahres Wort verliert.

Raven:
„„Nun ja, hier in Bern ist der Verkehr die Hölle. Die Leute fahren wie Idioten. Vor ein paar Tagen ist mir jemand mit seinem Auto über den Fuß gefahren, das war alles. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen."“

Strickland starrt Raven noch einige Sekunden lang an. Nicht, weil er auch nur eine einzige Sekunde glaubt, was dieser ihm gerade erzählt hat, sondern weil Raven die Geschichte mit genau der gleichen Selbstverständlichkeit erzählt, mit der andere Menschen über das Wetter sprechen würden. Raven hat einen Weg gefunden, sich hinter Sarkasmus, Ausreden und immer neuen Lügen zu verstecken. Ein Schutzschild, das er über viele Jahre aufgebaut hat und das mittlerweile so selbstverständlich geworden ist, dass er selbst kaum noch merkt, wann er die Wahrheit verdreht. Für einen kurzen Moment scheint es sogar, als würde er darüber nachdenken, ehrlich zu antworten. Doch dieser Moment vergeht. Stattdessen zieht Raven seine Maske wieder hoch und wartet auf die nächste Gelegenheit, das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken. Denn über die eigentlichen Gründe für seine Narben, seinen gebrochenen Fuß oder seinen Zustand zu sprechen, würde bedeuten, sich einer Wahrheit zu stellen, vor der er seit Jahren davonläuft.

Strickland: „Jetzt hören Sie schon auf mit dem Blödsinn. Sie entgiften und versuchen, diese Schmerzen mit anderen Schmerzen zu ertragen. Sie zerstören sich selbst!“

Ganz genau, diese Wahrheit, die vor Strickland scheinbar nicht verborgen blieb. Es macht Strickland wütend, dass Raven ihn so eiskalt belügt, ohne rot zu werden, aber noch wütender macht ihn wohl die Sache, über die Raven ihn belügt.

Raven:
„„Es waren Unfälle, mehr nicht. So etwas kann Ihnen auch passieren!"“

Keine optimale Situation. Und das merkt man Raven mittlerweile mehr als deutlich an. Er hat nicht mal mehr genügend Energie, um wütend zu werden über Stricklands ungenierte Art und Weise, wie er ihn hier angeht. Genau daran erkennt man auch seine Verzweiflung. Jeder andere hätte mittlerweile längst aufgehört, diese Geschichten über Glasscherben und Autounfälle zu erzählen. Raven hingegen klammert sich an sie fest, als wären sie das Letzte, was ihn noch vor irgendetwas schützt. Vielleicht hat Strickland tatsächlich recht. Vielleicht versucht Raven wirklich, die Schmerzen des Entzugs mit anderen Schmerzen zu überdecken. Vielleicht sieht der jüngere Wrestler mittlerweile sogar klarer als Raven selbst. Strickland wirkt jedenfalls alles andere als überzeugt.

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Ganz im Gegenteil. Mit jedem Satz scheint ihn die Situation nur noch wütender zu machen. Nicht, weil Raven verletzt ist, sondern weil dieser offensichtlich nicht bereit ist, auch nur einen Moment ehrlich zu sein. Während Raven seine Ausrede wiederholt, schüttelt Swerve nur langsam den Kopf. Sein Blick wandert erneut über die Narben an Ravens Arm und anschließend zu dem bandagierten Fuß. Für einen Augenblick sagt er gar nichts. Er betrachtet ihn einfach nur. Fast so, als würde er versuchen herauszufinden, wie viel von dem Mann vor ihm überhaupt noch übrig ist. Raven hingegen hält seinem Blick stand. Zumindest versucht er es. Doch hinter seiner üblichen Arroganz und seinem Sarkasmus blitzt etwas auf, das man nur schwer einordnen kann. Wut? Erschöpfung? Vielleicht sogar Angst? Alles scheint sich mittlerweile miteinander zu vermischen. Und während die beiden Männer sich schweigend gegenüberstehen, wird immer deutlicher, dass es hier längst nicht mehr um die Verletzungen geht. Nicht um die Narben. Nicht um den gebrochenen Fuß. Sondern um einen Mann, der sich mit aller Kraft dagegen wehrt, zuzugeben, dass er Hilfe braucht.

Strickland: „Wenn Bayley davon erfährt, sind Sie dran. Ich habe extra das Angebot der CZW abgelehnt, weil ich von Ihnen trainiert werden möchte. Also tun Sie verdammt noch mal Ihren Job.“

Das ist ebenfalls ein logischer Grund, warum Strickland hier wütend ist. Vor wenigen Wochen noch hat Raven ihn quasi dazu gezwungen, hier zu bleiben und weiterhin von ihm trainiert zu werden. Und jetzt... jetzt gibt es nicht mal so ein Training. Strickland ist nicht hier geblieben, um für Raven den Babysitter zu spielen oder um zu faulenzen. Nein, er will der Allerbeste sein, wie keiner vor ihm war. Und aus diesem Grund tut er nun das einzig Richtige, was ihm einfällt. Die Lösung, um all diese Probleme endlich aus der Welt zu schaffen. Er holt aus einer kleinen Tasche etwas Metallisches heraus.

Strickland: „Hier! Das ist Jägermeister!“

Das... das ist ein Flachmann! Strickland gibt Raven einen Flachmann mit...



Dann war Strickland derjenige, der Raven den Alkohol gegeben hat, den wir vorhin sehen konnten. Strickland ist der Grund, warum Raven seine Wette verloren hat? Denn wenn Raven den trinkt, dann hat er die Wette verloren. Und dann wären die ganzen letzten Tage absolut sinnlos. Er müsste es nur noch bis Montag nach der Show aushalten. Aber so wie es aussieht, hat er es nicht. Das könnte der Grund sein, warum er vorhin doch noch das Training wie ausgewechselt geführt hat. Raven hat einfach betrogen und hat doch wieder nach der Flasche gegriffen.

Raven:
„„Sie wollen, dass ich Sie trainiere, und füllen mich dafür ab?"“

Nun, es scheint ja funktioniert zu haben. Traurig, aber leider wahr. So ein Entzug ist wahrlich die Hölle, wie man es an Raven sehr gut sehen kann. Entweder man steht diese Hölle durch und es geht einem besser denn je, oder aber man wird rückfällig und nimmt seine Drogen wieder, wovon es einem aber auch wesentlich besser geht als während des Entzugs. Auch wenn es im Falle von Raven bloß Alkohol ist und keine schlimmeren Drogen. Aber auch ein schwerer Alkoholentzug kann tatsächlich die Hölle sein. Viele Betroffene erleben Angstzustände, Schlaflosigkeit, Zittern, Schweißausbrüche, Gereiztheit, Depressionen und ein starkes Verlangen nach Alkohol. In schweren Fällen können sogar Krampfanfälle oder Delirien auftreten. Wenn jemand während des Entzugs wieder Alkohol trinkt, verschwinden viele dieser Entzugssymptome oft vorübergehend relativ schnell. Deshalb ist die Rückfallgefahr so hoch. Jedoch werden dadurch meistens auch nur die eigentlichen Probleme aufgeschoben und die Abhängigkeit bleibt bestehen oder verschlimmert sich sogar. Daher ist es fraglich, ob das wirklich die beste Methode von Strickland hier ist.

Strickland: „Wenn das die einzigste Möglichkeit ist, damit Sie Ihren Arsch bewegen und uns trainieren können, dann ja.“

Ravens Blick klebt an dem Flachmann und die Finger seiner rechten Hand zucken bereits leicht, als wollten sie von selbst nach ihm greifen. Er schluckt schwer. Und kann für einen Moment auch absolut gar nichts mehr hören. Alles um ihn herum, die Stimme von Strickland als auch die Geräusche der anderen hier in der Halle, verstummt komplett. Einzig das dumpfe Pochen seines eigenen Pulses vernimmt er. Ein einziger Schluck. Mehr wäre nicht nötig. Ein einziger verdammter Schluck und die Hölle in seinem Kopf würde endlich leiser werden.

Strickland: „Trinken sie das Zeug und kommen Sie uns dann trainieren!“

Und damit verschwindet Strickland dann zurück zu den anderen, während Raven weiterhin wie hypnotisiert dasitzt. Seine Hand hebt sich bereits einige Zentimeter, bevor er sie mit der anderen fest umklammert und wieder nach unten zwingt. Sein Kiefer verkrampft sich und die Schweißperlen auf seiner Stirn werden größer. Und zum ersten Mal seit Tagen wirkt Raven nicht wie ein gefährlicher Mann, sondern wie jemand, der gegen einen Gegner kämpft, den niemand sonst im Raum sehen kann. Er greift nach dem Flachmann... führt seine Hand an den Verschluss und... schmeißt ihn auf den Tisch zurück? Was? Ruckartig steht Raven auf und begibt sich ebenfalls zurück zu den anderen in den Trainingsbereich und das ist wohl der Moment, als er vorhin Bayley unterbrochen hatte. Aber... heißt das, er hat gar nichts von dem Alkohol getrunken? Heißt das, dass Raven bis heute noch immer trocken geblieben ist? Wow, das heißt, dass Raven es doch noch schaffen kann, die Wette zu gewinnen! Raven kann vom Alkohol wegkommen. Was für eine überraschende Wendung!

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Bern ist der letzte Stopp bevor wir mit dem nächsten Special in Richtung Berlin abreisen. Wie jedes Jahr ist diese Europatour ein voller Erfolg und die Fans haben in jeder Stadt ihre Energie und Freude gezeigt. Nach dem Special geht es auch nach langer Zeit wieder zurück in die USA. Es ist viel passiert in den letzten Wochen, als man durch Europa geflogen war und vieles davon wird den Fans noch länger im Gedächtnis bleiben. Eines davon dürfte auf jeden Fall die Trennung von Drew McIntyre und Fallon Henley gewesen sein. Zumindest würden viele fans die Europtour mit diesem Vorfall in Verbindung bringen, waren Beide immerhin lange unzertrennlich.

Allerdings hatte sich das vorher schon angedeutet und nun war Liv Morgan die neue Frau an der Seite des Schotten und Fallon brauchte logischerweise Zeit, diesen Schock zu verdauen. Letzte Woche waren wir dabei, wie sich Drew und Liv über Kali unterhalten hatten und am Ende bekam Drew eine Nachricht von Fallon auf sein Smartphone, das sie bereit war, sich hier Heute in Bern noch einmal zu treffen. Für Liv war es ebenfalls okay und vielleicht war es durchaus besser, sich noch einmal auszusprechen.

Die Kamera fängt dann auch Backstage Drew und Liv ein. Sie standen im Korridor, vermutlich dort, wo man das Treffen vereinbart hatte. Bisher fehlt aber von Fallon jede Spur. Wahrscheinlich waren die Beiden ein wenig zu früh dran gewesen. Für den Schotten war dieses Treffen wichtig, denn natürlich würde er sich freuen, wenn man dennoch zumindest als Freunde auseinander gegangen war und er wusste auch, wie wichtig die Freundschaft zwischen Fallon und Liv war. Das, was Fallon Drew geschrieben hatte, deutet zumindest darauf hin, das Fallon bereit war, sich mit der Situation zu arrangieren.
Liv hatte sich viele Gedanken gemacht, wie es zwischen ihr und Fallon weitergehen könnte. Sicherlich wollte sie ihr Zeit einräumen. Auf der anderen Seite will sie mit dem Country Girl weiterhin befreundet sein. Oft hatte sich Liv erwischt, wie sie ihr Smartphone in die Hand nahm, um Fallon eine Nachricht zu schreiben. Schließlich brach sie dann doch ab. Dementsprechend war sie heute um so aufgeregter. Erst Recht, als sie vom weiten die Brünette auf sie zukommen sieht.

Liv Morgan:
Huhu...!

Winkte sie, mit der Hoffnung sie würden wieder miteinander klar kommen. Natürlich war ihr auch bewusst, dass dies nach hinten losgehen könnte. Aber dann war es so. Fallon wird ihr wohl kaum vorwerfen, dass sie sich freut sie zu sehen. Das Herz der Jersey Rose schlägt vor Aufregung schnell und spürbar fest. Die Blondine ist auf die Reaktion gespannt. Ob es immer noch die gezwungen ist?

Liv Morgan:
Wie geht es dir?

Ruft sie als Fallon näher kam.
Fallon hat sich schon den ganzen Tag darüber Gedanken gemacht, wie dieses Treffen wohl laufen wird. Wie wird sie sich fühlen, wenn sie Liv und Drew wieder sieht? Wird es unangenehm sein? Oder gar befreiend? Auch was ihre Klamotten angeht war sie sich nicht sicher. Einerseits wollte das Country Girl nicht zu aufgestylt wirken um nicht den Eindruck zu erwecken, sie wollte ihren Ex-Freund umgarnen. Andererseits sollte es auch kein Gammellook sein, um nicht zu verzweifelt und gebrochen zu wirken. Nach langem hin und her hat sich die Amerikanerin für Hotpants mit schwarzen Leggings, weißen Chucks und einem leicht übergroßen T-Shirt entschieden. Dazu dezentes Make-Up und die langen Haare zu einem Zopf gebunden. So tritt sie, sichtlich angespannt, den Beiden gegenüber. Immerhin fühlt es sich nicht schlecht an sie zu sehen. Ist doch ein gutes Zeichen, oder?[/COLOR]

Fallon Henley: Öhm...hey, ihr Zwei! Naja, mir geht es soweit ordentlich! Gerade sind einige Baustellen bei mir offen.

Damit meint sie zwangsläufig nicht einmal die Trennung von Drew und das langsame herantasten an die freundschaftlichen Banden. Sondern viel mehr den aktuellen Stress mit Rhea Ripley und die ständigen Reibereien mit Bobbi Tyler.

Fallon Henley: Uuuund...euch...soweit? Öhm...Glückwunsch zu eurem Sieg über Candice und Johnny! Keine Ahnung, was Gargano da für ein Problem hatte. Aber gut, dass nichts passiert ist.

Eigentlich wollte Fallon dieses Match sich nicht anschauen. Verspätet hat sie es aber dennoch per VOD getan und gesehen, dass im Kampf Johnny beinahe Liv getreten hätte, wenn Drew nicht eingegriffen hätte. Diesen fixiert Fallon nun und blickt zum ersten Mal wieder in die Augen des Hünen, der so lange so wichtig für sie war. Seufzend lässt Henley die Arme hängen und zwingt sich ein Lächeln auf.

Fallon Henley: Hab' euch vermisst!

...hört sie sich selbst sagen und muss im gleichen Atemzug schwer schlucken. Aber es ist so und Fallon wüsste nicht, warum sie das verheimlichen sollte. Gibt derzeit kein böses Blut und die Brünette hat nicht vor sich in eine Schlammschlacht zu werfen.

Drew stand die ganze Zeit ein wenig versetzt hinter Liv. Man könnte sagen das er eher eine defensive Haltung annahm, wo er auch am Anfang nichts sagte. Er erwiderte aber den Blickkontakt zu Fallon und lächelte diese auch kurz an. Immerhin war er der Hauptgrund warum Fallon nach Paris am Boden zerstört war. Liv traf gar nicht mal eine große Schuld. Dadurch war es einfach ein komisches Gefühl, Heute wieder Fallon gegenüberzustehen. Der Schotte hatte natürlich noch immer Schuldgefühle. Umso mehr wunderte er sich, das er letzte Woche die Nachricht von Fallon bekam. Dies war vielleicht auch der Grund, warum Drew kurz nach dem Auftauchen von Fallon etwas lockerer wurde.

Drew McIntyre
„Danke. Johnny hat auch sofort gespürt, das alleine schon sein Gedanke falsch war. Er hat das bekommen, was er verdient hat. Aber, das kennst du ja am besten, wenn es darum geht, das man Jemanden angeht, der mir viel bedeutet.“

Damit war natürlich damals der Zwischenfall mit Ethan Page gemeint, der Fallon damals feige hinterrücks attackiert hatte und Drew darauf hin Ethan das eben zur Hölle gemacht hatte. Wäre der Kick von Gargano durchgegangen, dann wäre er auf jeden Fall Staatsfeind Nummer Eins für den Schotten gewesen. Aber es ging nochmal gut und Liv hatte an der Seite von Drew gewonnen. Der Hüne blickte kurz zu Liv und wieder zurück zu Fallon.

Drew McIntyre
„Du siehst gut aus. Ich gebe zu, das ich sehr überrascht war, als du mir geschrieben hattest. Liv war sofort dafür, das wir diesem Treffen zustimmen. Und ich bin ehrlich...Es freut mich sehr.“

Ja, Fallon weiß worauf Drew anspricht. Wie sollte sie auch die Zeit im portugiesischen Krankenhaus vergessen? Auch da war der Schotte eine riesengroße Stütze für sie gewesen, wofür sie ihm ewig dankbar ist. Nur hat die Beichte von Paris auch deswegen umso mehr geschmerzt. Nein, da will sich Fallon nicht wieder auf die negativen Gedanken stürzen. Sie ist doch nun hier, um nach vorne zu schauen. So nickt sie Drew zu und lächelt verschmitzt, als der Schotte sich positiv zu ihrem Äußeren äußert.

Fallon Henley: Danke! Ihr seht soweit auch gut aus...wie immer halt!

Etwas verlegen verknotet sie ihre Hände ineinander und widersteht sich durch die Haare zu fahren oder rot zu werden. Es soll wirklich nicht so aussehen, als würde sie flirten wollen. Auch deswegen weitet das Country Girl die Gegenaussage auch auf Liv aus.

Fallon Henley: Naja, ich hatte nicht geplant, bis wann ich mich wieder bei euch melden möchte. Letzte Woche hatte es sich, so wie ich dir geschrieben habe, einfach...naja, richtig angefühlt. Und ich wollte einfach mal den Versuch starten...wie es eben so ist, wenn wir uns wieder treffen und dann...naja...ihr zusammen seid!

Die Worte kommen ihr noch etwas schwer über die Lippen, vor allem die klare Aussage zum neuen Verhältnis von Liv und Drew. Dabei deutet Henley zwischen den Anderen hin und her und muss einmal dabei schlucken. Doch sie bleibt tapfer und schafft es auch ein Lächeln aufrecht zu halten. Ja, sie möchte es definitiv auf der freundschaftlichen Basis versuchen. Auch wenn es die erste Zeit schwer fallen wird - und Fallon es sich offenhalten möchte doch irgendwann eine endgültige Reißleine zu ziehen, falls sie es doch nicht packt. Nun ja, eins nach dem anderen.

Fallon Henley: Und soweit was Neues wegen...ihr?

Nein, damit meint sie nicht Liv, sondern ihre "Mitbewohnerin" Kali. Die letzten Wochen war Fallon ja raus was diese Thematik angeht.
Liv hört sich den Dialog genau an. Besonders Fallon's Worte. Die Blondine aus New Jersey weiß, wie sie sich gefühlt haben muss und auch, wie es sich jetzt anfühlt. Sie legt den Kopf schief. Einen Teil hatte Drew ja schon beantwortet, weswegen sie nur mit dem Kopf nickt.

Liv Morgan:
Verstehe! Wir sind, tritt allem, aber weiterhin für dich da. Wenn du Hilfe brauchst, gegen Bobbi oder Rhea...oder sonst wobei...sag' bescheid!

Es liegt Morgan viel daran, nochmals zu unterstreichen, dass das Country Girl weiterhin auf ihre Hilfe zählen kann und dies auch weiß. Auf die Frage nach Kali schaut die Oblivion-Schwester kurzzeitig zum Boden. Nachdenklich. Ihre Stirn runzelt sich, als sie schließlich wieder aufschaut. Denn sie hatten einen Plan. Kali freizulassen. Drew wollte mit ihr reden und anschließend sollte die sich Tiffany Stratton vorknöpfen.

Liv Morgan:
Na ja...im Grunde meldet sie sich immer...

Gesteht Liv und zuckt mit der Schulter. Sie konnte dagegen nicht viel unternehmen. Nur hoffen, dass Kali irgendwann aufgeben wird und verschwindet. Genau so, wie sie gekommen ist. Kurz schaut sie zum Schotten. Sollte sie es Henley sagen? Wenn sie ihr Vertrauen zurückhaben möchte, ist es aber wohl besser mit offenen Karten zu spielen.

Liv Morgan:
Zum Special werde ich sie frei lassen. Drew möchte mit ihr sprechen und sie hat einen guten Plan gegen Tiffany. Kali weiß bereits Bescheid. Wir haben einen Deal. Allerdings...seit dem Deal...hat sich auch Circe gemeldet. Sie...ach egal...

Circe? Davon weiß ja selbst ihr Freund nichts. Sie ist definitiv das kleinere Übel und durchaus eine Überraschung für Stratton. Liv lächelt daraufhin und hat nur Augen für Fallon. Sie geht sogar auf die zu und nimmt sogar die Hände in ihre. Als Zeichen, dass sie sich weiterhin verbunden fühlt, für sie da ist und sie sich keine Sorgen machen muss.

Natürlich musste Fallon nun entscheiden ob und in wie weit Sie das Angebot von Liv annahm. Für die Blondine war es zumindest sehr wichtig, die Freundschaft aufrecht zu halten. Drew wäre Fallon nicht einmal böse, sollte Sie zu Liv mehr Kontakt halten wollen als zu Drew, doch so wie der Schotte Fallons Reaktion deuten konnte, schien sie auch auf einer gewissen Ebene mit Drew weiter befreundet bleiben zu wollen. Innerlich war Drew froh, das Liv hier mit dabei war. Die Info, das Liv Kali freilassen wollte, kam anscheinend auch für Fallon überraschend. Vor allem auch, das Drew sich freiwillig mit dieser unterhalten wollte. Als Liv dann kurz Circe erwähnte, blickt Drew fragend zu seiner Freundin. Er wusste, das Circe ebenfalls ein Teil von Liv war und im Gegensatz zu Kali nicht unbedingt nur böse war. Doch Circe hatte sich die letzten Monate kaum gezeigt oder nur dann, wenn Drew nicht in Livs Nähe war. Drew wollte aber in diesem Moment das Thema Circe nicht aufgreifen.

Drew McIntyre
„Ich gebe zu, das ich gespannt bin, was Kali mir sagen wird. Ich bin noch immer kein Fan davon, das Liv Kali freilässt. Aber Sie hat mir zumindest verdeutlicht, das es manchmal nicht anders geht. Nur möchte ich wissen, was Kali wirklich für ein Ziel verfolgt.“

Man konnte an seiner Stimme erkennen, das er noch immer kein gutes Gefühl dabei hatte. Auch, wenn Liv letzte Woche deutlich gemacht hatte, das Drew dieses Gespräch nicht für Sie halten musste, ging es für den Schotten zu aller erst natürlich um das Wohlbefinden von Liv. Ihm war klar, das Kali immer ein Teil von ihr bleiben würde, aber er wollte Liv auch nicht unbedingt komplett an Kali verlieren.

Drew McIntyre
„Und du wirst Rhea nicht wirklich los, was? Aber so wie ich dich kenne, wirst du dieses Problem auch aus der Welt schaffen.“

Fallon ist ein wenig überrascht, als Liv auf sie zugeht und ihre Hände nimmt. Manch andere Person würde dem Country Girl wohlraten ganz schnell die Hände wegzuziehen und der Frau, die für das Ende ihrer Beziehung verantwortlich war, Grenzen setzen. Doch so wird es nicht kommen. Henley freut sich sogar über die Geste und lächelt die Blondine dafür extra an. Ja, spätestens jetzt weiß sie, dass eine Freundschaft durchaus eine Zukunft haben kann. Nebenbei hört sie dennoch Drew zu und sieht auch zu ihm, als er kurz Rhea anschneidet.

Fallon Henley: Danke, ich werde mein Bestes geben sie hinter mir zu lassen. Mit Bobbi gelingt mir das leider nicht so gut...aber vielleicht ja mit Rhea! Ihr habt ja sicher gesehen, dass sie mir mein Match gegen Tay Conti versaut hat. Aber heute ist sie mir noch nicht begegnet und sie war wohl auch letzte Woche nicht bei der Show. Keine Ahnung, wie ich das deuten soll.

Tatsächlich überrascht es das Country Girl, dass die Australierin sich am letzten Montag gar nicht zu Wort gemeldet hat. Zumindest hätte Fallon gedacht, dass Ripley sie öffentlich dissen oder ihr weiter drohen wird. Ob das zu einem finsteren Plan gehört und Henley langsam zermürbt werden soll? Die Brünette ist ratlos...doch sie sieht nicht ein, jetzt ständig Angst haben zu müssen. Sie wird ihr Leben weiterleben und schauen, was kommen wird. Im Moment ist dieses Gespräch für sie wichtiger, inklusive der Info über Kali und auch Circe. Fallon sieht Morgan wieder an und runzelt ihre Stirn.

Fallon Henley: Ich kann ja verstehen, dass man gegen Tiffany auch mal eine Grenze überschreiten muss. Aber...bist du dir da mit Kali sicher? Also...traust ihr da?

Klar, Drew und, natürlich, Liv kennen Kali weitaus besser als Fallon. Dennoch hat das Country Girl auch ihre eigenen Erfahrung mit der Rothaarigen gemacht und hat selbst aus nächster Nähe mitbekommen, wie sehr Liv dieser innere Kampf zusetzt. Ob es da eine gute Idee ist, sich auf einen Deal mit dieser einzulassen? Kali würde Morgan bestimmt alles versprechen, nur um wieder Kontrolle zu bekommen. Andererseits werden das Liv und Drew sicher lange ausdiskutiert haben. Und McIntyre selbst hatte damals im Kampf gegen Bronson Reed sein eigenes Alter Ego freigelassen und konnte dieses danach wieder bändigen. Vielleicht würde auch Liv einen dementsprechenden Weg finden.

Fallon Henley: Aber du wirst das schon schaffen...oder ihr werdet das schaffen! Wenn es der richtige Weg ist, um endlich Tiffany von ihrem hohen Ross zu stoßen...hey, go for it!

Circe lässt Fallon bewusst unkommentiert. Zum einen weil Drew dazu nicht gesagt hat. Und zum anderen da sie selbst nicht einschätzen kann, was das bedeutet. Im Gegensatz zu Kali ist Henley Circe nie begegnet. Sie kennt von der Puppenkönigin nur das, was damals im Fernsehen zusehen war...und das bisschen, was Toni ihr erzählt hatte. Scheinbar war Circe von Oblivion akzeptiert worden und ist wohl um einiges moderater als Kali. Vielleicht ist es sogar ein gutes Zeichen, wenn diese sich wieder meldet? Wird man dann sehen!

Fallon Henley: Und danke für dein Angebot Liv! Ich möchte nicht, dass du irgendwie auch noch ins Visier von Rhea gerätst. Aber sollte ich wirklich nicht weiter wissen...hey, dann hab' ich ja deine Nummer!

Und ein weiterer Schritt, den das Country Girl auf die Beiden zumacht. Ein wenig "egoistisch" ist sie dabei schon, da sie sich nicht mehr länger alleine fühlen möchte. Aber sie weiß das Angebot der Jersey Rose wirklich zu schätzen.
Liv nickt Verständnisvoll. Sie kann die Bedenken sowohl von Drew as auch von Fallon gegenüber Kali verstehen. Natürlich vertraut sie Kali nicht. Und genau dessen plagt sie auch ein schlechtes gewissen. Aber... manchmal muss man eben etwas zulassen, um es besser zu beherrschen.

Liv Morgan:
Ich kann ein Leben lang gegen Kali kämpfen. Ich kann sie einsperren und jeden Tag hoffen, dass sie nicht getriggert wird. Oder ich treffe mit ihr eine Einigung. Das heißt aber auch, dass Circe sich meldet. Aber das ist eine Sache für später. Sie ist vernünftig.

Darum machte sich die Blondine aus Jersey also weniger Sorgen. Dennoch natürlich um Drew. Und vielleicht auch Fallon. Alle lieben Menschen um sie herum. Denn Kali ist gewalttätig und skrupellos. Und das macht Liv Angst.

Liv Morgan:
Sie hat mir versprochen, dass sie euch und meiner Familie nicht antut. Kali weiß, dass wenn sie diese Regel verletzt, ich mich auch nicht an meine Regeln halten. Aber sie könnte dir gegen Rhea und Bobbi helfen. Und das würde sie liebend gerne machen. Das spüre ich.

Es hört sich so an, als wenn die Oblivion-Schwester hier Fallon die Hilfe von Kali anbieten würde. Tatsächlich aber bietet sie ihre Hilfe an. Liv hat keine Angst vor Ripley. Schon gar nicht vor Bobbi. Aber es ist eine Möglichkeit, um dem Country Girl zu helfen.

Liv Morgan:
Ich habe keine Angst vor Rhea. Du musst mir nur vertrauen. Fakt ist aber, dass Tiffany Angst vor Kali hat. Und das ist genau die Chance das Püppchen zu knacken.

Sie muss ihr nur vertrauen? Schwierige Aussage wenn man bedenkt, dass Liv Fallon, wenn auch indirekt, den Freund ausgespannt hat. Die Brünette lächelt aufkommende negative Gedanken weg und versteht es so, wie Morgan es gemeint hat. Und tatsächlich...sie spürt auch, dass sie der Blonden vertraut. Aber eben auch nur ihr und nicht der anderen Version. Vor allem...warum sollte Kali Interessen daran haben dem Country Girl bei ihren Problemen zu helfen? Das ergibt für sie so gar keinen Sinn.

Fallon Henley: Ich...vertraue dir, Liv! Wenn ich tatsächlich Hilfe brauche, dann möchte ich mich gerne an dich wenden. Nur, und sei mir da bitte nicht böse, wäre Kali so ziemlich eine der letzten Personen, der ich mich anvertrauen würde. Klar, wenn sie sich an euren Deal hält und mich in Ruhe lässt...fein!

Fallon muss ja zugeben, dass sie nichts dagegen hätte dabei zuzusehen, wie eine wild gewordene Kali auf Rhea Ripley losgeht. Und Bobbi? Da hat das Country Girl andere Gefühle. So sehr Bobs sie die letzten Wochen und fast schon Monate genervt und getriggert hat...sie möchte irgendwie nicht, dass die Engländerin von Liv's rotehaarigem Alter Ego angegriffen wird. Genau kann sich das Henley nicht erklären...aber sie versucht da gerade auch nicht weiter darüber nachzudenken. Im Prinzip hofft die Brünette darauf, dass sie Bobbi doch noch abhaken kann und sie auch mit Ripley so fertig wird.

Fallon Henley: Ich weiß, dass du keine Angst vor Rhea oder vor Bobbi hast. Die hab' ich auch nicht! Ich möchte aber, dass du dich jetzt auf das Title Match gegen Stratton konzentrierst, ok? Und wie gesagt, wenn dir Kali dabei helfen kann und sie sich daran hält...dann passt das doch! Dann wird das bestimmt auch gut ausgehen!

Das meint sie ehrlich und nicht ironisch! Auch wenn Fallon schon lange nichts mehr mit dem Rich Girl zu tun hatte, hat sich ihre Einstellung gegenüber dieser nicht geändert. Tiffany endlich fallen zu sehen wäre eine gute Sache für Henley! Und da könnte man wahrscheinlich wirklich auf die Hilfe von Kali zählen. Diese war ja vor Toni Storm Champ gewesen und hätte sicher Interesse daran, das wieder zu werden. Auch wenn das heißt, sie müsste sich den Ruhm mit Liv "teilen". Fallon seufzt lächelnd auf und sieht nun auch wieder zu Drew.

Fallon Henley: Ich gebe zu, ich wusste nicht wie ich reagieren werde, sobald ich euch wieder sehe. Aber gerade fühlt es sich wirklich gut an. Auch bei dir, Drew. Trotzdem, und so ehrlich will ich sein, brauche ich noch etwas um alles zu verdauen, was ich Paris geschehen ist. Naja, aber wir scheinen ja gerade auf einem guten Weg zu sein...oder?

Ehrlicherweise will sich Fallon noch die Option offen lassen, doch mit Liv und Drew zu brechen. Für den Fall, dass sie es doch nicht erträgt. Jedoch sagt die Brünette zu sich selbst, dass sie es packen kann. Und sie mit Morgan und McIntyre auf einer freundschaftlichen Ebene verbunden bleibt.

Drew hielt sich bewusst ein wenig zurück, während die beiden Frauen sich unterhielten. Drew war noch immer der Meinung, das Liv am wenigsten es verdient hätte, das Fallon auf sie böse war. Er wusste, wie wichtig für Fallon die Freundschaft zu Liv war. Dennoch freute er sich, das man anscheinend den Weg gehen möchte, obwohl es natürlich auf gut deutsch "scheiße" von Drew war, damals in Paris die Katze aus dem Sack zu lassen, welcher weiterhin bedeutet, das man befreundet blieb. Liv bot Fallon sogar ihre Hilfe an, wobei Drew da der Meinung war, das Liv erstmal das Problem Tiffany aus der Welt schaffen musste.

Drew McIntyre
„Nun, ich wäre bereit das wir unsere Freundschaft aufrecht halten, das weißt du Fallon. Und Liv meint es ernst wenn sie dir ihre Hilfe anbietet. Aber ich muss Fallon auch Recht geben, das du dich erstmal auf Tiffany konzentrieren solltest.“

Damit wendet er seinen Blick dann zu Liv, der sich natürlich der Problematik Tiffany bewusst war. Wenn Kali es nächste Woche schafft, Tiffany tatsächlich zu besiegen, dann wäre zumindest die Barbie Doll erstmal aus dem Weg geschafft, auch wenn Drew hoffte, das Kali Tiffany nicht zu sehr verletzen würde. Auch deshalb wird Drew nächste Woche beim Gespräch mit Kali seine Worte sehr vorsichtig wählen. Sollte Kali gewinnen, war der Titel immerhin auch Livs Titel. Ob es am Ende funktioniert, das man miteinander auskommt, musste man schauen. Drews Blick geht dann wieder zu Fallon.

Drew McIntyre
„Fallon, ich...verlange nicht das du alles was passiert war, vergisst. Mir ist nur wichtig, das du und Liv...das ihr eure Freundschaft nicht wegwerft wegen mir okay? Ich weiß wie wichtig es für euch beide ist. Für euch Beide steht nächste Woche viel auf dem Spiel, wo ihr eure volle Konzentration braucht.“

Er blickt dann zwischen Fallon und Liv hin und her und anscheinend stimmen die Beiden Frauen ihm zu. Zumindest konnte man ein kurzes Nicken beider Frauen erkennen. Liv oder besser gesagt Kali wird es mit Tiffany zu tun bekommen, während Fallon wahrscheinlich versuchen wird, beim Special Rhea in ihre Schranken zu weisen. Drew dagegen wird ein Auge auf Liv haben, sollte das Match gegen Tiffy aus den Fugen geraten. Eigentlich ist es ja schon fast zu schade, das der Schotte sich mehr oder weniger aus dem aktiven geschehen zurückgezogen hatte, wenn man sein Match Heute gegen Grayson Waller mal außer Acht lässt. Oder hält die Zukunft für den Schotten sogar Dinge bereit, welche man Heute noch gar nicht erahnen konnte?

Pat McAfee: "Ob Fallon Drew und Liv wirklich trauen kann, nach allem was passiert war?"

Cathy Kelley: "Sie möchte dem Ganzen zumindest eine Chance geben, was ich Ihr hoch anrechne. Und ich denke nicht, das Drew oder Liv das ausnutzen würden. Ich würde tippen, das diese Freundschaft Bestand haben könnte."

Wade Barrett: "Vielleicht wissen wir ja nach dem Special nächste Woche mehr. Denn ich denke, das dort einige Weichen gestellt werden, die auch diese drei hier betreffen werden."

[Bild: 8484.jpg]

MATCH 3
SINGLES MATCH
Bryan Keith vs. Chris Sabin

[Bild: sabinkeith.png]
Writer: ???



Das Theme des aktuellen One Shot at Glory Kofferträgers ertönt und die Fans recken ihre Hälse gen Stage um einen Blick auf Bryan Keith zu erhaschen. Kommt dieser zu Fuß oder auf dem Pferd in den Ring. Diese Frage wird im nächsten Augenblickt beantwortet...

Matthew Rehwoldt: "Please welcome, from the Wild West, he is the Bounty Hunter and our Mr. One Shot at Glory, Bryan Keith!"

...auf dem Pferd! In seiner Cowboy Montur kommt der Bad Apple auf einem Pferd in die Halle geritten. Um seinen Hals hängt ein Lasso, in der einen Hand hält er die Zügel und in der anderen seinen Koffer. Schnell hat er die Distanz zum Ring hinter sich gebracht. Er steigt vom Pferd ab und begibt sich in den Ring. Hier rückt er sich seinen Cowboyhut zurecht und ist bereit für das Match.



Für die Zuschauer ist diese Theme keine unbekannte ... wer sich mit dem Wrestling auskennt, ja genau das ist die Theme von einem Mann der sich im Pro Wrestling einen Namen gemacht hatte ... ja sein Name ist Chris Sabin und er hat es endlich geschafft, hier in der Coast to Coast zu unterschreiben dass zeigt einfach mit wie viel Professionalität diese Liga hier arbeitet. Der Detroiter erscheint auf die Stage und wird mit lauten Jubelrufen begegnet, mit einem breiten Grinsen macht dieser sich also auf dem Weg runter zum Ring. Den rechten Arm in die Luft gerissen, macht er einen kleinen Schritt nach vorne und von der vertikalen Position geht er rüber in die Horizontale und warum? Ganz einfach er formt eine Pistole und streckt sie in die Richtung des Ringes.

Matthew Rehwoldt: "Making his way to the Ring... from Detroit, Michigan.... weighting at 205 Pounds... he is the Future of Pro Wrestling ... his name is CHRIS SAAAAAAAAABIN!”

Detroit's Own bringt seinen Arm wieder nach unten und macht sich auf dem Weg zum Ring, viel Weg vor sich hat er nicht und ist nach wenigen Sekunden bereits an der Ringtreppe angekommen. Die ersten zwei Stufen nach oben gelaufen, hält er nochmal kurz inne, klemmt seine rechte Hand um den Ringpfosten und beobachtet nochmal alle Fans die ihm gerade ein paar Worte an den Kopf werfen. Er nickt einfach und macht den nächsten Schritt und das bedeutet er befindet sich nun auf dem Ringrand, durch die Seile zwei und drei begibt er sich nun in den Ring hinein und hat nur noch zwei Sachen vor, eine nochmal sich kurz in die Mitte des Ringes stellen und seine Fäuste in die Lüfte zu heben.

Daumen werden hoch in den Himmel gestreckt und es ist klar, dass sich der Detroiter hier von großer Beliebtheit erfreut. Sabin scheint zufrieden ... und doch schon bald soll es endlich gleich losgehen, mit dem heutigen Match.

Warnung! Spoiler!
Bryan Keith kann Chris Sabin besiegen und beendet dieses Match nach der Bull Rider Bomb (6.06 Minutes)

Here is your winner by pinfall: BRYAAAAAN KEEIIIITH!

[Bild: 5.jpg]

Die Kameras schalten in einen der Konferenzräume der Arena von Bern.
Im Gegensatz zu den hektischen Abläufen der laufenden Show herrscht hier beinahe vollkommene Ruhe. Durch die großen Fenster fällt das Licht des frühen Abends in den Raum. Auf dem Tisch liegen mehrere Aktenordner, Notizblätter und ein geöffneter Laptop. Wer genauer hinsieht, erkennt Tabellen, Statistiken und verschiedene Scoutingberichte.

Robin Christopher Fohrwerk sitzt bereits am Tisch.
Anders als bei seinem Gespräch mit Shane McMahon wirkt er heute deutlich entspannter. Nicht weil ihn das Thema weniger interessiert. Sondern weil er sich offensichtlich in seinem Element befindet.

[Bild: Fohrwerk.png]

Vor ihm liegt eine einzelne schwarze Akte.
Sie unterscheidet sich von allen anderen Unterlagen auf dem Tisch.

Ordentlicher.
Bewusster platziert.
Fast so, als wäre sie der eigentliche Grund, weshalb die Kameras heute hier sind.

Daneben läuft auf einem Tablet bereits die Werbung für das kommende Special Event.

Absolution X Damnation

[Bild: Screenshot-2026-06-07-213229.png]

Fohrwerk betrachtet den Schriftzug einige Sekunden.
Dann lehnt er sich leicht zurück.

R.C.F.:
"Es fasziniert mich immer wieder, wie viel Aufwand Unternehmen betreiben, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, und wie wenig Aufwand manche Menschen anschließend in die Benennung des Produkts investieren."


Ein leichtes Schmunzeln huscht über sein Gesicht.

Nicht spöttisch.
Eher trocken.

R.C.F.:
"Absolution X Damnation. Ich bin mir sicher, irgendjemand hielt das für eine hervorragende Idee."


Sein Blick wandert zurück auf die Akte vor ihm.

Sofort verschwindet jede Spur von Humor wieder.

R.C.F.:
"Glücklicherweise beschäftigt mich etwas deutlich Interessanteres."


Mit ruhiger Bewegung öffnet er die Akte.

Die Kamera erkennt mehrere Dokumente.

Scoutingberichte.
Leistungsdaten.
Fotos.
Verschiedene Markierungen.

Offensichtlich das Ergebnis einer deutlich umfangreicheren Vorbereitung.

R.C.F.:
"In wenigen Tagen wird Ethan Page seinen Westcoast Championship in Berlin verteidigen. Die Initiative für diese Titelverteidigung ging auf eine Empfehlung meinerseits zurück. Die meisten Menschen werden dieses Match aus Sicht des Champions betrachten. Sie werden darüber sprechen, ob der Titel wechselt, ob es eine Überraschung gibt oder ob sich die Dominanz eines Mannes fortsetzt, der seit Monaten kaum noch ernsthafte Konkurrenz zu kennen scheint."


Während Fohrwerk spricht, blättert er durch einige der Unterlagen vor sich. Zahlen, Notizen und Scoutingberichte wechseln sich ab. Offensichtlich wurde hier deutlich mehr Arbeit investiert, als für die Auswahl eines gewöhnlichen Herausforderers notwendig gewesen wäre.

R.C.F.:
"Mich beschäftigt allerdings ein anderer Aspekt. Talentförderung gehört zu den Begriffen, die im Wrestling besonders häufig verwendet werden. Gleichzeitig wird kaum ein Bereich so oft dem Zufall überlassen. Man verlässt sich auf Empfehlungen, auf Bekanntschaften oder auf den Eindruck eines einzelnen Abends und bezeichnet das anschließend als Weitsicht."


Zum ersten Mal hebt sich sein Blick von den Unterlagen.

R.C.F.:
"Ich halte davon wenig. Die eigentliche Arbeit beginnt lange bevor ein Name Aufmerksamkeit erhält. Sie beginnt in dem Moment, in dem man erkennt, welches Potenzial jemand besitzt, bevor es für alle anderen offensichtlich geworden ist."


Sein Blick fällt auf die geöffnete Akte. Zwischen den Unterlagen befinden sich Leistungsberichte, handschriftliche Anmerkungen und Auswertungen aus den vergangenen Wochen. Keine spektakulären Geheimnisse. Keine magischen Formeln.

Nur Zeit.
Zeit, die investiert wurde.

Seit seinem Gespräch mit Shane McMahon in der vergangenen Woche scheint Fohrwerk nicht weniger beschäftigt zu sein. Eher das Gegenteil. Während andere über Ergebnisse diskutieren, beschäftigt er sich offensichtlich lieber mit den Entwicklungen, die ihnen vorausgehen.

R.C.F.:
"Talentförderung beginnt nicht mit Aufmerksamkeit. Talentförderung beginnt lange davor."


Für einen Moment schweift sein Blick zu einem der Monitore im Raum. Dort laufen Aufnahmen vergangener Westcoast-Championship-Matches. Immer wieder erscheint derselbe Mann auf dem Bildschirm.

Ethan Page.

Titel über der Schulter.
Siegerpose.
Selbstsicher wie eh und je.

Seit Monaten sucht die Division nach jemandem, der den Champion ernsthaft gefährden kann. Herausforderer kommen und gehen. Der Titel bleibt.

Fohrwerk betrachtet die Bilder einige Sekunden.

Nicht beeindruckt.
Nicht skeptisch.

Vielmehr wie jemand, der versucht, eine offene Stelle zu besetzen.

R.C.F.:
"Die Frage war nie, wen man nach Berlin schicken könnte. Die Frage war, wem man diese Gelegenheit geben sollte."


Seine Hand ruht auf der schwarzen Akte.

R.C.F.:
"Am Ende blieb ein Name übrig."


Natürlich verrät er ihn nicht.
Stattdessen schließt er die Akte langsam wieder.

R.C.F.:
"Wird er Ethan Page besiegen? Das ist vermutlich die Frage, die sich die meisten Menschen stellen werden. Und ich verstehe auch warum. Titel erzeugen Aufmerksamkeit. Ergebnisse erzeugen Diskussionen."


Fohrwerk lehnt sich leicht zurück.

R.C.F.:
"Mich interessiert allerdings etwas anderes. Die meisten Menschen suchen nach fertigen Stars und nennen das Weitsicht. Interessant wird es jedoch vorher. In dem Moment, in dem andere noch zögern, weil sie sich nicht sicher sind. Genau dort trennt sich Bauchgefühl von Überzeugung."


Draußen vor den Fenstern liegt die Arena von Bern. Aus der Ferne sind dumpf die Geräusche der laufenden Show zu hören.

R.C.F.:
"Deshalb geht es mir bei Berlin nicht ausschließlich um Ethan Page. Natürlich ist er Champion. Natürlich gehört er zu den besten Athleten dieser Company. Aber Champions bekommen ihre Chancen ohnehin. Mich interessiert vielmehr, was geschieht, wenn man jemandem eine Chance gibt, von der die meisten Menschen noch nicht einmal wissen, dass er bereit dafür ist."


Zum ersten Mal richtet er den Blick direkt in die Kamera.

R.C.F.:
"Und genau deshalb werde ich den Namen heute nicht nennen. Nicht weil Geheimnisse besonders spannend wären. Sondern weil die wichtigste Eigenschaft dieses Talents nicht sein Name ist."


Ein kurzes Schmunzeln.

R.C.F.:
"Die wichtigste Eigenschaft ist, dass ich davon überzeugt bin, dass er diese Gelegenheit verdient hat. Am 15. Juni wird Ethan Page erfahren, wer sein Gegner ist. Der Rest der Welt wird erfahren, warum ich ihn ausgewählt habe."


Mit diesen Worten endet Fohrwerks Ausführung. Nicht, weil ihm nichts mehr einzufallen scheint, sondern weil er offensichtlich alles gesagt hat, was gesagt werden musste.

Für einen Moment herrscht Ruhe im Konferenzraum. Durch die großen Fenster dringen nur gedämpft die Geräusche der Arena. Irgendwo in der Ferne läuft die Show weiter, während hier oben eine ganz andere Art von Vorbereitung stattfindet.

Fohrwerks Blick ruht noch einige Sekunden auf den Unterlagen vor ihm. Die Entscheidung scheint längst getroffen worden zu sein. Langsam schließt er die Akte, streicht mit einer routinierten Bewegung sein Sakko glatt und erhebt sich von seinem Platz.

Auf dem Tablet läuft weiterhin die Werbung für den kommenden PPV. Absolution X Damnation...

[Bild: 2.jpg]

Nach einer kleinen Werbepause sind wir zurück bei der Show. Ein paar Impressionen der gut gelaunten Crowd folgen, bevor dem Zuschauer unvermittelt ein neues Szenario vorgesetzt wird. Wenig überraschend wird ein weiterer Blick hinter die Kulissen gewagt. Wo genu das ist, ist zweitrangig. Wichtig ist die Person, die sich uns präsentiert – Thekla! Um die Toxic Spider ist es ein paar Wochen etwas ruhiger geworden. Sie hat eigentlich Stress mit der WDI und arbeitete akribisch daran sich an diesen zu rächen. Vor allem dafür, dass Alex Windsor ihr in London das Match gegen Kris Statander gekostet hat. Tja, jetzt das große Probleme – weder Statlander, noch Windsor, noch die Managerin Samantha Smart haben sich in letzter Zeit blicken lassen. In Thekla’s Verstand ist das ein Zeichen dafür, dass die WDI Damen Angst vor ihrer Rache haben. Eigentlich ein Schub für ihr Ego. Aber es nervt die Österreicherin extrem, dass sie da keinen Abschluss finden kann. Ihren Frust hat sie letzte Woche in Mailand an Candy Floss im Ring ausgelassen. Zuvor suchte sie, bei einer zufälligen Begegnung, den Streit mit Bobbi Tyler! Als Resultat daraus wird sie heute gegen die blonde Engländerin in den Ring steigen.

Sie trägt bereits ihr Gear und darüber die schwere Lederjacke. Lässig lehnt Thekla gegen einen Pfeiler, hat ein Bein angewinkelt und drückt die Sohle gegen den Beton. Kaugummi kauend sieht sie zunächst zur Seite…und dann nach vorne, direkt in die Kamera.

THEKLA: Wisst ihr, ich habe Stardom verlassen, weil dieser Wurm eines Präsidenten einfach nicht mit der Toxic Spider Thekla umgehen konnte! Ich dachte mir…kein Problem! In der c2c wird das bestimmt besser laufen! In der c2c weiß man, was man an dir hat und du kannst endlich mit Frauen kämpfen, die auch nur annähernd dein Level erreich. Die Realität sah und sieht leider anders aus. Der ganze Locker Room hier ist voller…dummer Bitches! Und noch schlimmer dabei…es gibt unter all diesen dummen Bitches noch dümmere Bitches! Allen voran Statdaddy und Stupid Sam! Das ist aber noch nicht alles! Die allerdümmste Bitch von allen ist Alex Wiiiiindsooooaaaaaaaar! Ich meine, wie zurückgeblieben und blöd kann man sein, um freiwillig Thekla den Wembley Moment zu ruinieren? Ganz ehrlich Alex…kackst du auch im Stehen? Muss man dich täglich daran erinnern zu atmen?

Bitter lächelnd stößt die Blonde sich vom Pfeiler ab und geht einen Schritt nach vorne. Wie immer benutzt sie beide Hände, um beim Reden ausufernd zu gestikulieren.

THEKLA: Und jetzt…wo zur Hölle seid ihr? Verdammt nochmal, ihr könnt mich doch nicht so hängen lassen! Kommt gefälligst wieder her, hört auf euch in die Hosen zu scheißen und holt euch die Prügel eures Lebens ab! Ich…hey! HEEEY!

Plötzlich läuft jemand zwischen Thekla und Kamera vorbei und drängt sich so für den Moment ins Bild. Das irritiert die War Bitch, die kurz blinzelt und die Person anschreit. Diese bleibt stehen, dreht sich um und gibt sich als Fallon Henley zu erkennen. Das Country Girl war ganz in Gedanken versunken, da sie das Gespräch mit Drew McIntyre und Liv Morgan Revue passieren lässt. Es lief, vor allem gefühlsmäßig, besser als gedacht. Fallon scheint die schmerzhafte Trennung vom Schotten zu verarbeiten. Sicher wird es noch eine Weile dauern und es wird noch weh tun, wenn sie die Beiden weiterhin als Paar sehen wird. Doch es gibt ihr Hoffnung, dass eine Freundschaft bleiben wird und sie sich nicht mehr so allein fühlen muss, wie die Wochen zwischen Paris und Bern.

Fallon Henley: Hm?

Zwar hat sie mitbekommen, dass jemand in ihrer Nähe spricht, aber wie gesagt – Fallon war in Gedanken vertieft! Thekla holt sie zurück! Henley sieht die Blonde fragend an, die sich nun direkt vor ihr positioniert. Zwar ist die Amerikanerin größer…aber das ist die Österreicherin gewohnt! Hält sie nicht davon ab fröhlich zu pöbeln, provozieren und auf Konfrontationskurs zu gehen. Vor allem wenn sie sich gestört fühlt, wie in diesem Moment.

THEKLA: Schätzchen, siehst du nicht, dass ich hier gerade rede? Lauf mir doch nicht ins verdammte Bild!

Fallon ist zunächst irritiert, bemerkt dann aber die aufgebaute Kamera. Entschuldigung zuckt sie mit den Schultern.

Fallon Henley: Oh, sorry! Hab‘ ich nicht bemerkt! Wenn das eine Promo ist, die für die Show aufnimmst, kannst du den Leuten in der Technik ja sagen, sie sollen mich rauscutten!

Und schon ist für Henley das Problem gelöst. Sie nickt Thekla kurz zu und will weitergehen. Die Blonde ist ihr, gelinde gesagt, nicht gerade sympathisch. Vor allem Thekla’s früherer Umgang mit Izzy Moreno stößt Fallon sauer auf. Nur hat sie hier kein Interesse sich hier mit der Österreicherin anzulegen. Das gute Gefühl von vorhin soll noch eine Weile Bestand haben. Leider, leider zeigt Thekla kein Verständnis und gibt sich auch nicht mehr der Entschuldigung zufrieden. Sie hat auch ein Gespür dafür, wenn Leute sie nicht leiden können. Gut, die allermeisten Leute um sie herum können sie nicht leiden! Jedenfalls hat sie dann nur noch mehr Lust sich mit Anderen anzulegen. Fies grinsend verschränkt sie ihre Arme vor dem Brustkorb.

THEKLA: Übrigens, ich würde nicht in diese Richtung gehen!

Fallon, die ein ungutes Gefühl bekommt, atmet hörbar aus und dreht sich wieder um. Sie hebt eine Augenbraue an und deutet mit der rechten Hand an, dass Thekla sagen soll, was sie zu sagen hat.

THEKLA: Ich hab‘ gehört, dass dort vorhin Liv Drew ordentlich den Schwanz gelutscht hat! Und du willst doch sicher nicht seinen Orgasmus riechen. Zumindest den Teil, der nicht auf und in Liv gelandet ist.

Uff, das war hart! Fallon ist sicher kein Kind von Traurigkeit…aber diese Ausdrucksweise schockiert sie für einen Moment. Das Schlimme daran…es tut ihr im Inneren weg. Jedoch weniger die Vorstellung an Intimitäten zwischen Drew und Liv – auch wenn sie diese Bilder nicht in ihrem Kopf haben möchte. Nein, es ist mehr der Schmerz darüber, dass eine Unbeteiligte ihr die Freundschaft zu den Anderen madig machen möchte, obwohl die zarten Bande gerade erst geknüpft wurden. Diese erste Gefühlswelle überrollt das Country Girl…und als diese abgeklungen ist, merkt man, dass sie sauer wird. Noch versucht sie ruhig zu bleiben. Kühl fixiert sie Thekla.

Fallon Henley: Wow…wirklich…wow! Thekla, wenn du mich wegen der ganzen Liv und Drew Geschichte provozieren willst, bist du ein paar Wochen zu spät! Lass‘ es also stecken!

Tja, nicht ganz die Reaktion, die sich Thekla erhofft hatte. Aber kein Problem! Sie läuft gerade erst warm. Die Spinne hat ein neues Opfer entdeckt, das sie in ihr Netz locken möchte.

THEKLA: Weißt du Fallon, ich wollte gerade darüber philosophieren, wie dumm die WDI und vor allem Alex Windsor sind. Aber du…du bist sogar noch viel, viel dümmer! Ganz ehrlich, du hast so einen hotten Schotten an deiner Seite und strengst dich nicht mal genug an, damit er bei dir bleibt. Nein, du hast keinen Schimmer, dass er sich hinter deinem Rücken diese blonde Irre als Hure nimmt! Oh, hätte mich ein Typ so verarscht…der hätte den nächsten Morgen nicht mehr erlebt! Aber du? Du machst…Nichts? Du lässt dich freiwillig demütigen? Hast du es so nötig gequält zu werden? Hey, den Wunsch kann ich dir gerne erfüllen. Mach‘ ich sogar freiwillig und umsonst…ahahaha! Dennoch muss ich wohl mein Ranking erneuern und die Steigerung anpassen…dumm, dümmer, am dümmsten, WDI, Alex Windsor…und dann Fallon Henley!

Triumphierend grinst sie Fallon an und zwinkert ihr einmal zu. Die Amerikanerin hält sich eine Hand vor den Mund und schüttelt den Kopf. Reicht es nicht, dass sie stets mit dem nächsten Angriff durch Rhea Ripey rechnen muss? Oder dass sie irgendwie nie komplett von Bobbi Tyler loskommt? Jetzt clasht sie auch noch mit Thekla! In ihrem Inneren schreit alles danach der Österreicherin eine zu zentrieren…doch das würde dann eskalieren. Fallon schließt kurz die Augen, hält inne…und atmet aus. Ruhig bleiben, so schwer es auch fällt!

Fallon Henley: Was zwischen mir, Drew und Liv vorgefallen ist, geht dich nicht an! Das geht niemanden etwas an! Du musst es nicht verstehen und vor allem muss ich mich dafür nicht rechtfertigen. Spar‘ dir deine Energie und hebe sie dir für das Match gegen Bobbi Tyler auf. Du wirst es brauchen!

Thekla’s selbstgefälliges Lächeln erkaltet etwas. Sie geht noch einen weiteren, großen Schritt auf Fallon zu, so dass sie nur noch ein paar Zentimeter trennen. Henley spürt die innere Anspannung…doch sie wird sicher nicht zurückweichen.

THEKLA: Ist das so? Glaubst du etwa, ich werde mit Tyler nicht fertig? Hast du nicht seit Ewigkeiten Probleme mit der? Hey, am Ende solltest du mir dankbar sein, dass ich sie aus der Liga kicke und das schaffe, was du nicht hinbekommst!

Thekla ist gewissenlos genug, um Bobbi so fertig zu machen, dass diese wieder aus der c2c verschwindet. Dann müsste sich Fallon keine Gedanken darum machen, ob sie der Britin wieder begegnet. Nach allem, was sie bisher mit Tyler durchgemacht hat, wäre das doch eine Befreiung…oder? Nun, Fallon möchte, trotz allem, nicht, dass Bobs etwas angetan ist. Warum genau kann das Country Girl nicht sagen. Tief in ihrem Inneren fühlt sie, dass ein riesengroßes Missverständnis über ihr und Tyler schwebt. Und dass Bobbi etwas mit sich herumträgt, weswegen sie bisher so unerträglich war. Fallon möchte nur Ruhe vor ihr – mehr nicht!

Fallon Henley: Ja, ich glaube, dass du nicht mit ihr fertig wirst! Bobbi ist in jeder Hinsicht talentierter und besser als du! Und auch wenn ich nicht glauben kann, dass ich das sage…aber ich hoooffe, dass sie dir eine Lektion erteilt und dir ordentlich in den Hintern tritt!

Jap, Fallon kann das nicht glauben! Aber die Wut auf Thekla ist gerade größer. Kurz sagt keine der beiden Frauen etwas. Die Toxic Spider sieht kurz zur Seite, lächelt bedrohlich und reibt kurz ihr Kinn. Da sich Henley leicht nach vorne gebeugt hat, setzt Thekla’s Instinkt ein…HEADBUTT! Aus dem Nichts knallt sie ihren Schädel gegen den vom Country Girl, die keuchend zurücktaumelt. Da die Europäerin einen ordentlichen Dickkopf hat, spürt sie den Treffer nur ganz leicht. Sie krallt sich die benommene Amerikanerin und befördert sie gegen die Wand. Fallon schreit auf und sackt sofort auf den Boden. Heiser lacht die War Bitch auf und tritt einmal nach…zweimal…dreimal…viermal…fünfmal! Erst jetzt hält die Spider inne und knurrt zufrieden auf. Das Country Girl krümmt sich vor lauter Schmerzen auf den kalten Stein und schnappt panisch nach Luft. Thekla sieht empathielos auf sie nieder.

THEKLA: Du kannst froh sein, dass ich gleich gegen Bobbi in den Ring steige. Sonst würdest du hier gar nicht mehr aufstehen!

Zum Abschluss spuckt sie noch verächtlich auf Henley und lacht laut auf.

THEKLA: Aber das holen wir noch nach! Versprochen, du dumme Bitch! Ahahahaha!

Damit stapft Thekla davon und schert sich nicht darum, ob Fallon ärztliche Hilfe braucht oder nicht. Das Country Girl versucht sich nach oben zu wuchten…aber es fährt ihr ein stechender Schmerz in die Magengegend, so dass sie wieder in sich zusammenfällt. Da fadet das Bild langsam aus.

[Bild: ef.jpg]

MATCH 4
SINGLES MATCH
Thekla vs. Bobbi Tyler

[Bild: theklabobbi.png]
Writer: Alex



"Iiiii Miss the Misery!"

Die markante Stimme von Elizabeth „Lzzy“ Hale kündigt die Dame aus London an - Bobbi Tyler! Zielstrebig marschiert die blonde Britin auf die Stage. Über ihrem Gear trägt sie eine olivegrüne Jacke, die fast einen Ticken zu groß wirkt. Auf der Nase sitzt eine Sonnenbrille mit ovalförmigen Gläsern. Sie dreht sich leicht zur Seite, legt den Kopf in den Nacken und greift erst mit der linken und dann mit der rechten Hand hinter ihren Rücken. Symbolisch holt sie ihre "Waffen" hervor, die natürlich nur von ihren Händen dargestellt werden. Diese "feuert" sie in Richtung der Kamera vor ihr ab, wobei sie den rechten Arm ausgestreckt lässt und grinst als wolle sie "Hah! Hab' dich!" sagen.

Matthew Rehwoldt: "Making her way to the Ring... from London, England... BOBBI TYLER!"

Von den Rängen gibt es recht gemischte Reaktionen. Tyler scheint aber alles um sich herum auszublenden. Der Ring und der Weg dahin ist das Einzige, was sie im Moment interessiert. Dort ignoriert sie die Treppe und geht einmal nach rechts, um die erste Ecke herum. Schwungvoll hievt sich Bobs auf das Apron. Sie geht zur Ringecke zurück, hält sich dort mit beiden Händen fest, stellt einen Fuß auf das untere Turnbuckle, drückt sich dort ab und kann sich so in das Innere schwingen. Schnell geht die Britin auf eine weitere Ecke zu und besteigt auch diese, mit einem Fuß auf dem mittleren und einem auf dem oberen Seil. Grinsend sucht sie mit ihren Augen die nächste Kamera. Die Arme streckt sie aus und präsentiert sich so in ganzer Pracht den Zuschauern. Paar Sekunden später hüpft die Blonde auf die Matte zurück und sucht die Mitte. Dort lässt sie sich auf die Knie fallen, greift erneut hinter ihren Rücken und präsentiert ein weiteres Mal die, mit den Händen geformten, "Pistolen". Eine davon hält sie gegen den eigenen Kopf und zeigt ein Lächeln, das nur schwer zu deuten ist. Ihre Theme verstummt langsam. Bobbi legt Sonnenbrille und Jacke ab. Bis es offiziell losgeht zieht sich Tyler in eine Ringecke zurück und geht leicht in die Hocke.




Die Lichter in der Halle werden abgedunkelt und die Stage in ein düsteres Rot getaucht. Langsam beginnt die unheilvolle Musik, bis der Beat richtig eingesetzt. Irgend etwas erscheint merkwürdig...als wäre das Bild auf den Kopf gedreht? Als sich eine Gestalt aus dem aufsteigenden künstlichen Nebel schält, dreht sich die Kamera blitzschnell um 180°, so dass der Zuschauer am heimischen Bildschirm wieder eine "normale" Sicht hat. Diese Gestalt entpuppt sich als die Toxic Spider Thekla! Über ihr Gear trägt sie einen schwarzen Mantel mit Kunstpelz. Obwohl sie auf der Nase eine Sonnenbrille trägt, kann man ihren manischen Blick erkennen, mit dem sie die Kamera vor ihr fixiert.

THEKLA: Time to kill someone...ahahahaha...

Noch einmal die Zunge ausgestreckt und die Österreicherin wandert weiter.

Matthew Rehwoldt: "Making her way to the Ring... from Vienna, Austria... The Toxic Spider... THEKLA!"

Mit ausgestreckten Armen stolziert Thekla auf der Stage umher und gibt sich so, als würde der ganze Laden ihr gehören. Seitlich stehend positioniert sich die Blonde. Kurz geht sie in die Knie, hievt sich ruckartig nach oben und vollzieht dabei eine Throat-Cut Geste! Glühend-heiße Flammen schießen neben und hinter ihr in die Höhe und sorgen für ein ansehnliches Spektakel. Wie ein Raubtier auf der Jagd pirscht sich die Österreicherin in einem leicht wippenden Gang heran. Am Ring hüpft sie auf das Apron und rutscht unter den Seilen hindurch. Nach ein paar Schritten geht die Blondine auf die Knie und beugt ihren Oberkörper nach hinten. Dazu gehen erneut die Feuerfontänen an der Stage in die Höhe. Die Toxic Spider reißt ihren Körper nach vorne und krabbelt plötzlich blitzschnell auf die Kamera zu, die erschrocken zurückweicht. Grinsend steht die Österreicherin auf. Langsam verstummt die Theme und die Lichter erreichen die gewohnte Strahlkraft. Mantel und Sonnenbrille werden abgelegt und Thekla ist bereit für das Match.

Warnung! Spoiler!
*Ding Ding*

Langsames Herantasten ist hier nicht! Beide Frauen schenken sich nichts und prügeln sich durch den Ring und recht schnell auch außerhalb. Dort schleudern sie sich gegenseitig gegen die Ringtreppe und die Ringabsperrung. Bevor der Ref sie auszählen kann, ist es Bobbi, die Thekla in den Ring zurückschiebt und ihr folgt. Bobs schreit auf die Österreicherin ein und gibt dieser ein paar Ohrfeigen, was die Spider wieder aufweckt. Sie tritt gegen Bobbi, wuchtet sich nach oben und befördert sie in eine der Ringecken. Dort tritt Thekla auf sie ein, bis sie in einer sitzenden Position angelangt ist. Bobs bekommt einen Stiefel gegen den Hals gedrückt und wird ordentlich gewirkt. Zumindest bis der Ref beim 4-Count angekommen ist. Die Blonde lockert das Bein und zerrt Bobbi auf die Beine. Nach einem Swinging Neckbreaker erreicht sie immerhin einen 2-Count.

Thekla dominiert die nächsten Minuten, nimmt sich aber immer wieder Zeit um zu posen und um Tyler zu verhöhnen. Als sie wieder nach Bobs greift, rollt diese sie auf einmal ein…auch nur ein 2-Count! Beide Frauen kommen gleichzeitig auf die Beine…doch Tyler reagiert schneller und zeigt eine Clothesline gegen die Spider. Und noch eine! Gefolgt von einem Exploder Suplex, nach dem sich Thekla instinktiv aus dem Ring rollt. Bobbi geht ihr nach und klettert auf ein Turnbuckle. Sie wartet, bis die Blonde such draußen am Kommentatorenpult wieder nach oben gezogen hat und sich in ihre Richtung dreht…High Cross Body! Unter dem anerkennenden Applaus der Fans springt Bobbi durch die Luft und reißt Thekla erneut zu Boden. Erschöpft liegen die Damen auf den dünnen Matten. Wieder werden sie angezählt. Kaum ist er bei der 7 angekommen, kämpfen sie sich synchron nach oben und sliden in den Ring zurück. Auch dort legen sie eine kurze Pause zum Durchatmen ein.

Langsam zieht das Tempo wieder an, als sie wieder oben sind. Nun ist es recht ausgeglichen. Thekla landet einen Schlag…Bobbi landet einen…dann wieder Thekla…und wieder Bobbi! Die Toxic Spider lässt erschöpft Arme und Kopf hängen. Nur für einen Augenblick, der aber für die Britin ausreichend ist. Sie lässt sich in die Seile fallen, nutzt den Schwung aus und reißt das Bein für einen Big Boot nach oben. Thekla taumelt getroffen zurück, bis sie selbst in den Ropes hängt. Wieder holt Tyler Schwung…Face Wash! Grob fährt sie mit dem Steifel durch das Gesicht der Blonden, die das Gleichgewicht verliert und auf die Matte knallt. Bobbi grinst fies auf! Wie ein Raubtier geht sie in Lauerstellung. Kaum ist die Blonde wieder oben, spurtet und Bobs los und springt auf Thekla’s Rücken! Code Red! Der Move geht durch und Tyler hält das Cover…One, Two, Three…?? Nein! Im letzten Moment reißt die War Bitch eine Schulter in die Höhe!

Bobbi reißt geschockt Augen und Mund auf. Sie kann es nicht fassen, da sie hier ihren Sieg gesehen hat! Schnaubend sieht sie den Ref an und schlägt dreimal in die Hände. Vermutlich ist sie der Ansicht, er habe nicht schnell genug gezählt. So lässt sie sich auf eine Diskussion mit dem Unparteiischen ein. Ein kleiner Fehler, da sich Thekla derweil zu den Ropes rollt, in diese greift und sich nach oben zieht. Schnell schaltet sie und geht nun selbst in Lauerstellung! Thekla rennt an, wohl um einen Spear zu zeigen. Bobbi bemerkt das aber und zieht den Ref als Schutzschild vor sich. Da reagiert die Toxic Spider schnell und kann gerade noch abbremsen. Dem Referee steht die Angst ins Gesicht geschrieben, während Thekla ihn wütend anpflaumt. Als ob dieser etwas dafür kann, dass Tyler ihn vor sich gezogen hat. Bobbi kommt es zu Gute, dass die Blonde abgelenkt ist. Sie zerrt den Unparteiischen zur Seite, so dass dieser unaufmerksam ist. Da kann Bobbi Thekla ungeniert in die Augen greifen, so dass diese vorläufig erblindet ist und Tyler nicht ermahnt oder gar disqualifiziert wird. Die Britin wirft die Spider gegen das Turnbuckle, so dass diese mit der Schulter voran gegen den harten Pfosten knallt. Tyler rollt sie von hinten ein. Der Ref ist zwar nicht so glücklich darüber, dass er von Bobbi benutzt wurde. Aber seinen Job muss er dennoch erledigen. So wirft er sich auf die Matte…One, Two…die Engländerin legt ihre Beine auf die Seile, um den Druck zu verstärken…Three!

*Ding Ding*

Here is your winner by pinfall: BOOBIII TYYLEEEEER!

Bobbi hat gewonnen! Zwar durch cheaten…aber sie hat gewonnen! Kaum ertönt die Ringglocke nimmt die Britin schnell die Füße runter, bevor der Referee auch nur ansatzweise etwas sehen kann. Lieber lässt sie sich von ihm zur Siegerin erklären. Breit grinsend reißt Bobs die Arme in die Höhe und hypt sich selbst. Dabei entgeht ihr, wie sich hinter ihr Thekla wieder aufbaut…wieder mit voller Sehstärke und ordentlich Wut im Bauch. Die Österreicherin hat realisiert, dass sie hier übers Ohr gehauen wurde. Damit will sie Tyler nicht davonkommen lassen. Ihre Augen sind weit aufgerissen, der Brustkorb pumpt ordentlich und die Zähne werden auch gefletscht. Irgendwie merkt Bobs, dass sich hinter ihr etwas zusammenbraut. Obwohl die inneren Alarmglocken ordentlich schrillen, dreht sie sich dennoch um…SPEAR! Brutal wird Bobbi zu Boden gerissen und knallt mit dem Hinterkopf auf die Matte. Das reicht Thekla noch nicht als Rache. Sie sieht, dass sich die ehemalige Stevie Turner instinktiv auf den Bauch rollt. Da schubst die Spider den Ref zur Seite und rennt in die Seile…CURB STOMP! Zack, da sind die Lichter bei Mrs Tyler komplett ausgeknipst. Aber auch das reicht der War Bitch nicht! Sie hat einen finsteren Plan, der Bobbi bestimmt nicht gefallen wird. Schnell rollt sie sich nach draußen und sucht unter dem Ring nach brauchbaren Utensilien. Da fliegt ein Stuhl in den Ring…da ein zweiter! Das Raunen in den Fanreihen wird immer lauter. So rutscht die Österreicherin selbst zurück in den Ring. Sie legt einen Stuhl recht mittig auf die Matte. Dann zerrt sie Bobbi Tyler dorthin und legt ihren Kopf auf die zusammengeklappte Sitzgelegenheit. Den zweiten Stuhl nimmt Thekla in ihre Hände und stellt sich direkt neben die ausgeknockte Britin. Sie lacht auf und hebt das Objekt ganz langsam in die Höhe. Erschrocken schreien die Fans auf. Das soll wohl ein Conchairto werden! Eine Aktion die seinerzeit durch Christian Cage und Edge berühmt gemacht wurde. Wenn das Ding durchgeht, könnte das ein bitterböses Ende für Bobbi Tyler geben! Sie hat hier keine Verbündeten mehr! Wer soll sie da retten? Wer ist lebensmüde genug sich einer Toxic Spider, plus Stuhl, entgegenzustellen?



Da haben wir die Antwort! Sofort springen die Fans von ihren Sitzen auf und jubeln Fallon Henley zu, die auf der Stage erscheint und in Richtung des Ringes spurtet. Direkt vor diesem Match hatte sie ja eine Auseinandersetzung mit Thekla und wurde am Ende von dieser zusammengeschlagen. Daher wirkt das Country Girl auch leicht ramponiert. Die Haare sind inzwischen offen und stehen kreuz und quer ab. Das Make Up ist leicht verwischt und man erkennt eine Schramme an der Stirn. Fallon muss auf die Zähne beißen und den Schmerz in der Magen- und Bauchgegend unterdrücken. Hält sie nicht davon ab, sich hier der Toxic Spider zu stellen. Das Adrenalin, das gerade durch ihren Körper gepumpt wird, hilft Henley durchzuhalten. So rutscht sie in den Ring, wo Thekla sie erwartet mit mir einem Stuhlschlag treffen möchte. Doch die Amerikanerin duckt sich rechtzeitig weg, geht gleich in Stellung…Thrust Kick! Der trifft die War Bitch punktgenau am Kopf, die daraufhin den Stuhl fallen lässt. Fallon setzt mit einigen Punches nach und drängt Thekla so gegen die Seile. Kurzer Anlauf wird genommen…und per Clothesline befördert sie die Österreicherin nach draußen.

Zwar kommt Thekla dort unsanft auf, dennoch springt sie wieder auf die Beine und möchte in den Ring zurück. Da sind aber schon zig Security Leute zur Stelle, um die Lage zu deeskalieren. Thekla spuckt Gift und Galle und kann auch einen der Männer niederschlagen…aber selbst kann sich gegen diese Überzahl nicht durchsetzen. Derweil hat sich Fallon Henley ein Mikro geben lassen und sucht dabei den direkten Augenkontakt zur Toxic Spider.

Fallon Henley: HEY THEKLA! Du willst dich mit mir anlegen? Du suchst Stress? Kannst du gerne haben! Rhea ist wie vom Erdboden verschluckt und auch Alex und Kris haben sich nicht mehr blicken lassen. Also bist du frei und ich bin frei! Dann klären wir das! Nächste Woche in Berlin…One on One!

Eine Herausforderung fürs Special am nächsten Montag! Den Zuschauern gefällt das und sie geben ihren Segen dazu! Die Kamera zoomt nahe an Thekla heran, die auf einmal diabolisch grinst und mehrere Male nickt.

THEKLA: OKAY! Wenn du einen so großen Todeswunsch hast, erfülle ich ihn dir! YOU GOT IT, STUPID BITCH!

Das war dann wohl ein „Ja“! Fallon sieht der Toxic Spider noch eine Weile nach, bis diese zur Stage zurückgedrängt wurde und Henley das Gefühl hat, die Securities haben die Lage unter Kontrolle. Gut, damit kann sie den Ring auch wieder verlassen. Wobei…da ist noch wer hinter ihr! Langsam dreht sie sich um und blick direkt in die überraschten Augen von Bobbi Tyler. Die Blondine hat sich so weit wieder aufgerappelt und sitzt auf der Matte. Sie hat die beiden Stühle gesehen und mitbekommen, wie Fallon scheinbar Thekla vertrieben hat und kann sich so weit zusammenreimen, was passiert sein könnte. Aber was soll sie nun von Henley’s Blick halten, der ernst und verschlossen wirkt. Will sich Fallon nun für die Provokationen aus den letzten Wochen rächen? Ohne groß nachzudenken beugt sich Bobs hastig nach vorne und versucht nach einem der Stühle zu greifen. Fallon ist aber schnell und stellt einen Fuß auf die Sitzfläche, so dass die Engländerin diesen nicht mehr an sich reißen kann. Geschockt sieht Bobbi wieder auf und versucht schon nach hinten zu rutschen, um möglichst schnell flüchten zu können. Die Mimik von Country Girl entspannt sich auf einmal. Seufzend streckt sie eine Hand aus…sie möchte Bobbi aufhelfen? Ein Symbol der Versöhnung? Ja, Fallon will zumindest eine Fehde hinter sich lassen. Und da sie Bobs gerade gerettet hat, könnte sie hier auf quasi offene Ohren stoßen. Tyler sieht die Hand an und begreift nicht so ganz, wie sie das deuten soll. Warum sollte es Henley auf einmal gut mit ihr meinen? Bestimmt eine Falle…oder?

Schließlich hebt Bobbi die eigene Hand…und schlägt die von Fallon grob zur Seite. Die Zuschauer raunen enttäuscht auf, da sie sich wohl auf eine Versöhnung eingestellt hatten. Mit Schwung wuchtet sich Tyler nach oben, um an Fallon vorbeizugehen…und sie dabei anzurempeln. Begleitet von einigen Buh Rufen steigt Bobbi aus dem Ring. Ohne sich umzudrehen, geht sie in Richtung der Stage und hebt sogar noch die rechte Faust in die Höhe, als wäre sie stolz darauf. Aber wenn man in ihr Gesicht schaut, merkt man, wie es in der Blonden arbeitet. War das falsch? Ist sie undankbar gewesen? Eigentlich wäre ihr doch kein Zacken aus der Krone gefallen, wenn sie Fallon’s Angebot angenommen hätte. Aber nun ist es zu spät! Tyler verschwindet im Backstage Bereich, während das Country Girl im Ring zurückbleibt. Sie hatte auf einen anderen Ausgang gehofft. So zeigt sie sich sauer und auch ein Stück weit enttäuscht. Die Fans klatschen für sie, um sie aufzumuntern. Fallon weiß das zu schätzen, nur kann sie es nach außen hin nicht so zeigen. Auch sie rollt sich schließlich aus dem Ring.

[Bild: 5.jpg]

Zitat:Gerne mit etwas Abstand vor unserem Match. Wenn vorhanden ein anderes RP dazwischen, oder auch vor dem Co-Mainer. Sonst ist es eigentlich egal.

Der Backstage-Bereich in Bern. Die Gänge sind erfüllt von der typischen Hektik innerhalb einer solch großen Show. In einer spärlich beleuchteten, ruhigen Nische des Korridors sitzt Seth Rollins auf einer Bank. Er ist bereits in voller Match-Kleidung, die Handgelenke akkurat getaped. Eine letzte Lage des schwarzen Tapes wickelt herum, schlägt die Fäuste rhythmisch in die Handflächen und versucht, den Lärm der Arena auszublenden.

[Bild: cfebe9e788575c8db30a48ddbfc538422615eef1.pnj]

Das monotone Summen der Belüftungsanlage schien im Gleichschritt mit Seth’ rasendem Puls zu vibrieren. Er spürte den kühlen Schweiß auf seiner Stirn, das vertraute Ziehen in seiner frisch auskurierte Schulter und dieses dumpfe, unaufhaltsame Adrenalin, das vor jedem großen Kampf von ihm Besitz ergriff. Heute Abend in Bern war es so weit. Das Match gegen Ethan Page um die Westcoast Championship stand unmittelbar bevor. Die letzte große Prüfung, bevor Coast 2 Coast Wrestling nächste Woche nach Berlin reisen würde.
Ein leises Klicken von Absätzen auf dem Betonboden riss ihn aus seinen Gedanken. Er blickte nicht auf. Er wusste auch so, wer da vor ihm zum Stehen kam. Renee Young trat mit einem Mikrofon in der Hand und einem besorgten, aber professionellen Blick ins Bild. Sie wartete einen Moment, respektierte die spürbare Anspannung des Architekten, ehe sie das Wort an ihn richtete.

Renee Young: "Seth, entschuldige die Störung so kurz vor deinem Titel Match. In wenigen Minuten stehst du dem Westcoast Champion Ethan Page gegenüber. Nach all den harten Wochen, den Rückschlägen und der Dunkelheit, die dich umgeben hat… die Fans weltweit fragen sich nur eine Sache: Wie fühlst du dich genau jetzt, in diesem Moment?"

Renee hielt ihm das Mikrofon hin. Ihre Augen fixierten ihn aufmerksam, bereit für eine seiner typischen, energiegeladenen Promos. Doch die lauten Töne blieben aus. Seth fror in seiner Bewegung ein. Die Fäuste, die er eben noch mechanisch aneinander geschlagen hatte, öffneten sich langsam. Er starrte auf das schwarze Schaumstoff-Ende des Mikrofons. Er öffnete den Mund, um zu einer Antwort anzusetzen, ein schnelles „Ich bin bereit“ oder „Ich werde mir holen, was mir gehört“... Doch seine Stimme versagte. Die Worte blieben ihm wie ein trockener Kloß im Hals stecken. Er wusste darauf schlicht keine Antwort.

Und plötzlich zog das kalte Neonlicht von Bern an ihm vorbei. Die Geräusche der Schweizer Halle verblassten zu einem fernen, dumpfen Rauschen, und sein Verstand riss ihn mit brutaler Gewalt Monate zurück in die Vergangenheit. Ein anderer Backstage Bereich. Eine andere Stadt. Damals, vor seinem allerersten Match nach der schweren Schulterverletzung, das erste Match für C2C in Tokio.

Es war derselbe drückende Schmerz in seiner Brust gewesen. Damals hatte er genau so auf einem Stuhl gesessen, die Handgelenke frisch getaped, den Kopf tief gesenkt. Er und Becky hatten schon damals tief in der Krise gesteckt. Die Risse in ihrer Ehe waren bereits unübersehbar gewesen, die emotionale Distanz fast greifbar. Und inmitten dieser eisigen Stille war Becky zu ihm getreten. Sie hatte kein Mikrofon in der Hand gehabt, keine Kameras waren auf sie gerichtet gewesen. Nur sie beide. Sie hatte ihm die Hand auf die gesunde Schulter gelegt, ihn mit diesem unendlich traurigen, suchenden Blick angesehen und genau dieselbe Frage gestellt: „Wie fühlst du dich, Seth?“

Und schon damals… schon an diesem verdammten Tag hatte er es nicht gewusst. Er hatte sie nur stumm angesehen, unfähig, sich ihr zu öffnen, unfähig, die Dunkelheit in Worte zu fassen, die ihn schon damals langsam von innen heraus auffraß. Dieses qualvolle Schweigen von damals hatte die Mauern zwischen ihnen nur noch höher gezogen. Ganz zu Schweigen, was dann alles folgte. Aus der heutige Sicht, wusste Seth genau, er hätte sie einfach in den Arm nehmen sollen. Keinen Zweifel aufkommen lassen, damit sie gar nicht auf die Idee einer Open Challenge kommen würde. Selbst nur die Gedanken an all das was darauf folgte, führte ihm einen stechenden Schmerz zu.

Ein lautes Klatschen in der Ferne holte ihn zurück in die Realität.
Seth blinzelte hastig. Er holte tief und zittrig Luft, während er wieder den Korridor in Bern vor sich sah. Renee Young wartete noch immer geduldig, das Mikrofon erhoben, während ihr Blick immer besorgter wurde. Sie merkte, dass dieser Mann gerade nicht nur gegen Ethan Page kämpfte, sondern gegen die Geister seiner eigenen Vergangenheit. Langsam schüttelte Seth den Kopf. Er sah Renee nicht in die Augen, sondern fixierte einen unbestimmten Punkt auf dem Boden.

SETH ROLLINS: "Ich… ich weiß es nicht, Renee."

Seine Stimme war kaum mehr als ein raues, leises Krächzen.

SETH ROLLINS: "Ich habe diese Frage schon einmal gehört. Und ich hatte damals keine Antwort darauf. Es fühlt sich an wie eine verdammte Ewigkeit… und wenn ich daran denken, was in der Zeit alles zerbrochen ist?! Ich habe versprochen mich zu ändern… ich will mich ändern. Ich will endlich wieder der sein, der ich einmal war, denn scheinbar war diese Version gar nicht so schlecht. Wenn ich da draußen durch den Vorhang gehe, werden hoffentlich die richtigen Personen sehen, ob von dem Mann, der ich einmal war, noch irgendetwas übrig ist. Oder ob Ethan Page recht behält."

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, erhob sich Seth schwerfällig von der Bank. Er würdigte die Kamera keines Blickes mehr. Mit starrem, eisigen Fokus schritt er an Renee vorbei und griff nach seiner Jacke. Genau in diesem Moment fällt ein weiterer Schatten auf ihn, der nicht von der blonden Interviewerin ausgehen konnte.

Der Schatten bleibt nicht lange anonym.

Ethan Page.

Westcoast Championship über der Schulter. Perfekt gekleidet wie immer. Offensichtlich hat er die letzten Worte mitbekommen.
Ein leichtes Schmunzeln zieht sich über sein Gesicht, während sein Blick zuerst zu Renee wandert.

Ethan Page:
"Renee, du hast ihn gefragt, wie er sich fühlt."

Er blickt kurz zu Seth.
Dann wieder zu ihr.

Ethan Page:
"Und irgendwie sind wir bei einer Reise durch die letzten sechs Monate seines Lebens gelandet."

Ein leises Lachen.
Nicht boshaft.
Fast schon ehrlich amüsiert.
Dann richtet Ethan seine Aufmerksamkeit wieder auf Seth.

Ethan Page:
"Spoiler Alarm, Seth."

Ethan hebt kurz die Hand, als würde er tatsächlich eine wichtige Ankündigung machen.

Ethan Page:
"Du wirst nachher durch diesen Vorhang gehen und immer noch Seth Rollins sein."

Ein Schulterzucken folgt.

Ethan Page:
"Ich weiß, völlig verrücktes Konzept."

Das Schmunzeln wird etwas breiter.

Ethan Page:
"Aber dieses Match ist kein Persönlichkeitstest. Du musst heute Abend nicht herausfinden, wer du bist. Du musst Becky nichts beweisen. Du musst deine Vergangenheit nicht besiegen."

Sein Blick wandert kurz zum Titelgürtel auf seiner Schulter.

Ethan Page:
"Du musst nur versuchen, mir diesen Titel abzunehmen."

Für einen Moment betrachtet Ethan Seth einfach.

[Bild: Ethan-berrascht.png]

Ethan Page:
"Und ganz ehrlich? Ich glaube, das wird schon schwer genug."

Wer sonst als Ethan Page, sollte ihm hier auch begegnen. Bei manch anderer Konstellation und dabei noch um ein anstehendes Titelmatch herum, würde jetzt Backstage die Hölle ausbrechen. Angriffe, wilde Beschimpfungen oder ein hochtrabendes Herumprollen wer der besser sein wird. Nicht so bei Seth und Ethan. Ein unausgesprochener Gentleman Agreement? Die vermeintliche Überlegenheit von Page? Im Zweifel hat der, der den Titel trägt, nun mal recht und darf sich belegt als der Bessere sehen. Unbeirrt von seinen amüsierten Sticheleien, nimmt Seth seine Jacke auf und wendet sich langsam zu Ethan. Auffallend langsam, als wolle er den Moment haben, um seine Gedanken zu ordnen. Mit einem seichten Lächeln auf den Lippen drehte er sich schließlich zum Champion hin.

SETH ROLLINS: "Sechs Monate, huh? Eine verdammt lange Zeit, die ich keinem wünsche. Auch wenn es für dich banal klingen mag… auch bei meinem letzten Match ging ich raus und war Seth Rollins. Glaube mir, du willst nicht auf diese Version treffen… ich will nicht auf diese Version treffen und schon gar nicht sein. Zu tiefgründig? Zu… reflektiert?"

Es war eine rein rhetorische Frage, die Seth zum Ende anfügte. Nichts, worüber Ethan wirklich nachdenken oder sich gar angegriffen fühlen sollte. Sicherlich konnte ‘All Ego’ deutlich entspannter in dieses Duell gehen. Hatte Seth zwar einen gewissen Ruf, war es aktuell noch schweres Gepäck, was er mit sich tragen musste. Doch ein verheißungsvoller Blick auf das glänzende Gold des Championship Belts, sollte ihm doch gestattet sein.

SETH ROLLINS: “Es… es ist schon eine Weile her, dass ich um Gold angetreten bin. Und theoretisch, ganz hypothetisch könnte es heute Abend sein, dass ich mir genau dieses Gold umschnallen werde. Du bist dir darüber bewusst? Ich schätze dich jetzt nicht so naiv ein, dass du dies außer Acht lässt… und dennoch, brauchst du dieses Match fast noch mehr als ich. Für mich ist zwar ein durchaus wichtiger Schritt zur Rehabilitation… Aber du… Du brauchst mich, um dieses Gold wieder gebührend in die Show zu führen.”

Das Lächeln auf Seth’ Lippen wurde größer und entwickelte sich zu einem markanten Grinsen, welches man lange nicht mehr bei ihm gesehen hatte.

SETH ROLLINS: "Sie alle schielen nur auf das große Gold und denken, mit etwas Glück den ganz großen Wurf getroffen zu haben. Oder hat sich dieser Bounty Hunter auch schon vor dich gestellt und gedroht, den Koffer einzulösen? Wie ich es letzte Woche sagte, Ethan… ich schätze die Chance, die du mir gibst, aber ich werde dich nicht unterschätzen. Also, lass uns ihnen einen Fight bieten, den sie so schnell nicht vergessen werden."

Aus dem großen Gold machte sich Seth nichts, zumindest noch nichts. Diese Bürde wollte er sich derzeit nicht auferlegen. Hatte er doch genügend Probleme, mit denen er derzeit jongliert. Mit diesem Match heute, wollte Seth einen klaren Cut anstreben. Dafür gab er sich aufrecht und reichte Ethan die Hand.

Ethan mustert Seth einige Sekunden. Sein Blick wandert von der ausgestreckten Hand zu dessen Gesicht.

Dann muss er tatsächlich lachen.

Nicht laut.
Nicht übertrieben.

Einfach ehrlich amüsiert.

Ethan Page:
"Moment...du glaubst wirklich, ich brauche dich?"

Er schüttelt leicht den Kopf.

Ethan Page:
"Seth, vor ein paar Wochen warst du damit beschäftigt, dich selbst auseinanderzunehmen. Jetzt erzählst du mir plötzlich, dass du der Mann bist, der meinen Titel relevant macht?"

Ethan tippt gegen die goldene Platte auf seiner Schulter.

Ethan Page:
"Das Ding ist relevant, weil ich es trage."

Das Schmunzeln wird breiter.

Ethan Page:
"Aber ich gebe dir in einer Sache recht. Lass uns ihnen einen Fight geben, den sie nicht vergessen."

Sein Blick fällt noch einmal auf die ausgestreckte Hand.

Ethan Page:
"Und wenn du nachher wirklich gewinnst...dann verspreche ich dir, dass ich als Erster überrascht bin."

Ob Überrascht hier das richtige Wort war? Seth sah Ethan prüfend an, die Finger fuhr er wieder ein, eh er langsam die Hand herunter nahm. War es kurz ein deutlich ernsterer Blick, der von ihm ausging, fand sich rasch wieder ein leichtes Schmunzeln auf seinen Lippen. Musste Seth sich eingestehen, dass er für einen Bruchteil ignoriert hatte, dass er hier ‘All Ego’ gegenüberstand und Ethan diese Rolle wie kein anderer verkörperte.

SETH ROLLINS: "Sieh… ich bin ein Verfechter von der Theorie, dass man sich zu jeder Zeit ändern kann. Sowohl zum Guten, als auch zum Schlechten. Keine dieser Phasen ist für immer, wenn man es so will. Die letzten Wochen und Monate, das war nicht ich… nicht wirklich. Daher.. ja, ich will sagen, es freut mich, heute Abend mit dir den Ring teilen zu können, um wieder zu beweisen, dass ich besser bin als diese sinnlose Zerstörung. Titel hin oder her. Natürlich obliegt es dem Champ hier seinen Einsatz zu wählen… ich bin gar nicht in der Position dies zu fordern."

Seth' Worte kamen zum Teil etwas zögerlich, überlegt. Nein, er wollte mit Ethan sicherlich keine hitzige Diskussion beginnen, wer womöglich ein besserer Titelträger sein würde. Dies wäre viel hypothetisch und angesichts Seth' Lage sehr anmaßend. Ein kurzes Räuspern lockerte die Szenerie, bevor Seth einen weiteren Anlauf nahm und Ethan die Hand reichte.

SETH ROLLINS: "Seh dich im Ring, Champ!"

Das Schmunzeln verschwindet keine Sekunde aus Ethans Gesicht.
Er blickt kurz auf die ausgestreckte Hand.
Dann wieder zu Seth.

Für einen Moment scheint er tatsächlich zu überlegen.

Schließlich schlägt er ein.

Nicht respektvoll. Nicht feierlich. Einfach selbstverständlich.
Als wäre das Ergebnis des heutigen Abends ohnehin bereits geklärt.

Ethan Page:
"Mach dir keine Sorgen, Seth."

Ein leichtes Grinsen.

Ethan Page:
"Wenn du heute Abend wirklich wieder der Alte bist...dann finde ich das als Erster heraus."

Ethan löst den Handschlag wieder, richtet den Westcoast Championship auf seiner Schulter zurecht und setzt bereits zum Gehen an.
Nach wenigen Schritten bleibt er noch einmal stehen.
Ohne sich umzudrehen.

Ethan Page:
"Und falls nicht...dann kannst du dir die nächsten sechs Monate Selbstfindung sparen."

[Bild: 3.jpg]

Sie müsste sich doch freuen! Vor ein paar Minuten hat sie einen wichtigen Sieg gegen eine Frau eingefahren, die bisher nur einmal im direkten One on One geschlagen wurde…und da auch nur durch Hilfe von außerhalb. Gut, okay…sie selbst hat auch in die Trickkiste greifen müssen! Aber dennoch…Bobbi Tyler hat Thekla geschlagen und hat sich damit, prinzipiell, weiterhin für höhere Aufgaben empfohlen. Dennoch sieht man sie nun im Backstage Bereich, wie sie langsam in Richtung der Locker Rooms geht und in sich gekehrt wirkt. Ihre Haut glänzt vom Schweiß und hier und da schimmern Schrammen und zarte Vorboten von blauen Flecken hindurch. Wenn man gegen die Toxic Spider kämpft, hat man eine ganze Weile etwas davon. Viel mehr beschäftigt die Blondine jedoch, was direkt nach dem Fight passiert ist. Thekla hatte ihre Wut an Bobs ausgelassen und wollte sie fürs Cheaten bestrafen. Fallon Henley verhinderte Schlimmeres. Dem Country Girl ist es wohl zu verdanken, dass Bobbi auf ihren eigenen zwei Beinen die Halle verlassen kann und die Nacht nicht in einem Krankenhaus verbringen muss. Zwar war sie ausgeknockt gewesen, doch inzwischen hat die Britin auf einem Monitor ein Replay gesehen und ist nun voll im Bilde.

bobbi.tyler: Warum hat sie das getan? Warum hat sie mir geholfen? Hätte ich das im Gegenzug auch gemacht? Hätte ich jemanden geholfen, mit der ich seit so vielen Wochen Stress habe? Und war ich zu undankbar?

Fragen über Fragen! Eine Hand wandert durch das feuchte Haar und zieht so ein paar nervende Strähnen aus ihrem Gesicht. Eigentlich hätte sie das Friedensangebot doch annehmen können. In den letzten Wochen hatte Bobs selbst immer wieder das Verlangen gespürt sich mit Fallon auszusöhnen…aber meist stand sie sich selbst im Weg! Bobbi’s eigene Arroganz und ihr Ego verbieten es ihr so eine „Schwäche“ zu zeigen. Obwohl sie das gleichzeitig auch albern findet. Sie kann sich immer noch für den Nabel der Welt halten und dennoch die Hand einer Frau annehmen, die ihr geholfen hat.

bobbi.tyler: Pf…ach, was mach‘ ich mir da für Gedanken? Bloody Hell! Fallon scheint sich ja wohl auch noch mit Thekla angelegt zu haben. Da muss etwas passiert sein, sonst hätte sie sie nicht für das Special herausgefordert! Nur wegen Thekla war sie am Ring, nicht wegen mir! Und wahrscheinlich hat sie mir nur die Hand gereicht, damit sie vor ihren Fans gut dasteht! Haha…ich lass‘ mich von der doch nicht instrumentalisieren. Farkin‘ Bitch!

Uuund da ist wieder die arrogante Bobbi! Grimmig grinsend leckt sie sich über ihre Lippen und redet sich ein, Fallon hätte ihr gegenüber eh keine guten Gedanken gehabt. Es ist nur so, dass sie im Inneren mit sich selbst kämpft, ob sie nicht zwanghaft versucht das Country Girl in ein schlechtes Licht zu rücken.

bobbi.tyler: Gosh, tut mir alles weh! Das wird mir Thekla büßen! Dafür mach‘ ich sie fertig!

Knurrend streckt sich die ehemalige Stevie Turner einmal durch und spürt, gefühlt, jeden einzelnen Knochen und jeden einzelnen Muskel. Ihr Körper lechzt nach Ruhe, weswegen sie ein Päuschen einlegt und sich auf einen Klappstuhl niederlässt, die zufälligerweise in ihrer Nähe steht. Da kann sie durchatmen und ihre Gedanken nochmal sortieren.

Während sich Tyler langsam entspannt, wird ein junger Mann auf sie aufmerksam. Er trägt eine rote Hose und ein weißes Poloshirt, auf dem ein rotes Kreuz abgebildet ist. Also gehört er zum medizinischen Personal. Und er weiß, welches Match Bobbi hinter sich hat und kann ihr ansehen, dass sie gerade unter Schmerzen leidet. Also folgt er seiner Bestimmung und will ihr helfen. Freundlich lächelnd geht er auf sie zu und beugt sich leicht nach unten.

Mediziner: Hey Bobbi, alles ok? Brauchst du Hilfe?

Er streckt seine Hand etwas aus, berührt Bobbi aber nicht. Tyler zuckt zusammen, als sie angesprochen wird. Als sie den Typen sieht, reißt sie panisch die Augen auf und spritzt auf. Dass sie dabei den Stuhl fast umwirft bekommt sie gar nicht mehr mit. Dabei kreischt sie mit hoher Stimme auf.

bobbi.tyler: FASS…MICH…NICHT…AN!

Hat er doch gar nicht gemacht! Doch alleine die Nähe zu ihm lässt ihr beinahe die Sicherungen durchbringen. Erschrocken weicht der Mitarbeiter zurück und versteht gar nicht, was gerade los ist. Bobbi, die wie ein ängstliches Kätzchen wirkt, das versucht sich selbst zu verteidigen, fletscht die Zähne und fährt noch die sprichwörtlichen Krallen aus.

bobbi.tyler: Komm‘ mir nicht zu nahe, ja? Sonst…sonst…

Den Satz bringt die Engländerin nicht zu Ende. Auch weil sie keine Ahnung hat, was dem „sonst“ folgen soll. Zumindest reicht es, um den jungen Mann auf Abstand zu halten. Sichtlich eingeschüchtert hebt er die Hände in die Höhe und geht einen großen Schritt zurück. Tyler reicht das nicht! Sie sieht ihn mit funkelnden Augen an und es fehlt eigentlich nur noch, dass sie ihn anfaucht. So weit kommt es dann doch nicht. Bobs dreht sich schnell um und will flüchten…rennt da aber beinahe in eine andere Person. Man muss inzwischen sagen, dass es „natürlich“ Fallon Henley ist, die vor ihr auftaucht! Bobbi, eh noch aufgewühlt und panisch, brummt hörbar auf und ballt ihre Fäuste. Henley erwidert den finsteren Blick und schiebt ihre Arme ineinander. Auch die Amerikanerin hat, ebenfalls dank Thekla, nicht mehr den frischesten Look. Direkt vor dem Match ist Fallon ja mit der Österreicherin aneinandergeraten. Deswegen ist sie zum Ring gerannt und deswegen wird sie in Deutschland gegen die Toxic Spider kämpfen.

Fallon Henley: Was ist eigentlich los mit dir? Was stimmt nicht mit dir? Ist dir eigentlich klar, dass ich dich gerade vor einer wild gewordenen Psychopathin gerettet habe?

Kaum spricht Henley zu ihr, hat Bobbi fast vergessen, dass sie hier vor dem Typen flüchten wollte, der sich aber eh schon zurückgezogen hat. Irgendwie hat das immer eine komische Wirkung auf sie, wenn sie mit der Brünetten spricht…oder besser gesagt, streitet. Egal in welche Richtung es geht!

bobbi.tyler: Jap, das ist mir klar! Ist auch der einzige Grund, warum ich dich hier und jetzt nicht windelweich prügle!

Sehr nett ausgedrückt! Fallon lässt den Kopf etwas hängen und zeigt ein süß-saures Lächeln. Was diskutiert sie überhaupt noch mit der Britin. So langsam sollte Fallon doch wissen, was für patzige oder arrogante Antworten sie dann bekommt.

Fallon Henley: Ich bin so fertig mit dir!

…haucht sie Bobbi entgegen! Diese hebt die Augenbrauen und hört endlich auf so hastig zu atmen. Aus irgend einem Grund macht dieser Satz etwas mit der ehemaligen Stevie Turner! Fühlt sich nicht gut an! Sie möchte etwas sagen, reißt den Mund auf…aber es kommt kein Ton heraus. Nicht einmal die überhebliche Bobbi meldet sich zu Wort. Henley sieht sie an und versucht dabei keinerlei Emotionen zu zeigen. Stumm macht sie einen Schritt zur Seite und geht an der Britin vorbei. Diese sieht Fallon nach…

“Du bist so kaputt! So verdammt kaputt!“

Bobs erschrickt über ihre eigene Stimme in ihrem Kopf! Das war gerade aus emotionaler Sicht wieder viel auf einmal! Plötzlich überkommt die Britin eine tiefe Traurigkeit. Als sie auch noch spürt, dass ihr die Tränen kommen können, will Bobs nur noch weg hier! Was würde sie dafür geben jetzt eine gute oder gar beste Freundin zu haben, in deren Arme sie sich einfach fallen lassen könnte. Aber da gibt es niemanden mehr! Fade off!

[Bild: 2.jpg]

Die letzte Show vor dem Special in Berlin und dem damit großen Finale der Europatour geht langsam dem Ende entgegen. Bevor wir uns mit den letzten beiden Matches befassen, musste man erneut die europäischen Fans positiv hervorheben. Selbst hier in Bern haben die Fans gezeigt, das man einfach Bock auf das hatte, was c2c ihnen bot. Viele US Crowds können sich hiervon tatsächlich eine Scheibe abschneiden. Gleich steht mit Drew McIntyre und Grayson Waller der Co Main Event auf dem Plan und man konnte bereits jetzt sagen, das Grayson eine sehr harte Mission vor sich hatte. Der schottische Hüne war alles andere als einfach, immerhin ist er ehemaliger World Champion und in den Augen vieler Fans würde man Drew sehr gerne wieder als Champion sehen. Da wir aber gerade von ehemaligen Champions sprechen, scheint das nächste Match noch warten zu müssen, denn es ertönt eine Theme, die von den Fans sehr positiv aufgenommen wurde.



Die Kamera schwenkt wild durch das Publikum, denn wir wissen, das ein Jon Moxley sehr selten den "normalen" Weg über die Stage zum Ring nehmen würde. Nach einigen Sekunden fängt das Kamerabild dann auch Jon ein wie er eine der Treppen zwischen den Fanreihen nutzt. Er war aber nicht alleine, denn vor Ihm bewegte sich keine geringere als Alexa Bliss die Treppe herunter, die neuerdings eine kleine "Zusammenarbeit" mit Jon eingegangen war. Natürlich war auch die Puppe Lilly mit dabei und fest in Alexas Arm.

Matthew Rehwoldt: "Ladies and gentleman...please welcome...Alexa Blisss and Jon Moxleyyyyy!!"

Unter Jubel kommen die Beiden dann auch and er Absperrung an und nachdem Alexa sehr galant über diese gesprungen war, folgte Jon mit seiner typischen Coolness, allerdings konnte man Ihm ansehen, das er alles andere als gut gelaunt war. Jeder dürfte wissen, was oder besser gesagt Wer der Grund für seine negative Laune war. Im Ring angekommen dreht Jon erstmal ein paar Runden im Ring ehe er sich zwei Mikros reichen lässt. Eines davon überreicht er Alexa, die aber zunächst nur Augen für Lilly hatte. Erst als Jons Musik ausklingt bleibt Jon neben Bliss stehen und blickt durch die Arena.

Jon Moxley
"Jeder der mich kennt, der weiß, das ich niemals meine Gefühle verstecke. Und ich denke das viele von euch schon gemerkt haben, das ich alles andere als gut gelaunt bin...aber das wäre noch viel zu positiv...ich bin nicht nur nicht gut gelaunt...ich bin sehr, sehr pissed!!"

Und wie er das war, das konnte Jeder sehen. Erneut geht er einige Schritte auf und ab, umkurvt dabei auch Alexa, die aber noch immer in ihrer eigenen kleinen Welt zu sein scheint. Die Blondine hatte zuletzt eh auf sich aufmerksam gemacht, da sie anscheinend Dinge sah die sonst kein Anderer sehen würde. Die Puppen schienen für Lexi ein Eigenleben entwickelt zu haben, welches selbst Bliss ein wenig unwohl fühlen ließ.

Jon Moxley
"Seit Wochen muss ich mit Danhausen herumschlagen und ich bereue es mittlerweile, das ich mich überhaupt mit Ihm auseinandersetzen musste. Seitdem er meinen Gürtel bei sich trägt schafft er es immer wieder, sich seinen Pflichten zu entziehen. Vor zwei Wochen lässt er sich auszählen und letzte Woche? Hat er nicht mal die Eier sich überhaupt zu zeigen! Und all das versucht er vermutlich damit zu begründen, das er ja so große Angst vor Alexa und ihren Puppen hier hat..."

Danhausen war bekanntlich nicht gut auf Alexa und ihr kleines Puppentheater zu sprechen. Man konnte in den letzten Wochen immer gut erkennen, das er Panik bekam, nur wenn man die Worte "Puppe" oder auch "Lilly" in den Mund nahm. Wie von einer Tarantel gestochen rannte er weg, immer wieder. Letzte Woche wurde Danhausen sogar von Alexa gefesselt. Allerdings war das nicht der richtige Danhausen, also war das nicht die Ausrede dafür, nicht zum match zu erscheinen.

Jon Moxley
"Und ich habe die Schnauze voll von diesem Kinderkram...Dan Boy ich weiß ganz genau was du hier spielst. Du nutzt deine gespielte Angst aus, um dich davor zu drücken, dich mir entgegenzustellen...komm jetzt hier raus und wir erledigen das wie zwei Männer...meine Geduld ist am Ende!!"

Da Jon seine letzten Worte beinahe ins Mikrofon spuckt, bebt die Arena noch einmal unter den Reaktionen der Fans. Einige jubeln ihm zu, andere warten gespannt darauf, ob Danhausen tatsächlich erscheinen wird. Jedoch bevor überhaupt irgendeine Antwort kommen kann, hebt plötzlich Alexa langsam ihr Mikrofon. Jon bemerkt es erst gar nicht und läuft noch immer unruhig durch den Ring. Alexa hingegen steht regungslos da und hält Lilly fest im Arm. Ihre Augen wandern kurz zur Entrance Stage und dann wieder ins Publikum. Und schließlich hebt sie das Mikrofon an ihre Lippen.

Alexa Bliss
"DANHAUSEN... Ich sage nicht, dass ich verstehe, warum du solche Angst hat. Ehrlich gesagt verstehe ich es selbst nicht. Aber ich habe seine Augen gesehen. Das ist keine gespielte Angst mehr... oder vielleicht doch und du belügst dich nur selbst. Danhausen... Ich weiß, dass du irgendwo da draußen bist. Und ich weiß auch, dass du wahrscheinlich gerade hinter irgendeiner Kiste sitzt und versuchst nicht zu hyperventilieren."


Einige Fans lachen... Sogar Jon muss widerwillig grinsen... Alexa hingegen bleibt vollkommen ernst und spricht weiter...

Alexa Bliss
"Aber hör mir bitte zu... Wenn das wirklich der Grund ist... dann verspreche ich dir etwas."


Jetzt macht sogar Jon einen Schritt zurück und überlässt ihr die Bühne.

Alexa Bliss
"Ich halte Lilly zurück... Kein Scherz hier ich zeige es dir!"


Mit ihrer freien Hand nimmt sie eines der Ringseile. Dann setzt sie Lilly demonstrativ auf das oberste Turnbuckle in der entferntesten Ecke des Rings. Weit entfernt von der Ringmitte und weit weg von der Entrance Stage. Alexa tritt sogar zwei Schritte zurück.

Alexa Bliss
"Kein Hinterherrennen... Kein gruseliges Anstarren.... zumindest versuchen wir das. Du bist nicht irgendein Typ aus dem Publikum... Und ganz ehrlich? Wenn du tatsächlich wochenlang vor einer Stoffpuppe davongelaufen bist... dann bist du vermutlich der einzige Mensch auf diesem Planeten, der das geschafft hat."


Die Halle bricht in Gelächter aus selbst Moxley lacht nun offen. Alexa schüttelt grinsend den Kopf.

Alexa Bliss
"Aber heute musst du nicht weglaufen... Komm raus und ich verspreche dir... ich passe auf, dass sie brav bleibt."


Während die Fans gespannt auf den Eingangsbereich blicken, sitzt Lilly regungslos auf dem Turnbuckle. Zumindest... scheint sie regungslos zu sitzen. Denn für den Bruchteil einer Sekunde könnte man schwören, dass ihr Kopf sich langsam in Richtung Entrance Stage gedreht hat.
Jeder Fan, sowohl die Kamera, blickt auf die Stage und wartet darauf, dass unser amtierender East-Coast-Champion herauskommt. Aber... es passiert nichts! Weder wird eine Theme abgespielt, noch erscheint jemand dort. Jon Moxley wird scheinbar erneut einfach sitzen gelassen!

Und Jon wirkte tatsächlich so, als würde es Ihn nicht mehr wirklich überraschen, das Danhausen weiterhin sich nicht traut, sich in die Nähe von Alexa zu begeben. Er schüttelt sichtbar mit dem Kopf und konnte sich dabei sogar ein Schmunzeln nicht verkneifen. Jons Blick wandert zur Lilly Puppe, dann zu Alexa und dann wieder zur Stage. Er war sichtlich genervt.

Jon Moxley
"Dan...ich gebe dir noch eine letzte Chance. Falls es dich beruhigt...ich lasse nicht zu, das Lilly dir was antut. Alexa hat ebenfalls ihr Versprechen gegeben. Denn wenn hier Jemand Hand an dich anlegt...dann bin ICH das!! Jetzt komm hier raus...und überreiche mir den Titel dann bist du fein raus. Wenn nicht komme ich nach dort hinten und werde dich suchen und wenn ich dich gefunden habe dann zerlege ich den ach so großen Danhausen in seine Einzelteile..."

Auch wenn Danhausen ein absoluter Fanliebling ist, können die Zuschauer hier in Bern sich dennoch nicht zurückhalten und fangen laut an zu jubeln, als Moxley ihnen einen solchen Kampf verspricht. Und der Jubel steigt sogar, als dann plötzlich wirklich endlich eine Musik ertönt. Doch ist es nicht Danhausens Theme und auch nicht das von dem Mann, dem Moxley den Titel erst entnommen hat, Roman Reigns. Auch Bayley ist es nicht. Oh nein, das ist... AJ Lee!



Die sexy Spider AJ Lee erscheint hier in der PostFinance Arena auf der Stage, gekleidet in fließenden bunten Stoffen, mit mehreren Ketten um den Hals hängend. In ihren Händen trägt sie sowohl ein Mikrofon als auch einen kleinen Räucherstäbchenhalter. Mit diesen begibt sie sich lächelnd zum Ring und wirkt tatsächlich nicht erzürnt, sondern ziemlich freundlich, als sie diesen erklommen hat und sich vor Moxley aufstellt. Mit einer respektablen Ruhe bleibt sie vor dem Lunatic stehen und schaut ihn zufrieden an. Sie schließt ihre Augen, atmet einmal tief ein und anschließend wieder aus und hält schließlich ihr Mikrofon an die Lippen.

 „Hey Jon! Weißt du, was mir aufgefallen ist? Nun... deine Aura ist heute irgendwie sehr aggressiv. Ich spüre irgendwie so viel negative Energie in deinem Herzchakra.“

What the? Die Fans können sich ein Lachen nicht verkneifen, während AJ nur verständnisvoll nickt. Will sie genauso wie Danhausen es sonst immer tut, diese ganze Thematik hier bloß ins Lächerliche ziehen? Das Lee hier anstatt Danhausen herauskam, machte Jons Laune nicht unbedingt besser. Während er zu AJ hinabschaut lässt er seinen Blick auch kurz zur Stage wandern und fängt dann an zu lachen.

Jon Moxley
"Jetzt schickt Danhausen schon dich vor ja? Gott wie erbärmlich muss man sein. Ich erwarte das Danny Boy seinen Arsch hier raus bewegt. Entweder er vakantiert seinen Titel oder er stellt sich mir nächste Woche gegenüber...ich habe die Schnauze sowas von voll...und ich habe keine Lust dann noch mit dir zu diskutieren. Dich geht das ganze nichts an also bitte ich dich freundlich, diesen Ring zu verlassen, okay?"

Daraufhin wandelt sich der Blick AJ Lees nun jedoch in einen etwas ernsteren Ausdruck, als sie ihren Finger hebt und wild umherwackelt, um Moxley zu zeigen, dass dieser unrecht hat.

 „Nun, ich fürchte, da irrst du dich. Ich habe sehr wohl etwas damit zu tun!“

Kommentiert die Sexy Spider und scheint dabei sogar etwas genervt zu sein. Ihr Blick wendet sich wieder Alexa Bliss zu, bevor er zu etwas ganz anderem geht. Langsam setzt sich AJ dann endlich in Bewegung und begibt sich in Richtung der Ringecke.

 „Denn schließlich bin ich es, die es jetzt schon seit Wochen ertragen muss, wie dieser Spinner sich vor Angst fast einscheißt! Und das nur wegen dieser dämlichen Puppe hier?“

Sagt sie und packt dann ruckartig nach Lilly, die Alexa auf der Ringecke abgestellt hatte.

Da AJ nach Lilly greift, verändert sich die Stimmung im Ring augenblicklich. Bis eben hatte Alexa noch vergleichsweise ruhig gewirkt vielleicht etwas genervt oder leicht frustriert aber ruhig. Doch in dem Moment, in dem AJs Hand die kleine Stoffpuppe berührt verschwindet dieses ruhige Lächeln vollständig. Die Fans bemerken es sofort und Alexa macht einen Schritt nach vorne. Langsam und bedrohlich und ihr Blick löst sich nicht für eine einzige Sekunde von AJ Lee. Und plötzlich wirkt die sonst so kleine Blondine deutlich gefährlicher, als ihre Körpergröße vermuten lassen würde. Alexa Bliss hebt langsam ihr Mikrofon.

Alexa Bliss
"AJ... Nimm sofort deine Hände von Lilly... fass Lily nicht an."

Die Zuschauer reagieren sofort mit einem hörbaren Raunen und selbst Jon Moxley schaut nun interessiert zwischen den beiden Frauen hin und her. Alexa tritt noch näher mittlerweile trennt sie nur noch wenig Abstand von AJ. Ihr Blick wandert kurz zu Lilly und dann wieder direkt in AJs Augen. Alexa atmet langsam durch man erkennt deutlich, wie sie versucht ruhig zu bleiben. Doch ihre Augen verraten etwas anderes dort steckt inzwischen echter Ärger.

Alexa Bliss
"AJ... ich glaube, du verstehst gerade nicht, worum es hier eigentlich geht."

Alexa bleibt unmittelbar vor AJ stehen. Ihre Stimme ist weiterhin ruhig, doch genau diese Ruhe wirkt inzwischen deutlich bedrohlicher als jedes Schreien.

Die Fans in Bern spüren die Spannung sofort. Keiner im Ring bewegt sich... Jon... AJ... nicht einmal Lilly. Alexa richtet ihren Blick auf die Hand der Sexy Spider, die noch immer die kleine Stoffpuppe festhält.

Alexa Bliss
"Du denkst, das hier wäre bloß irgendeine Stoffpuppe... vielleicht hast du sogar recht. Aber weißt du, was der Unterschied zwischen dir und mir ist? Seit Wochen passieren Dinge, die niemand erklären kann. Puppen tauchen an Orten auf, an denen sie niemals sein dürften. Menschen sehen Dinge... Menschen hören Dinge... Und Danhausen ist inzwischen nicht einmal mehr in der Lage, einen Ring zu betreten. Und glaub mir... Wenn selbst Danhausen mehr Angst vor Lilly hat als vor Jon Moxley... dann solltest du vielleicht wenigstens einen Moment darüber nachdenken, bevor du sie einfach anfasst."

Jetzt streckt Alexa ihre Hand aus.

Alexa Bliss
"Also werde ich das nur noch einmal sagen gib mir Lilly zurück. Weil ich wirklich nicht herausfinden möchte, was passiert, wenn sie glaubt, dass du sie nicht mehr hergeben willst."

Weiß Alexa wie unberechenbar die kleine Lily ist oder redet sie sich das nur ein?
Egal, was sie auch wissen mag... AJ scheint das ganze Puppenspiel ziemlich am Arsch vorbeizugehen.

 „Du glaubst nicht, wie scheißegal es mir ist, auf was für Drogen du oder Moxley seid. Und was Danhausen angeht, so werde ich mich um ihn kümmern.“

Wohl genau deshalb ändert sie ihren Griff um Lilly und hält sie nun seitlich mit einer Hand um den Hals geschlungen, als würde sie ihr gleich den Kopf abreißen wollen. Ihr Griff wird immer fester und so langsam wartet man nur noch darauf, dass diese grauenvolle und unheimliche Puppe anfängt zu schreien. In AJs Augen kann man den Blick einer wahnsinnigen Killerin sehen, während ihre Hände immer fester zupacken und sie nur noch einen Ruck machen müsste, um Lilly für immer von uns zu bringen. Für sie ist das hier keine lausige Kinderteeparty mit Puppen. Nein, AJ Lee kommt aus einer Zeit, wo mit Barbiepüppchen etwas viel Grauenvolleres gemacht wurde. Sie war schon immer etwas männlicher als die anderen Mädchen.

 „Aber zuerst wird es Zeit, das Problem mit dieser dämlichen Puppe hier ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen!“

Genervt atmet sie aus und zerrt wirklich an dem Kopf von Lilly, um zu versuchen, dieses lächerliche Schauspiel endlich zu beenden. Er sitzt fester, als man hätte denken können, aber da AJ immer weiter macht, merkt man, wie sehr sie diese Puppe und das, was sie aus Danhausen macht, ankotzt. Und lange dauert es nicht, da bemerkt man schon, wie ein paar Nähte reißen. Doch zum Glück für alle wird sie plötzlich von einer weiteren Theme unterbrochen und einer weiteren Person, die daraufhin die Stage betritt.



Und schnell erscheint die GM mit einem Mikrofon in ihrer Hand erhebt sie das Wort.

Bayley
"Wir halten jetzt alle mal die Füße still. Ich will hier keine Eskalation sehen."

Mit Füße still halten meine Bayley wohl vor allem AJ Lee, die aufhört, an Lilly zu ziehen. Sie musste sofort etwas sagen, sonst wäre es vermutlich zu spät gewesen.

Bayley
"Ich erkenne eine Gelegenheit mittlerweile sehr gut und hier haben wir eine Gelegenheit, die wir nicht einfach sausen lassen können. Die Spannung zwischen Moxley und Danhausen und die Spannung zwischen Alexa und AJ. Sie lassen sich so gut kombinieren. Der Eastcoast Championship wird beim Special in einem Mixed Tag Team Match verteidigt wenn Danhausen und AJ Lee auf Jon Moxley und Alexa Bliss aufeinandertreffen. Was in der Vergangenheit passiert ist zwingt mich eine Stipulation einzubauen. Danhausen, wenn deine Team ausgezählt oder disqualifiziert wird, dann wechselt dein Titel. Also kannst du dich diesmal nicht um einen Kampf winden. Zu guter Letzt noch eine Sache. Es gibt eine besondere Zuschauerin. Lilly wird diesem Match von einem ganz besonderen Platz beiwohnen, denn während das Matches befindet sie sich oben in einem Shark Cage."

Damit hat Bayley also ein Match beschlossen, womit die Fronten ihre Streitigkeiten klären können. Mit diesen Worten verlässt die GM die Stage auch wieder.

[Bild: 8484.jpg]

CO - MAIN EVENT
SINGLES MATCH
Drew McIntyre vs. Grayson Waller

[Bild: drewgrayson.png]
Writer: Michi

Grayson Waller befindet sich bereits im Ring

Die Halle wird leicht verdunkelt und durch diese Dunkelheit erklingt das Geräusch von aufeinanderprallendem Metall... wie Schwerter, die sich in einem gnadenlosen Duell treffen. Für die Fans in der Arena ist sofort klar, was das bedeutet…



Matthew Rehwoldt: "And his Opponent... from Ayr, Ayrshire, Scotland... weighing in at 275 pounds... Accompanied by the Mouth of the South Jimmyyy Hart...The scottish Warriorrrrr... DREWWWW MMMCINTYREEEEEE!"

[Bild: drewent1.png]

Die Arena bebt! Die Fans springen von ihren Sitzen, während Drew McIntyre langsam und voller Stolz die Stage betritt – an seiner Seite Jimmy Hart, der wie ein wild gewordener Terrier mit seinem legendären Megafon umherfuchtelt. Jimmy feuert Drew lautstark an, brüllt in sein Megafon und hyped die Crowd, als wollte er ihnen persönlich befehlen, noch lauter zu werden. Auch Jimmy erntet hier durchaus sehr positive Reaktionen, denn er war jetzt kein Butler mehr, er war das, was er am Besten konnte: Ein Manager mit Herzblut. Drew bleibt auf der Stage stehen, blickt einmal entschlossen in die Kamera, während Jimmy neben ihm aufgeregt hin- und herspringt. Dann nimmt Drew seine erste imposante Pose ein, und in diesem Moment schießt ein gewaltiges Flammenmeer aus dem Boden – das Symbol des unbändigen Feuers, das in diesem schottischen Krieger brennt. Jimmy klatscht begeistert in die Hände, während Drew entschlossen weiter auf den Ring zuläuft.

[Bild: drewent4.png]

Mit eisernem Blick richtet Drew seine Augen auf den Ring, bereit, den heutigen Kampf für sich zu entscheiden. Jimmy Hart läuft neben ihm, weiter das Megafon auf volle Lautstärke gestellt. Über die Ringtreppe betritt Drew den Ring. Jimmy bleibt draußen am Apron, brüllt weiter durch sein Megafon und heizt so weiter die Fans ein. Old School Jimmy Hart!

[Bild: 53191-belhaven-scottish-ale-033-fl.png]

Drew klettert in der Zwischenzeit auf die Ringecke, reißt seine Arm in die Höhe und lässt die Fans eskalieren.

[Bild: drewent5.png]

Zurück im Ring fixiert Drew seinen Blick auf seinen Gegner. Kein Lächeln, keine Spielchen, nur pure Entschlossenheit. Neben dem Ring steht Jimmy Hart, der ununterbrochen ins Megafon schreit und seinen Schützling noch einmal bis aufs Äußerste pusht. Drew ballt die Fäuste, sein Blick verengt sich, sein Atem wird schwerer. Der Scottish Warrior ist bereit. Jimmy Hart ist bereit. Doch ist sein Gegner auch bereit für das, was gleich kommt? Eines stand fest: Die Fans stehen hinter dem Schotten

Warnung! Spoiler!
DING DING DING

Nach dem Gong versuchte Waller zunächst, Drew mit seiner Schnelligkeit zu überrumpeln. Er umrundete den Ring, wich mehreren Griffversuchen aus und klatschte sich selbst auf die Brust, als hätte er bereits einen großen Erfolg erzielt. Drew ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Als Waller erneut nach vorne schoss, fing ihn McIntyre mit einem gewaltigen Shoulder Tackle ab. Der Australier landete hart auf der Matte dabei.

Die ersten Minuten gehörten klar dem Schotten. Drew kontrollierte das Tempo, zwang Waller immer wieder in die Ringecke und bearbeitete ihn mit harten Schlägen gegen Brust und Rücken. Besonders ein harter Chop ließ das gesamte Publikum hörbar reagieren. Waller taumelte benommen aus der Ecke, nur um direkt von einem Belly-to-Belly-Suplex durch den Ring geschleudert zu werden. Drew setzte zum ersten Cover an:

ONE...Kickout von Waller!

Doch Waller kam bereits bei Eins heraus und versuchte anschließend sofort, sich aus dem Ring zu retten. Draußen sammelte sich Waller kurz, doch Drew setzte nach. Der ehemalige World Champion packte seinen Gegner am Arm und schleuderte ihn mit voller Wucht gegen die Absperrung. Die Fans in der ersten Reihe sprangen begeistert auf. Waller erkannte, dass er dem direkten Schlagabtausch nicht gewachsen war, und begann zunehmend zu tricksen. Als Drew ihn zurück in den Ring befördern wollte, nutzte Waller einen Moment der Unachtsamkeit und rammte ihm die Schulter gegen den Ringpfosten.

Zum ersten Mal im Match konnte Waller die Kontrolle übernehmen. Sofort trat er mehrfach auf den angeschlagenen Arm und die Schulter seines Gegners ein, immerhin eine gute Taktik. Immer wieder verspottete er die Fans und brüllte Drew höhnisch an, er sei nicht mehr der gefürchtete Krieger von früher. Waller setzte einige gezielte Aktionen an, darunter einen Running Knee Strike und einen DDT, der Drew erstmals ernsthaft ins Wanken brachte. Das Cover folgte:

ONE...TWO...Kickout von Drew!!

Trotz seiner Dominanz musste Drew nun einige Rückschläge einstecken. Waller arbeitete clever, hielt seinen Gegner am Boden und setzte verschiedene Haltegriffe an, um dessen Kraft zu neutralisieren. Jedes Mal, wenn Drew versuchte aufzustehen, folgte ein weiterer Tritt oder ein gezielter Schlag gegen die Schulter. Doch die Fans unterstützten den Schotten lautstark, und langsam begann er sich zurückzukämpfen.

Als Waller erneut Anlauf nahm, fing Drew ihn plötzlich mit einer gewaltigen Clothesline ab. Beide Männer gingen kurz zu Boden, doch Drew war der Erste, der wieder auf die Beine kam. Mit neuer Energie folgten weitere harte Clotheslines, die Waller regelrecht durch den Ring schleuderten. Anschließend hob Drew seinen Gegner aus dem Lauf heraus hoch und zeigte einen kraftvollen Spinebuster. Das Publikum spürte, dass sich das Momentum wieder zugunsten des Schotten verschoben hatte.

Waller versuchte verzweifelt, den nächsten Angriff zu vermeiden, doch Drew ließ ihm keine Luft zum Atmen. Ein weiterer Belly-to-Belly-Suplex katapultierte den Australier quer durch den Ring. Als Waller sich in die Ecke rettete, stürmte Drew heran und traf ihn mit einem gewaltigen Corner Splash. Das anschließende Cover folgte:

ONE...TWO...Kickout von Waller!!

Die Verzweiflung war Waller nun deutlich anzusehen. Als Drew ihn für den Future Shock DDT vorbereiten wollte, gelang es ihm, sich zu befreien. Er stach seinem Gegner unbemerkt die Finger in die Augen und nutzte die Gelegenheit für seinen Rolling Flatliner. Plötzlich schien eine Überraschung möglich. Waller ging aufs oberste Seil und wollte mit einem spektakulären Elbow Drop nachsetzen. Doch als er absprang, rollte Drew im letzten Moment zur Seite. Waller krachte hart auf die Matte und schrie vor Schmerzen auf.

Langsam erhob sich Drew wieder. Die Fans standen inzwischen geschlossen hinter ihm. Waller zog sich mit letzter Kraft an den Ringseilen hoch, noch immer benommen von seinem Fehlversuch. Drew stellte sich in die gegenüberliegende Ecke und fixierte sein Ziel. Die gesamte Arena wusste, was nun kommen würde. Mit einem lauten Countdown der Fans stürmte Drew los.

"THREE! TWO! ONE!"

Wie ein Geschoss stürmte McIntyre durch den Ring und traf Grayson Waller mit einer vernichtenden Claymore Kick direkt am Kinn. Waller wurde regelrecht umgerissen und blieb regungslos auf der Matte liegen. Drew hakte sofort das Bein ein.

ONE...TWO...THREEEE!!!

DING DING DING

Here is your winner by Pinfall: DREWWWW MCINTYREEEEEEE!!

[Bild: 1.jpg]

Der Ringrichter ließ die Glocke läuten und die Arena explodierte vor Begeisterung. Nach einem über weite Strecken dominanten Auftritt stand Drew McIntyre als verdienter Sieger fest. Während seine Musik durch die Halle schallte, feierte er auf den Turnbuckles mit den Fans. Grayson Waller hingegen rollte sich frustriert aus dem Ring und musste anerkennen, dass er an diesem Abend gegen die schiere Kraft und Entschlossenheit des Schotten keine Antwort gefunden hatte. Drew McIntyre beendete den Abend mit einem klaren und überzeugenden Sieg durch seine gefürchtete Claymore Kick.

Pat McAfee: "Ein dominanter Sieg von Drew. Die kurze Offensive von Waller war leider nicht genug."

Cathy Kelley: "Vielleicht stärkt das Drew auch mal wieder ein wenig. Nächste Woche beim Special hat er das Gespräch mit Kali wo, so denke ich darüber, durchaus die nächsten Wochen danach beeinflusst werden."

Wade Barrett: "Wird aber Zeit das Drew auch das Gold wieder ins Visier nimmt. Dieser Sieg hat erneut bewiesen, warum er damals der World Champion war."

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Die Reise der Liga führt in dieser Woche nach Bern in die Schweiz. Genauer gesagt in die ausverkaufte PostFinance Arena, wo sich 17.031 Zuschauer versammelt haben, um einen weiteren Abend voller hochklassiger Action und emotionaler Momente zu erleben. Die Stimmung in der Halle ist bereits vor Beginn der Show elektrisierend, denn die Fans wissen, dass einige der größten Namen des Rosters heute Abend anwesend sein werden. Besonders gespannt richtet sich der Blick vieler Zuschauer auf die anhaltenden Spannungen zwischen Jey Uso und LA Knight. Was ursprünglich mit gegenseitigen Provokationen begann, hat sich in den vergangenen Wochen zu einer der persönlichsten Rivalitäten der Liga entwickelt. Nachdem Jey Uso einst die Beherrschung verlor und LA Knight mit einem Superkick niedergestreckt hatte, schien die Angelegenheit zunächst erledigt. Jedoch der Megastar vergaß die Respektlosigkeit nicht. Der Konflikt erreichte seinen bisherigen Höhepunkt, als LA Knight in das entscheidende No. 1 Contender Match zwischen Jey Uso und Roman Reigns eingriff und Jey damit die Chance auf ein World-Title-Match kostete. Während Knight sein Handeln als gerechtfertigte Antwort auf Jeys frühere Aktionen betrachtet, sieht Jey darin den Diebstahl der größten Möglichkeit seiner bisherigen Karriere.

In der vergangenen Woche trafen beide Männer erstmals wieder von Angesicht zu Angesicht aufeinander. Dabei räumte Jey zwar ein, sich damals von seinen Emotionen leiten gelassen zu haben, machte jedoch gleichzeitig deutlich, dass er LA Knight dessen Eingriff niemals verzeihen wird. Knight wiederum bleibt bei seiner Überzeugung, dass Jey die Konsequenzen seines eigenen Handelns tragen muss. Die Fronten sind verhärtet und die Spannungen größer findet das irgendwann ein Ende? Klärt sich alles in Bern auf?

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Die Kameras schalten durch die lautstarken Zuschauerränge der restlos ausverkauften PostFinance Arena. 17.031 Fans sorgen für eine beeindruckende Atmosphäre in Bern und freuen sich auf einen weiteren Abend voller Action. Immer wieder sind "YEET" Rufe und vereinzelte "YEAH!"-Chants zu hören, die zeigen, welches Thema die Fans aktuell besonders beschäftigt. Plötzlich springt der TitanTron an. Sofort richtet sich die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die große Leinwand. Die Kameras befinden sich nun im Backstagebereich der Arena. Einige Mitarbeiter laufen geschäftig durch die Gänge, bis die Kamera schließlich auf einen bekannten Superstar zoomt... "Main Event" Jey Uso. Sonnenbrille, weißes Shirt, Ketten um den Hals und ein ernster Gesichtsausdruck. Anders als sonst wirkt Jey heute deutlich fokussierter. Die Ereignisse der vergangenen Wochen scheinen ihn noch immer zu beschäftigen. Während er zielstrebig durch den Korridor läuft, wird er plötzlich von einer bekannten Stimme angesprochen.

Renee Young
"Jey! Jey, einen Moment bitte!"


Jey bleibt stehen und dreht sich zur Interviewerin um. Die Fans in der Arena reagieren sofort mit lautem Jubel, als Renee ins Bild tritt.

Renee Young
"Vielen Dank für deine Zeit. In den vergangenen Wochen hat sich die Situation zwischen dir und LA Knight immer weiter zugespitzt. Vergangene Woche habt ihr euch erstmals direkt gegenübergestanden und dabei einige sehr persönliche Dinge ausgesprochen. Du hast dabei öffentlich eingeräumt, dass dein damaliger Angriff auf LA Knight ein Fehler war und du dich von deinen Emotionen hast leiten lassen. Trotzdem scheint die Situation zwischen euch alles andere als geklärt zu sein. Deshalb möchte ich dich direkt fragen... Wie blickst du heute auf die Geschehnisse der letzten Wochen und vor allem auf LA Knight?"


Die Fans in der Arena werden sofort lauter. Einige rufen "YEET!" und andere warten gespannt auf die Antwort. Jey senkt kurz den Blick. Er wirkt nachdenklicher als gewöhnlich. Schließlich nimmt er die Sonnenbrille ab und schaut direkt in die Kamera.

Jey Uso
"Weißt du Renee... letzte Woche habe ich etwas getan, was nicht jeder Superstar hier machen würde. Ich habe Verantwortung übernommen. Ich habe vor den Fans gestanden und gesagt, dass ich damals einen Fehler gemacht habe. Dass ich mich von meiner Wut habe kontrollieren lassen. Und glaub mir... das fällt keinem leicht. Aber wenn ich eines gelernt habe, dann dass du stärker wirst, wenn du deine Fehler akzeptierst. Du wirst nicht stärker, indem du Ausreden suchst. Das Problem ist nur... während ich meinen Fehler eingestanden habe, steht LA Knight noch immer da und versucht zu rechtfertigen, was er getan hat. Er sagt, wir wären quitt. Er sagt, er hätte mir eine Lektion erteilt. Er sagt, ich hätte die Konsequenzen meines Handelns tragen müssen... vielleicht glaubt er das wirklich und Vielleicht redet er sich das jeden Morgen selbst ein. Aber tief im Inneren weiß er ganz genau, dass das hier längst nicht mehr um einen Superkick geht.“


Renee hört aufmerksam zu und nickt bei den Worten des Main Eventers. Als Jey endet, wartet sie einen Moment bevor sie ihre nächste Frage stellt.

Renee Young
"Aber Jey... wenn wir einmal die andere Seite betrachten. Glaubst du nicht, dass LA Knight diesen Zeitpunkt ganz bewusst gewählt hat?"


Jey zieht leicht die Augenbrauen zusammen.

Renee Young
"Ich meine... er hätte auf deinen Superkick direkt reagieren können. Er hätte dich in den Wochen danach konfrontieren können. Stattdessen hat er gewartet bis zu dem Moment, als du möglicherweise die größte Chance deiner Karriere vor dir hattest. Einige Leute behaupten deshalb, dass es LA Knight nie wirklich um Rache ging. Sondern darum, dir genau dann zu schaden, als du kurz davor warst, etwas zu erreichen, was er selbst unbedingt haben möchte... den World Title."


Jey schaut für einen Augenblick nachdenklich zur Seite. Die Frage scheint ihn durchaus zu beschäftigen. Schließlich fährt er sich mit der Hand über den Bart und blickt wieder direkt in die Kamera.

Jey Uso
"Weißt du was, Renee? Genau diese Frage habe ich mir selbst schon gestellt. Denn du hast recht. Wenn das alles wirklich nur wegen diesem Superkick gewesen wäre... warum dann ausgerechnet dort? Warum ausgerechnet in diesem Match? Warum nicht eine Woche vorher? Warum nicht zwei Wochen vorher? Warum nicht direkt in dem Moment, als es passiert ist? Stattdessen wartet er... Er wartet bis ich Roman Reigns gegenüberstehe und ein World-Title-Match in Reichweite ist. Er wartet bis mein größter Moment gekommen ist... Und genau deshalb fällt es mir schwer zu glauben, dass es nur um Vergeltung ging. Vielleicht irre ich mich... vielleicht wird LA Knight gleich irgendwo auftauchen und mir erklären, dass alles ein großer Zufall war. Aber ich glaube nicht an Zufälle, Uce."


Die Crowd reagiert laut.

Jey Uso
"Ich glaube, dass LA Knight gesehen hat, wie nah ich meinem Ziel gekommen bin und glaube, er hat gesehen, wie die Leute hinter mir standen. Ich vermute, er hat gesehen, dass Jey Uso nicht mehr nur der Typ aus der Bloodline ist. Und vielleicht... nur vielleicht... konnte der sogenannte Megastar das nicht ertragen."


Renee merkt sofort, dass Jey die vorherige Frage beschäftigt. Dennoch scheint sie noch einen Schritt weiter gehen zu wollen. Sie hebt das Mikrofon erneut an.

Renee Young
"Jey, wenn das tatsächlich stimmt und LA Knight bewusst auf den richtigen Moment gewartet hat... was sagt das deiner Meinung nach über ihn aus? Denn viele Fans sehen in LA Knight noch immer den selbstbewussten Megastar, der einfach nur auf Respekt reagiert hat. Glaubst du, dass die Situation vielleicht doch komplizierter ist, als er sie darstellt?"


Jey lächelt kurz... Allerdings ist dieses Lächeln nicht von Freude geprägt. Vielmehr wirkt es so, als hätte er sich genau diese Frage bereits mehrfach selbst gestellt. Er schaut einen Moment auf den Boden, bevor er wieder direkt in die Kamera blickt.

Jey Uso
"Komplizierter? Nah, Renee... eigentlich ist es sogar ziemlich einfach. LA Knight steht jede Woche da draußen und erzählt allen dieselbe Geschichte. Er sagt, er hätte mir nur eine Lektion erteilt. Er sagt, wir wären quitt. Er sagt, alles wäre eine Konsequenz meiner eigenen Entscheidungen gewesen. Aber wenn das wirklich die Wahrheit wäre... dann müsste er sich nicht ständig selbst davon überzeugen. Siehst du, Renee... ich glaube mittlerweile, dass LA Knight nicht nur mich belügt sondern auch sich selbst."


Die Fans reagieren lautstark.

Jey Uso
"Und noch schlimmer... ich glaube, er belügt jeden einzelnen Fan, der ihm Woche für Woche zuhört. Aber wenn du wirklich ehrlich bist, dann versteckst du dich nicht hinter Ausreden. Dann gibst du zu, was jeder längst sehen kann. Er hat gesehen, wie die Leute hinter mir standen. Er hat gesehen, dass Jey Uso nicht mehr nur irgendein Typ auf dem Roster ist. Und anstatt das zu akzeptieren, hat er versucht, mich zurück nach unten zu ziehen. Deshalb glaube ich nicht mehr an seine Geschichte. Und tief im Inneren glaube ich, dass er selbst längst weiß, dass ich recht habe. Die Frage ist nur... wie lange kann ein Mann seine Fans überzeugen, wenn er es nicht einmal schafft, ehrlich zu sich selbst zu sein?"


Mit diesen Worten blickt Jey direkt in die Kamera, während die Zuschauer in Bern lautstark reagieren und Renee Young die Brisanz dieser Aussage deutlich anzusehen ist. Doch plötzlich tritt Renee Young einen Schritt zurück doch warum?
LA Knight ist da - darum! Obwohl ordentlich gegen ihn geschossen wird und sicher der ein oder andere Punkt nachvollziehbar ist, reagieren die Fans in der Halle auch auf ihn laut! Seine Aktion gegen Jey Uso hat ihm vielleicht ein paar Sympathiepunkte gekostet...mehr aber auch nicht! Knight zeigt sich in Jeans, einem geben Shirt, auf dem in roten Buchstaben "LA Knight" steht, einer schwarzen Weste und einer Sonnenbrille auf der Nase. Letztere zieht er sich vom Gesicht, als er Uso gegenüber tritt. Bevor er aber auf diesen eingeht, wandern die Augen zu Renee. Amüsiert wirkt der Megastar nicht. Wobei...wann tut er das schon?

LA Knight: Renee, nennst du das objektiven Journalismus? Oder gibst du noch zu, dass du jetzt ein Jey Uso Fangirl bist, das seinem großen Helden die Fragen zuspielt, damit seine Geschichte schön rund bleibt? Und wer sind diese ganzen Leute, die das über mich behaupten? Du, Renee und Mrs Young? Braucht Jey jetzt eine Hypefrau, nach dem Heyman ihn nicht einmal mehr mit dem Hintern ansieht?

So ganz verstanden hat er diese explizite Fragen der blonden Kanadierin nicht. Aus der Sicht des Dunkelhaarigen überschreitet sie da ihre Kompetenzen, da sie Jey direkt in die Richtung lenken wollte, Knight hätte wohl mehr aus Neid, als aus Rache gehandelt. Die Interviewerin bleibt dabei stumm und drückt nur die Lippen aufeinander. Ob das nun ein "Schuldeingeständnis" ist oder sie keine Lust darauf hat, mit LA zu diskutieren, ist nicht klar. Für den Megastar auch nicht mehr relevant, da sein Hauptaugenmerk eh auf Uso liegt. Schmunzelnd lässt er einmal die Zunge schnalzen und deutet mehrere Male auf den Mann mit den samoanischen Wurzeln.

LA Knight: Jey Uso...du machst das echt nicht schlecht! Nein, wirklich nicht! Du kannst auf eigenen Beinen stehen, ohne die Bloodline und ziehst dein eigenes Ding durch! Ich gebe zu, ich hatte da meine Zweifel, ob du in diesem Haifischbecken überlebst, wenn du nicht mehr an Roman's Rockzipfel hängst. Aber bisher...gut!

Auch wenn diese Worte wohl eher wie Ironie und Hohn klingen, haben diese durchaus einen wahren Kern. Trotz ihrer Probleme, die sie seit dem letzten Special miteinander haben, kann LA durchaus etwas Respekt für Jey aufbringen. Das endet damit aber auch. Knight's Mimik wird wieder ernst.

LA Knight: Nun, du musst nicht darüber fantasieren, was ich vielleicht wie sagen werde, Bud'! Ich kläre dich gerne direkt, live und in Farbe, darüber auf. Yeah! Zum einen...es war natürlich kein Zufall, dass ich gerade dein Match gegen Roman Reigns gewählt habe. Wenn du jemanden eine Lektion erteilen möchtest...ihm Respekt beibringen willst, da er dir gegenüber respektlos war...was für einen Moment wählst du? Richtig...wenn der Lerneffekt der maximal größte ist! Klar, ich hätte dir ein oder zwei Wochen nach dem Kick auch backstage oder am Ring einen BFT verpassen können und es wäre gut gewesen! Vielleicht wären wir dann einfach unserer Wege gegangen! Aber du hättest es nicht begriffen und so weitergemacht wie vorher. Dann hättest du nie verstanden, dass Respekt in diesem Biz ein wichtiger Bestandteil ist und man sich nicht wie die Axt im Walde verhalten kann! Yeah! Davon abgesehen, um es EINMAL MEHR zu betonen...ich hab' dich gewarnt, dass du mir nicht auf meine Nerven gehen sollst! Hat dich nicht interessiert! Tja, jetzt stehst du mir gegenüber anstatt nächste Woche Kenny Omega herauszufordern!

Sicher kann man das auch als eine weitere Ausrede seitens LA Knight auslegen. Er sieht es dennoch als legitim an so zu denken.

LA Knight: Aber ich weiß es zu schätzen und erkenne es auch an, dass du deinen Fehler einsiehst! Nur...und gibt es das nächste, kleine Problem...wenn du dich wirklich deiner Verantwortung stellen würdest, so wie du es behauptest, würdest du nicht ständig zwanghaft versuchen mich zum Bad Guy in deinem Märchen zu machen! Dann würdest du die Sache wie ein Mann annehmen und mich dafür bluten lassen, was ich dir angetan habe! Oh yeah...DAS sind die Konsequenzen, denen ich mich stelle! Da übernehme ich die Verantwortung! Du sagst, ich verstricke mich in irgendwelchen Lügen? Nah Nah! Ich weiß, dass du wütend auf mich bist und es gar nicht erwarten kannst, mich in die Finger zu bekommen! Am liebsten würdest mir jeden Zahn einzeln ausschlagen? Hell...wahrscheinlich hast du große Lust mit hier und jetzt einen weiteren Superkick zu verpassen, damit dein neues Fangirl dich ordentlich abfeiern kann! Yeah!

Im Hintergrund schüttelt Renee augenrollend den Kopf. Knight achtet dabei aber nicht auf sie und hat nur Augen für Jey! Vermutlich auch deswegen, um rechtzeitig erkennen zu können, falls Uso ihn wirklich kicken möchte.

LA Knight: Das ist auch okay, Jey! Du und ich haben Probleme miteinander, die es zu lösen gilt! Und das nicht vor dem Mikrofon, sondern zwischen den Seilen! Yeah!

Darauf läuft es hinaus, das ist klar! Nur wann? Nächste Woche beim Special? Die Zuschauer machen wieder ordentlich Lärm. Sie freuen sich jetzt schon auf dieses Match.

LA Knight: Achja, fürs Protokoll...ich sehe, dass die Leute hinter dir stehen! Ich hatte dir ja schon gesagt, dass es mich zwar nervt, wenn sich ständig Leute aus dem Nichts vor mich schieben, ich damit aber im Endeffekt kein Problem habe! Ich kenn' die Situation und komme damit klar. Hell, es treibt mich sogar an, nur noch besser zu werden! Also...nein, das hat keine Rolle für mich gespielt. Ich hätte nicht anders reagiert, wenn du immer noch Roman's Hintern geküsst hättest!

Kann man glauben oder nicht! Aber Knight spricht es so aus, wie er es fühlt.

Die Kamera bleibt auf Jey Uso gerichtet. Während LA Knight seine Sicht der Dinge ausführlich dargelegt hat, bleibt der Main Eventer erstaunlich ruhig. Kein Zucken in den Schultern und auch kein aggressiver Schritt nach vorne. Stattdessen verschränkt Jey kurz die Arme vor der Brust und nickt mehrmals langsam vor sich hin. Fast so, als hätte er genau diese Antwort erwartet. Die Fans in Bern werden lauter, als beide Männer sich erneut gegenüberstehen. Jey blickt zunächst zu Renee, die sich inzwischen etwas zurückgezogen hat. Anschließend wandert sein Blick zurück zu Knight.

Jey Uso
"Du weißt, was lustig ist, LA? Vor ein paar Monaten hätte ich wahrscheinlich genau das getan, was du gerade erwartest. Ich hätte die Beherrschung verloren und hätte mich von meinen Emotionen leiten lassen. Vielleicht hätte ich dir sogar direkt wieder einen Superkick verpasst. Aber genau deshalb stehe ich heute hier und höre dir zu. Denn anders als du glaube ich nicht, dass man jede Diskussion mit einem Schlag lösen muss. Und weißt du was? Ein Teil von dem, was du gesagt hast, stimmt sogar..."


Jey Uso mustert LA Knight von Kopf bis Fuß ehe er weiter spricht.

Jey Uso
"Ja. Ich bin wütend auf dich... verdammt wütend sogar. Und ja... ich würde dich gerne in die Finger bekommen. Aber nicht, weil du mir eine Lektion erteilt hast sondern weil du immer noch nicht verstehst, worum es hier wirklich geht. Du redest ständig von Respekt. Immer wieder Respekt. Woche für Woche Respekt. Aber das Verrückte daran ist... der Mann, der am meisten über Respekt redet, hat letzte Woche selbst zugegeben, dass er bewusst den Moment gewählt hat, der mir am meisten schadet."


Ein deutliches Raunen geht durch die Halle.

Jey Uso
"Du wolltest den größtmöglichen Lerneffekt? Okay. Dann lass mich dir etwas beibringen. Respekt bedeutet nicht, jemanden dann zu treffen, wenn er am verletzlichsten ist. Respekt bedeutet, ihm direkt ins Gesicht zu treten und zu beweisen, dass du besser bist. Und genau deshalb sind wir unterschiedlich, Uce. Denn ich habe nie behauptet, perfekt zu sein. Ich habe nie behauptet, immer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber wenn ich einen Fehler mache, stehe ich dazu. Und genau deshalb glaube ich dir nicht, wenn du behauptest, dass es dir egal ist, wie die Leute auf mich reagieren."


Die Crowd wird sofort laut.
Knight bleibt ebenfalls ruhig und lächelt nur ganz leicht. Am Ende grinst er etwas gekünstelt und reibt sich einmal über den Bart. Jey hat durchaus gute Punkte, aber für den ehemaligen Eli Drake fühlt es sich so an, als würden sie sich etwas im Kreis drehen. Klar ist, dass sie nun ein gewaltiges Problem miteinander haben und dieses im Ring lösen müssen.

LA Knight: Jey, ob du mir das glaubst oder nicht, ist mir, ehrlich gesagt, ziemlich egal! LA Knight spricht aus, was er denkt und erklärt, warum er wie handelt! Mehr wirst du da von mir nicht bekommen. Yeah! Oh, ich weiß durchaus, um was es eigentlich geht. Für mich stellt sich eher die Frage, ob du es verstanden hast, Mister "Main Event"! Du stehst also zu deinen Fehlern...okay! Nur warum konntest du das erst, NACHDEM ich dir den Weg zum World Title verbaut habe? Warum hast du nicht die Woche davor, zum Beispiel, das Gespräch mit mir gesucht? Wie ich dir schon gesagt habe...wäre dir die Einsicht früher gekommen, hätte ich wohl dennoch ein Match gewollt, hätte mich aber wahrscheinlich bei deinem Kampf gegen Roman rausgehalten. So musste ich dir auf die harte Tour beibringen, dass man sich eben seinen Entscheidungen und den Konsequenzen daraus stellen muss. Erzähl' mir also nichts davon, du hättest davor schon etwas von "Respekt" gewusst! Lektion ist angekommen! Yeah!

Knight hält dem Blick von Uso weiter stand und schwingt den Zeigefinger dabei bedeutungsschwanger durch die Lüfte. Man merkt, dass hier zwei klare Meinungen aufeinandertreffen, die sich in einigen Punkten beißen. Auf wessen Seite man dabei steht muss jeder Fan und Zuschauer für sich entscheiden.

LA Knight: Du willst mir etwas über Respekt beibringen? Lass' mich diesen Gefallen erwidern! Respekt bedeutet auch, gleich zu Fehlern zu stehen und sich Selbsteflexion nicht erst mit dem Vorschlaghammer einprügeln zu lassen! Respekt bedeutet auch jemanden gegenüberzustehen, ihm direkt in die Augen zu sehen und zu sagen...Jey Uso, ich gebe dir die Chance auf Revanche! Nächste Woche in Berlin! Und wenn du mich schlägst, werde ich deine Hand schütteln und der ganzen Welt mitteilen, dass du der bessere Mann warst!

Ein ernst gemeintes Angebot? Vermutlich schon, da Knight eigentlich nicht unnötig mit Scherzen um sich wirft. Aber zumindest hat er so die klare Herausforderung für das Special ausgesprochen. Die Reaktion der Fans lässt nicht lange auf sich warten. Schon bevor Jey überhaupt antworten kann, brandet lauter Jubel durch die PostFinance Arena. Die Zuschauer haben verstanden, was LA Knight gerade getan hat. Nach Wochen voller Anschuldigungen, gegenseitiger Vorwürfe und persönlicher Angriffe liegt die Entscheidung nun bei Jey Uso. Der Main Eventer schaut Knight einige Sekunden lang einfach nur an.

Kein überhastetes Handeln stattdessen nickt er langsam vor sich hin.

Jey Uso
"Siehst du... DAS ist das erste Mal heute, dass ich das Gefühl habe, mit dem echten LA Knight zu reden... nicht mit dem Typen, der ständig versucht mir zu erklären, warum er im Recht ist... nicht mit dem Typen, der jede Woche neue Gründe findet, um seine Entscheidungen zu rechtfertigen sondern mit dem Mann, der endlich sagt, was die ganze Zeit offensichtlich war. Du und ich haben ein Problem miteinander. Ein Problem, das kein Interview lösen wird. Ein Problem, das keine Diskussion lösen wird. Und ganz sicher kein Problem, das dadurch verschwindet, dass wir uns Woche für Woche dieselben Geschichten erzählen. Du hättest dir die ganze Rede sparen können. Denn seit dem Moment, als du mir meine Chance auf den World Title genommen hast... warte ich auf genau diesen Moment."


Die Spannung ist greifbar.

Jey Uso
"Also ja... ich nehme dein Angebot an."


Die Halle bebt vor diesem spannenden Match nächste Woche.

Jey Uso
"Nächste Woche... Berlin... YEET vs. YEAH... Jey Uso vs. LA Knight... Und danach werden wir endlich herausfinden, wer der bessere im Ring ist..."


Die Zuschauer springen von ihren Sitzen auf, während Jey Uso und LA Knight sich Auge in Auge gegenüberstehen.... kurz darauf schaltet wieder die Kamera zum nächsten Ereignis.

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WINNER WINNER, WHISKEY SINNER!

Die Kamera nimmt uns mit in den Backstagebereich, wo wir in die medizinische Abteilung geschickt werden. Denn hier spielt sich etwas ab, was man den Augen der Fans nicht verwehren wollte. Die meisten Worker, die sich hier um die Gesundheit der Superstars kümmern, haben eigentlich gar keine wirkliche Lust, in diesem Augenblick hier zu sein, aber leider werden sie dafür bezahlt und müssen sich demnach auch um die Person kümmern, die hier mit einem stark angeschwollenen gebrochenen Fuß auf einer Liege sitzt. Und diese Person ist? Natürlich diejenige, die sich letzte Woche eben jenen Fuß eigens gebrochen hat. Die alte ECW-Legende und zurzeit absolut abscheuliche Death Dealer Raven!

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Gekleidet ist dieser in einem dunklen Hemd, dessen oberste Knöpfe offen stehen und das sichtbar zerknittert ist. Der Stoff wirkt an manchen Stellen vom Schweiß leicht dunkel verfärbt und sieht so aus, als hätte Raven schon seit Stunden keine Gelegenheit mehr gehabt, sich vernünftig herzurichten. Seine dunkle Jeans trägt sichtbare Gebrauchsspuren und etwas Staub und an seinen Füßen zeigen sich feste schwarze Lederstiefel. Und mit diesem Outfit sitzt er hier mit weit gespreizten Beinen auf einer dieser unbequemen Untersuchungsliegen im Behandlungszimmer und hat seine Arme vor der Brust verschränkt. An seinen Fingern sitzen silberne Ringe, mit denen er gelegentlich ungeduldig gegen die Armlehne klopft. Doch anhand seines Gesichtes merkt man, dass es ihm noch immer weiterhin verdammt dreckig geht. Jedoch sollte das wohl nicht mehr so lange anhalten, möchte man meinen. Er ist zwar weiterhin ziemlich blass und eingefallen, während sich auf seiner Stirn immer wieder kleine Schweißperlen bilden, aber man sieht ihm an, dass er die Beschwerden so gut wie möglich zu verbergen versucht.

Raven:
„„Huh? Hey! Was willst du denn hier? Willst du mir gratulieren, dass ich die Wette gegen Bayley gewonnen habe?"“

Anscheinend kam neben dem Kameramann noch eine andere Person hier in das Behandlungszimmer, wo Raven auf den Arzt wartet, der ihn wohl nach Hause schicken wird. Und diese Person wird auch der Grund sein, weshalb Raven versucht, so entspannt wie möglich zu wirken und die Arme nun hinter seinem Kopf verschränkt, um sich gemütlich auf die Liege zurückzulehnen.

Axiom
"Wie ein Gewinner siehst du nicht unbedingt aus."

Es ist Axiom, der hier an den Death Fighter herantritt. Der Spanier hatte in der Vergangenheit schon öfters mit Raven gemeinsame Sache gemacht. Auch wenn der Maskierte im Auftrag von Bayley zu Raven gekommen ist, herrscht eine Kollegialität zwischen den Beiden. In seiner Maske sieht man nicht viele Emotionen, doch hat er die Verletzung von Raven im Blick.

Axiom
"Was hast du gemacht?"

fragte der Maskierte aus Madrid, was den Verletzten aus Short Hills sofort die Augen verdrehen lässt. Sicher nervt es ihn etwas, dass Axiom hier einfach so das Thema wechselt. Aber er winkt diese Frage einfach nur weg und sieht die ganze Sache wohl nicht als so bemerkenswert an.

Raven:
„„Ach, nichts Wichtiges. Nur ein kleiner Trainingsunfall. Die Ringtreppe stand nicht ganz fest.““

Naja... das entspricht jetzt nicht unbedingt der Wahrheit, aber es ist wohl logisch, dass er Axiom nicht erzählen will, dass er sich seinen Fuß selbst gebrochen hat, indem er eine volle Gasflasche daraufgeschmissen hat. Das würde nur zeigen, wie absolut dreckig es ihm ging, und das wäre ein Zeichen von Schwäche. Und darauf hat Raven keinen Bock. Viel mehr will er lieber weiter damit angeben, dass er Bayley besiegen konnte.

Raven:
„„Trotzdem könntest du etwas mehr Stolz zeigen, meinst du nicht auch? Ich hab es immer noch drauf. Ich hab Bayley sogar richtig abgezogen. Hätte sie mir nur zwei Wochen frei gegeben, hätte ich die Wette auch schon angenommen, haha!““

Aber es stimmt. Raven hat die Wette gewonnen und auch wenn es vorhin noch sehr schwer gewesen ist, sich daran zu halten, hat er es bis zum Ende geschafft, zwei Wochen komplett clean zu bleiben. Und darauf scheint er sich auch wie ein kleines stolzes Kind zu freuen. Seine eigentliche Arbeit musste darunter zwar leider bereits wieder leiden und auch für Bayley war es sicher alles andere als angenehm, da Raven wirklich schlimm gewesen ist, aber am Endergebnis ändert das nichts. Er hat es geschafft und er ist der Sieger!

Axiom
"Ich hatte irgendwas gehört von wegen du solltest aufhören zu trinken. Das war also die Wette?"

Axiom scheint wohl nicht ganz im Bilde zu sein, was den Inhalt der Wette angeht. Zwar hat er gehört, dass der Death Fighter unter Alkoholentzug steht und das irgendeine Wette am laufen ist, doch hat er nicht beides in Kombination gesehen.

Axiom
"Wenn das der Fall ist dann sage ich Gratulation. Der Anfang ist bestimmt das schwierigste und du hast durchgestanden. Hoffe die zwei Wochen haben dir gezeigt, dass es auch ohne geht."

Axiom geht davon aus, dass Raven damit auf dem Weg ist mit dem Trinken aufzuhören und es über den Rahmen der Wette hinausgeht, dass die ECW Legende nichts mehr trinkt.
Das hätte wirklich sehr viele Vorteile für die Zukunft. Er könnte vielleicht beweglicher sein und aktiver im Training seiner Schüler mitmischen, anstatt ihnen immer nur alles von außerhalb des Rings zu sagen und zuzuschauen. Und er könnte wohl auch wieder fitter werden, um häufiger im Ring Matches bestreiten zu können.

Raven:
„„Ich dachte, du bist Bayleys Schoßhündchen und sie erzählt dir immer alles!““

Natürlich antwortet Raven auf eine Art und Weise, wie man es von ihm erwartet. Vor den Kopf stoßend und ernst. Das ist es, wie Raven ist. Beleidigend stößt er jeden, mit dem er auch nur einen Hauch von Nähe aufbaut, von sich ab und zieht dabei alles nur ins Lächerliche. Der Verzicht auf den Alkohol hatte ab und zu Momente gezeigt, in denen die Mauer um sein Herz zwar ein wenig eingerissen ist, aber scheint diese so fest aufgebaut zu sein, dass es durchaus mehr benötigt, um hindurchzublicken ... auch wenn immer häufiger Situationen entstehen wie nun hier.

Raven:
„„Ich muss ehrlich sein ... die 2 Wochen haben mir tatsächlich etwas gezeigt ... ich bin süchtig!““

Sagt er leise, während sein Blick auf den Boden wandert. Raven hat gerade zugegeben, dass er alkoholsüchtig ist! Wer hätte so etwas jemals gedacht? Also, man wusste, dass er es ist, so oft wie er sich wegschießt und so, wie er seinen eigenen Körper zerstört hat, um die Pause zu überstehen, aber dass er es zugibt, ist etwas komplett anderes. Er sieht es ein! Das ist die schwerste Hürde für viele, aber der beste erste Schritt auf dem Weg zur Besserung. Es könnte wirklich sein, dass Raven sein Leben verbessern kann und dass jetzt endlich alles ...

Raven:
„„Hast du Bock, gleich noch gemeinsam einen trinken zu gehen?““

… bitte was? 😐

Axiom
"Du hast 2 Wochen durchgestanden und das willst du jetzt einfach wegschmeißen?"

Axiom kratzt sich am Hinterkopf. Mit dieser Aussage hat er jetzt nicht gerechnet, auch wenn sie noch am ehesten von Raven kommen konnte.

Axiom
"Du meinst, du hättest Bayley abgezogen, aber ich wette ihr war es egal dir irgendwas zu geben. Sie wollte dir helfen von deiner Sucht wegzukommen wie du es selbst sagst."

Wahrscheinlich könnte sich Bayley auch erlauben Raven nie wieder in den Ring zu setzen. Wenn man gesehen hat, was der Death Fighter zum Teil bei seinen Matches anstellt ist das nichts, was die Zuschauer sehen wollen.
Langsam beugt sich Raven auf und steht so allmählich von der Liege auf. Wobei er noch sitzen bleibt. Ohne Krücke wird es mit diesem Fuß ohnehin schwer, sich fortzubewegen. Auch wenn bis eben noch ein leicht besorgter Ausdruck in seinem Gesicht lag, so lächelt er nur wieder. Wie als hätte er sich die Maske zum eigenen Schutz wieder aufgesetzt. Die Maske, die das riesige Arschloch aus ihm herausholt, mit dem er jeden einzelnen Menschen vor den Kopf stößt und von sich wegdrängt. Mit der er kein Risiko auf eine nähere Beziehung eingehen muss.

Raven:
„„Tja, nur schade, dass ich Sie nie um Ihre Hilfe gebeten habe. Ich werde nicht aufhören zu trinken.““

Sagt er, während er seinen Blick wieder auf Axiom richtet. Es stimmt natürlich ... Bayley hat das alles gemacht, ohne Raven zu fragen. Sie musste ihn sogar davon überzeugen, aufzuhören. Sie hat es zwar geschafft, aber so ist es natürlich nur schwierig, jemandem wirklich zu helfen.

Raven:
„„Ich sagte, ich bin süchtig. Nicht, dass ich ein Problem habe. Mir geht es vollkommen in Ordnung! Ich schaffe es, meinen Job zu machen, ich bin gesund genug, damit mich die Ärzte hier in den Ring lassen, und ich zahle meine Rechnungen. Ich bin nicht defekt!““

Sagt er und ... nun ja, viele Menschen würden sagen, dass er da recht hat. Aber wenn man sich sein Leben mal so anschaut ... er ist völlig alleine ... er hat niemanden bei sich ... er ist nie wirklich gut gelaunt, ist jedes Mal völlig heruntergekommen und wenn er es nachts mal nicht alleine ins Hotel schafft, wacht er morgens in irgendwelchen Gassen mit riesiger Alkoholfahne auf. Das ist kein Leben, das man als wirklich funktionabel ansehen würde.

Man würde zu gerne den Gesichtsausdruck von Axiom hier der Maske sehen. Er steht da und saugt auf, was Raven ihm sagt.

Axiom
"Tut mir Leid aber ich trinke nicht. Oder muss ich mir Sorgen machen weil du jemanden brauchst, der auf dich aufpasst?"

Immerhin ist der Death Fighter immer noch schwer verletzt. Wenn er jetzt noch dazu betrunken ist, dann könnte er Schwierigkeiten haben. Zwar hat er keine Lust mitzutrinken, doch kann er aus Gewissensgründen Raven nicht einfach alleine rausgehen lassen.

Axiom
"Es ist noch nichts schiefgegangen. Ich denke das ist nur eine Frage der Zeit wenn du wieder anfängst zu trinken."

Raven schaut zwar kurz zu Boden, doch benötigt keine Sekunde, um seine Maske noch fester aufzuziehen.

Raven:
„„Das ist keine Frage der Zeit. Ich werde es heute Abend machen!““

Vom Spaß zur Ernsthaftigkeit. Ein Wechsel, der Axiom wohl nicht leichtfällt. Normalerweise würde man Ravens sarkastische Bemerkung mit einem Augenrollen oder einer eigenen Spitze beantworten. Doch heute bleibt einem das Lachen wohl viel mehr im Hals stecken. Axiom sollte Raven wohl inzwischen gut genug kennen, um zu erkennen, wann dieser bloß provoziert und wann er etwas tatsächlich ernst meint. Und genau das macht Ravens Antwort wohl so beunruhigend. Raven senkt seinen Blick kurz, bevor er seine Maske wieder aufsetzt. Nicht die auf seinem Gesicht, sondern die, hinter der er sich seit Jahren versteckt. Die gleiche Maske, die immer dann erscheint, wenn er nicht zeigen will, wie schlecht es ihm wirklich geht. Gerade deshalb gefällt einem wohl Ravens Antwort überhaupt nicht. Nicht weil Raven wieder trinken will, sondern weil er dabei klingt, als hätte er die Entscheidung längst getroffen. Und das ist meistens der Moment, in dem niemand mehr zu ihm durchdringt.

Raven:
„„Warum auch nicht? Mir geht es blendend so!““

Diese Antwort kommt so schnell, so selbstverständlich, dass sie beinahe glaubwürdig wirken könnte. Beinahe. Würde man Raven nicht kennen, könnte man ihm diese Worte vielleicht sogar abkaufen. Doch die zittrigen Hände, die schlaflosen Augen, die Gereiztheit und die Momente, in denen Raven wirkte, als würde er nur noch von purem Trotz auf den Beinen gehalten werden, zeigen, dass einem diese Worte, die er hier bringt, wohl viel mehr Sorgen machen sollten. Nicht weil Raven behauptet, es gehe ihm gut, sondern weil er offensichtlich selbst versucht, daran zu glauben.

Axiom
"Es tut mir Leid, aber ich kann mir das nicht mit ansehen. Ich denke du willst mich deswegen auch nicht dabei haben."

Axiom sieht es nicht als seine Aufgabe Raven vor sich selbst zu beschützen. Das kann er nicht. Überraschenderweise wendet er sich von Raven ab, aber nicht um den Raum zu verlassen, sondern stattdessen dreht er sich um, wo er auf einer Theke etwas auf Papier schreibt. Dann dreht er sich wieder zu Raven. Dabei will er dem Death Fighter aushändigen, was er soeben geschrieben hat.

Axiom
"Leg das in deine Jacken oder Hosentasche. Jedenfalls so, dass sie jemand finden kann. Wenn irgendwas sein sollte, dann kann man mich kontaktieren."

Auch wenn Axiom nicht zum Saufgelage dazugehören will, kann er Raven nicht einfach so seinem Schicksal überlassen. Er erklärt sich gerade selbst als die Notfallkontaktperson für die ECW Legende. Es überkommt dem Spanier wie ein Horror sich vorzustellen, dass der Trainer irgendwo bewusstlos in einer Gasse rumliegt. Etwas was Raven als nicht so problematisch empfindet.

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Raven versteht durchaus, worauf sein ehemaliger Trainingskollege hinauswill. Vielleicht versteht er es sogar besser, als er jemals zugeben würde. Doch während die Worte noch immer zwischen ihnen hängen, fehlt ihm jede Kraft, darauf zu reagieren. Nicht, weil sie ihn nicht treffen würden, ganz im Gegenteil. Sondern weil er längst gelernt hat, dass es nichts bringt, Menschen aufzuhalten, wenn sie sich bereits zum Gehen entschieden haben. Der Death Fighter macht daher keinen Versuch, Axiom umzustimmen. Stattdessen redet er sich ein, dass es ihm egal sein sollte. Dass er niemanden braucht. Dass er schon immer alleine besser zurechtgekommen ist. Und doch bleibt da etwas zurück. Etwas, das er weder zeigen noch aussprechen wird. Denn so sehr Raven sich nach außen hin gleichgültig gibt, so sehr weiß er auch, dass es ihm definitiv besser gefallen hätte, heute Abend nicht alleine in einer Bar zu versauern, sondern mit Leuten, mit denen man zusammen Spaß haben kann. Und wenn es nur Axiom wäre. Und vielleicht ist ausgerechnet das der Grund, warum er es nun ist, der hier ziemlich vorwurfsvoll und ruppig auf Axioms Versuch reagiert, Sorge zu zeigen.

Raven:
„„Was soll ich denn mit so einer Scheiße?““

Raven wird einen Scheiß tun, diesen Zettel anzunehmen. Er ist doch kein Kind mehr, das einen Muttizettel benötigt, und auch noch kein Rentner im Alter von Ric Flair, der ohne Rollator nirgends mehr hinkommt. Selbst mit gebrochenem Fuß ist er fitter als so manch anderer im hiesigen Roster. Diese jämmerliche Fürsorge Axioms ist also komplett sinnloser Schwachsinn.

Raven:
„„Hey, wenn du ein Problem damit hast, ist das nicht mein Problem … ich betrinke mich bereits seit über 40 Jahren und habe früher sogar noch ganz andere Dinge zu mir genommen. Klar behaupten die Ärzte, ich hätte nur dadurch meine Diabetes, aber das ist Schwachsinn. Mir geht es gut und ich schaffe es, mein Leben zu leben. Also hör auf, mich zu behandeln, als sei ich ein verwahrloster Krüppel oder so, der Hilfe benötigt. Mir geht es gut!““

Und mit diesem wutentbrannten Ausbruch Ravens verschwindet Axiom dann aus dem Raum, seine Schritte verhallen in der Dunkelheit und die ECW-Legende bleibt allein zurück. Für wenige Sekunden sitzt er noch kerzengerade da auf der Liege, die Brust stolz geschwollen, die Fäuste geballt, als hätte er gerade einen Kampf gewonnen. Doch als die Stille der Einsamkeit über ihn hereinbricht, sacken seine Schultern schlagartig nach unten. Der Trotz weicht einem leeren, ausgebrannten Blick. Er atmet schwer, holt seinen Flachmann aus der Jackentasche heraus und nimmt einen tiefen, fast schon mechanischen Schluck. Er ist wieder allein. Von seinen eigenen Dämonen gejagt. Eine gebrochene Seele, die in ihrer eigenen Dunkelheit gefangen ist und bei der man hofft, dass sie doch noch irgendwie, irgendwo und irgendwann Rettung erlangen kann. Und damit scheint die ganze Szene hier schlussendlich mit dem langsamen Ausblenden des Bildes in ein endgültiges Schwarz beendet zu sein.

[Bild: HIST.jpg]

MAIN EVENT
c2c WESTCOAST CHAMPIONSHIP
Seth Rollins vs. Ethan Page ©[/b]
[Bild: ethanseth.png]
Writer: Becks

Die Arena taucht schlagartig in tiefste Dunkelheit. Die wenigen verbliebenen Lichter flackern unruhig in einem kalten Ton. Auf dem gewaltigen LED-Tron erscheint ein verstörendes Video-Package: schwarze Flammen, die alte Aufnahmen von Seth Rollins verbrennen, zerbrochene Titelgürtel, verratene Partner, blutige Gesichter von Gegnern. Dazwischen blitzen verzerrte Bilder auf: Rollins’ Augen, die vor Hass glühen, und der immer wiederkehrende Schriftzug in zerrissener Schrift: „BURN IT ALL DOWN… “
Die Musik setzt ein. Ein schwerer, bedrohlicher Industrial-Track mit tiefen, verzerrten Gitarren, dröhnenden Drums und einem Chor, der wie ein gequälter Schrei klingt. Es beginnt mit einem langen, verzerrten Schrei, das wie ein Todesurteil klingt.

BURN IT DOWN



Seth Rollins tritt langsam durch den Vorhang. Er bewegt sich nicht energiegeladen, sondern viel mehr vorsichtig. Ein erster Blick schweift über das anwesende Publikum. Sein Look unverändert dunkel, aber er verbreitet damit nicht diesen unterschwelligen Hass, wie noch zuvor. Ein geläuterter Mann? Zumindest wieder auf dem Weg zu sich selbst. Ein Teil der Zuschauer jubeln ihm aufmunternd zu, während doch hier und da noch ein paar Buhrufe durchkommen.

Komplett in schwarz gekleidet, trägt er eine mit übergrößen Nieten besetzte Jacke. Der dichte Nebel, durch den er soeben gekommen ist, sammelte sich in dem Stoff und wird über die Nieten wieder abgegeben. Ein unheilvoller Rauch, den Seth hinter sich her zieht, eh er jetzt energisch die Arme zur Seite ausbreitet und zumindest wieder etwas lebhafter der Menge entgegnet.

[Bild: f899ce20571aee912fff154b7187520fd8b3e9d4.pnj]

Matthew Rehwoldt: "The following contest is the Main Event of the evening, scheduled for one fall …and it is for WESTCOAST CHAMPIONSHIP…
At first, the challanger… from Davenport, Iowa… weighing in at 225 pounds…
SETH freakin’ ROLLINS!
"

Bei der Nennung des Namens brechen einzelne Feuerkegel auf. Gepaart mit der durchbrechenden Dunkelheit tauchen sie die Arena in ein unheimlich wirkendes Licht. Dichter, weißer Rauch breitet sich über den Boden aus. Die Menge reagiert gemischt verhalten. Ein Teil singt seine alte Theme mit, während der Großteil unsicher abwarten.
Über die anstehende Ringtreppe steigt er auf den Apron und letztlich durch die Seile in das heilige Seilgeviert. Er steuert direkt den hinten Turnbuckle an und steigt hinauf. Natürlich kann er die gemischten Reaktionen verstehen und so entgegnet er ihnen.

SETH ROLLINS: “Ich habe es versprochen. Ich habe es versprochen, mich zu ändern. Ihr werdet es sehen.”

Ganz so sicher sieht er dabei nicht aus. Viel mehr bittet Seth hier darum, dass man ihm die nötige Zeit gewährt. Es war ein langer, aufreibender Prozess, in dem er die komplette Kontrolle verloren hatte, diese erlangt er nicht im Handumdrehen zurück. Wider von der Ringecke herunter gesprungen, entledigt er sich seiner Jacke und blickt abwartend zur Bühne. Von der aus jeden Moment der Champion erscheinen müsste.

Pat McAfee: “Hier sind wir nun, im Main Event des Abend. Ethan Page gegen Seth Rollins um den Westcoast Titel.”
Cathy Kelley: “Irgendwie bin ich dankbar, dass Ethan hier Seth die Chance gibt. Eine solche Bühne motiviert ihn sicherlich wieder der alte sein zu wollen.”
Pat McAfee: “Gott Cathy, lass das bloß Ethan nicht hören… ich kann dieses Grinsen nicht ertragen.”
Wade Barrett: “Auch Ethan braucht dieses Match. Von daher bin ich gespannt wie beide sich geben werden.”

Die Arena verdunkelt sich leicht, bevor ein tiefes, pulsierendes Beat einsetzt. Auf dem Titantron erscheint ein großes, goldenes Ego-Logo, das sich langsam dreht. Dann explodiert die Bühne in hellem, goldenem Licht.

E-E-E-G-G-G-O-O-O
KILL ‘EM WITH THE RHYTHEM
KILL ‘EM WITH A SSmileILE




Ethan Page tritt durch den Vorhang, den Westcoast Championship fest um die Hüfte geschnallt. Er bleibt am oberen Ende der Rampe stehen, breitet die Arme weit aus und lässt sich von den Lichtern und der Reaktion des Publikums einhüllen.

[Bild: 5e2751240a82979829ee577f0d506e5b6e2c96e6.pnj]

Mit einem überheblichen Grinsen auf dem Gesicht beginnt er seinen Walk die Rampe hinunter. Jeder Schritt ist bewusst langsam und dominant. Er trägt eine schwarze Trainingsjacke über seinem Ringoutfit, welche er lässig offen trägt. Auf dem Weg zur Ring klatscht er gezielt keine Hände ab, stattdessen zeigt er mit dem Zeigefinger auf einzelne Fans und schüttelt spöttisch den Kopf, als wären sie seiner nicht würdig.

Matthew Rehwoldt: "Making his way to the Ring... from Hamilton, Ontario, Canada ... weighing in at 225 pounds... He is the c2c WESTCOAST CHAMPION... He is "All Ego" ETHAN - PAGE!"

Am Ring angekommen, steigt er die Stufen hinauf, wischt sich demonstrativ die Füße am Apron ab und betritt den Ring durch die mittleren Seile. In der Mitte des Rings bleibt er stehen, nimmt den Westcoast Championship von seiner Hüfte und hält ihn mit beiden Händen hoch über seinen Kopf. Er dreht sich langsam im Kreis, damit jeder in der Arena den Titel sehen kann. Die Beleuchtung in der Arena normalisiert sich wieder und die Musik klingt langsam aus. Für einen Moment übernimmt der Ringrichter das Geschehen und erhält von Ethan den Titel. Der Offizielle präsentiert das Gold für Seth und dann dem noch amtierenden Champion, eh er es für das Publikum in die Höhe reckt. Eine kurze Anweisung an die Athleten, dann ertönt die Glocke.

Warnung! Spoiler!
DING DING DING

Die beiden Ausnahme-Kämpfer stürmten nicht stumpf aufeinander los. Sie begannen, sich langsam im Kreis zu bewegen, die Fußspitzen flach auf der Matte, die Finger leicht gespreizt, bereit für den ersten Griff. Page machte den ersten Schritt nach vorne, täuschte einen hohen Schlag an, doch Rollins wich mit einem geschmeidigen Sidestep aus. Das Publikum feuerte das erste Raunen in die Halle. Wieder umkreisten sie sich. Dann der explosive Schritt aufeinander zu: der klassische Lock-Up mitten im Ring.

Page, der körperlich etwas stämmiger gebaut war, nutzte sofort sein Gewicht, drängte Rollins zurück in die Seile und drückte seinen Unterarm gegen Seth’ Kehle. Der Ringrichter zählte den Champion an: „Eins… Zwei… Drei…“ Bevor der vierte Zähler ertönte, löste Page den Griff. Doch anstatt sauber zurückzuweichen, strich er Rollins mit einer provokanten, langsamen Bewegung über die Wange und verbeugte sich höhnisch. Rollins quittierte die Respektlosigkeit nur mit einem kalten, fast unmerklich härteren Kieferdruck.

Der nächste Lock-Up folgte sofort. Diesmal war es Rollins, der flüssig konterte. Er tauchte unter Pages rechtem Arm hindurch, schnappte sich das Handgelenk des Champions und drehte es in einen schmerzhaften Wristlock. Page stöhnte kurz auf, ging tief in die Knie, um den Druck zu mindern, und konterte mit einem eleganten Kip-Up, er sprang aus der Rückenlage direkt wieder auf die Füße und drehte den Spieß um, indem er Rollins’ Arm in einen Hammerlock hinter dessen Rücken zwang.

Seth ließ sich davon nicht beirren. Er nutzte den Schwung der Seile, warf sich nach vorne und rollte sich über die Schulter ab, um den Griff zu lösen. Kaum stand er wieder, feuerte er einen blitzschnellen Knife Edge Chop ab. Das laute Klatschen der flachen Hand auf Pages Brustkorb hallte bis unters Hallendach. Page keuchte, wich einen Schritt zurück, doch Rollins setzte sofort nach: Ein brutaler Dropkick genau gegen das Knie des Champions, der Page das erste Mal in diesem Match auf die Bretter schickte.

Page rollte sich sofort auf den Bauch und kroch zurück auf die Beine, sichtlich überrascht von der Aggressivität, mit der Rollins aus den Startlöchern kam. Doch Rollins gab ihm keine Atempause. Er nahm Anlauf in den gegenüberliegenden Seilen, tauchte unter einem verzweifelten Clothesline-Versuch von Page hindurch und federte erneut ab. Page antizipierte die darauffolgende Bewegung, fing den heranstürmenden Rollins mitten in der Luft ab und hämmerte ihn mit einem lehrbuchmäßigen, markerschütternden Spinebuster flach auf den Rücken. Das Cover folgte im Bruchteil einer Sekunde: Eins… Zwei… doch Rollins riss die rechte Schulter mit einem wütenden Kickout hoch.

Page kniete über ihm, atmete schwer durch die Nase und klopfte sich grinsend auf die Oberschenkel. Er deutete dem Ringrichter mit zwei Fingern an, wie nah das bereits am Sieg war. Dann packte er Rollins an den Haaren, zog ihn unsauber nach oben und schleuderte ihn mit einem harten Irish Whip in die Ringecke. Rollins prallte mit dem Rücken voran gegen das Polster, sackte leicht in sich zusammen und hielt sich den unteren Rücken. Page nahm auf der anderen Seite des Rings Anlauf, um Rollins mit einer stürmischen Corner-Clothesline endgültig den Atem zu rauben.

Doch Rollins bewies, warum er zu den flinkesten Athleten der Promotion gehörte. Genau in dem Moment, als Page heranstürmte, sprang Rollins auf das zweite Seil, stieß sich akrobatisch ab und segelte mit einem perfekten Whisper in the Wind, einem rückwärtigen Salto mit integrierter Drehung, herab. Seine Beine trafen Page hart an der Schulter und rissen den Champion krachend von den Füßen. Beide Männer lagen für einen kurzen Moment auf der Matte, während die Zuschauer aufsprangen und die Arena in den ersten großen Applaus des Abends hüllte. Die taktische Abtastphase war vorbei; ab jetzt war es ein offener Schlagabtausch.

Wade Barrett: “Jetzt kommen wir langsam einen guten Wrestling Match näher.”
Pat McAfee: “Sie schenken sich nichts… schließlich geht es auch um den Titel.”

Mühsam kämpften sich beide Kontrahenten an den Ringseilen wieder nach oben. Sie standen sich Auge in Auge gegenüber. Page verpasste Rollins eine krachende Rechte, Seth antwortete sofort mit einem harten Handkantenschlag. Ein Schlagabtausch auf Messers Schneide, getrieben von purem Adrenalin. Seth täuschte einen Tritt an, drehte sich blitzschnell um die eigene Achse und erwischte den Champion mit einem präzisen Superkick direkt am Kinn. Ethan taumelte schwer, doch er fiel nicht. Er stand wie eine wankende Wand aus Granit. Seth nutzte den Schwung, warf sich in die Seile und holte Anlauf für einen Spear, den Ethan endlich zu Boden brachte. Sogleich entfernte sich Seth von seinem Gegner und hockte sich in die Ringecke. Das Zeichen, dass nun der alles entscheidende Stomp kommen soll. Langsam versuchte der Champion wieder auf die Beine zu kommen, wandte sich auf allen vieren… Seth lief an…

Genau in dem Moment, als Rollins’ Fuß den Boden verließ, um zum Stomp anzusetzen, geschah das Unfassbare. Für einen kurzen, irritierenden Wimpernschlag erlosch das helle Licht über der Stage. Ein tiefes, bedrohliches Bass-Grollen vibrierte durch die Lautsprecher und brachte den Hallenboden zum Beben. Aus dem Nichts tauchte eine gewaltige, finstere Silhouette auf dem Apron auf: Dijak.

[Bild: 654d0f662014c18be1d8495f8936549b74be662f.pnj]

Page, der Rollins’ herannahendem Fuß im letzten Moment ausgewichen war, bemerkte den Hünen sofort. Wutverzerrt ging der Champion auf das Seil zu und brüllte Dijak mit hochrotem Kopf an: „Verpiss dich aus meinem Match! Nicht so! Nicht in meinem Ring!“ Page wollte diesen Sieg, aber er wollte ihn allein für sein Ego. Doch Dijak strahlte eine eisige, unbarmherzige Ignoranz aus. Er würdigte den Champion keines Blickes. Seine Augen waren wie die eines Raubvogels starr auf ein einziges Opfer fixiert: Seth Rollins.

Seth, durch das plötzliche Erlöschen des Lichts und das Auftauchen des Riesen für eine Sekunde abgelenkt, drehte sich um und lief blindlings in die Katastrophe. Mit einer Leichtigkeit, die von seiner enormen Statur ausging, stieg Dijak über das oberste Seil und verpasste dem heranstürmenden Seth einen mörderischen Big Boot. Die Stiefelsohle traf Seth mit voller Wucht direkt an der Schläfe. Der Aufprall war so heftig, dass Rollins rücklings auf die Matte flog und für einige Sekunden völlig die Orientierung verlor. Seine Augen flackerten unkontrolliert. Bevor Page überhaupt physisch intervenieren konnte, um sein Match zu retten, packte Dijak den benommenen Rollins mit einer Hand am Hals. Mit purer, destruktiver Kraft riss er den Körper des geschundenen Mannes nach oben und donnerte ihn mit einem markerschütternden, extrem hohen Chokeslam mitten auf die Matte.

Pat McAfee: “Oh My God… What a Chokeslam! Diese Kraft von Dijak ist beängstigend!”
Cathy Kelley: “Der ganze Typ ist beängstigend! Was hat er hier zu suchen…das ist grauenhaft!”
Wade Barrett: “Pure Zerstörung!”

Rollins, dessen Verstand in diesem Moment nur noch aus einem Nebel aus Schmerz und Adrenalin bestand, versuchte instinktiv, sich irgendwie wieder aufzurichten. Mit zitternden Fingern griff er nach Dijaks Ringhose, um sich auf die Beine zu ziehen. Ein fataler Fehler, geboren aus dem unbezähmbaren Kämpferherz eines Mannes, der niemals aufgab.
Dijak blickte mit eisiger Verachtung auf den Mann hinab, der sich an ihm festklammerte. Er packte Rollins grob am Nacken, riss ihn brutal auf die Beine und fixierte dessen Arme hinter dem Rücken, sodass Seth vollkommen schutzlos war.

Dijak holte aus. Ohne jede Vorwarnung, ohne den Hauch einer Absicherung, rammt er seinen massiven, nackten Ellbogen mit der Wucht eines Vorschlaghammers direkt auf Rollins’ Nasenrücken.

Ein hässliches, dumpfes und unheilvolles Knacken gellte durch das plötzlich verstummte Geviert, ein Geräusch, das selbst den Zuschauern in den ersten Reihen das Blut in den Adern gefrieren ließ. Rollins stieß ein scharfes, jämmerlich unterdrücktes Stöhnen aus und brach augenblicklich in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Blut schoss in einem dicken, dunklen Schwall aus seiner Nase, überflutete in Sekundenschnelle seinen Bart und tropfte unaufhaltsam in großen, schweren Tropfen auf die weiße Matte.

DING DING DING - DING DING DING

Due to outside inteference this match is a: NO CONTEST! AND STILL THE C2C WESTCOAST CHAMPION ETHAN PAGE!

Während der Ringrichter das Match sofort abbrach und das Zeichen für einen No Contest gab, blickte Dijak kalt und sadistisch auf sein Werk hinab. Er hatte seine blutige Botschaft für Berlin gesendet. Page starrte fassungslos auf den schwer verletzten Rollins, bevor er Dijak mit einem hasserfüllten Blick fixierte. Doch der Hüne drehte sich langsam um und verließ mit einem hämischen, manischen Grinsen den Ring.
An der verhaltenen Verkündung des Urteils durch Ringsprecher Matthew Rehwoldt, merkte man schnell, dass dies gerade nicht der Mittelpunkt war. Ethan bekam seinen Titel wieder gereicht. Die meisten Blicke gingen aber zu Seth Rollins, der blutüberströmt in der Ringecke saß und doch… irgendwie keimte ein zynisches Lächeln auf seine Lippen, wie er den Rückzug von Dijak beobachtete.

Pat McAfee: “Wir sind sprachlos und das kommt wahrlich nicht häufig vor.”
Cathy Kelley: “Solch eine Härt und Brutalität habe ich lange nicht gesehen. So kurz sein Auftritt nun war, genauso unmissverständlich war es.”
Wade Barrett: “Ein Eindeutiges Zeichen, Seth soll sich in Berlin nicht einmischen.”

[Bild: das.jpg]

Die Tür des Locker Rooms fiel mit einem schweren, dumpfen Klick ins Schloss und schnitt die lauten Hallen-Geräusche der Arena abrupt ab. Nur das leise Summen der Deckenbeleuchtung und das ferne, gedämpfte Rauschen der Menge blieben zurück. Der Raum war nur spärlich beleuchtet, eine einzelne Lampe über der Bank warf warmes, gelbliches Licht auf Seth’ geschundenes Gesicht, während der Rest des Raumes in weichen Schatten lag. Seth saß vornübergebeugt auf der Bank, die Beine weit gespreizt. Blut tropfte langsam von seinem Kinn und sammelte auf dem Boden. Seine Nase stand deutlich schief, die Schwellung wanderte bereits zu seinen Augen hoch. Er sah erschöpft aus, aber seine Augen folgten jeder Bewegung von Becky. Sie war sofort zu ihm geeilt, als sie es gesehen hatte. Der Angriff von Dijak. Dieser fürchterliche Ellbogenstoß, der nur darauf aus war, Seth zu verletzen.

Becky kniete direkt zwischen seinen Beinen, so nah, dass ihre Knie seine Oberschenkel berührten. Ohne ein Wort nahm sie sein Gesicht sanft in beide Hände, als wäre es zerbrechlich. Ihre Daumen strichen zärtlich über seine Wangenknochen, wischten vorsichtig Blut weg, das bereits trocknete.

"Ganz ruhig, Baby…Ich bin hier.", flüsterte sie. Ihre Stimme war weich wie Samt, voller Sorge und etwas Tieferem. Sie tauchte ein frisches Handtuch in die Schüssel mit kaltem Wasser, wrang es aus und drückte es behutsam gegen seinen Nasenrücken. Seth zischte leise vor Schmerz, doch er lehnte sich sofort in ihre Berührung hinein. Becky hielt das Tuch fest, aber liebevoll, während ihre andere Hand langsam durch seine Haare fuhr, massierend, beruhigend.

"Die Nase ist klar gebrochen", murmelte sie nach einer Weile. "Seth, die muss gerichtet werden. Sollen wir nicht auf Dr. Maddoxx warten?" Sie wechselte das Tuch, tupfte frisches Blut von seiner Oberlippe und strich dabei mit dem Daumen zärtlich über seinen Mundwinkel. Dann beugte sie sich vor und hauchte einen ganz sanften Kuss genau neben seine Schläfe. Seth’ Hände legten sich schwer auf ihre Hüften, zogen sie noch ein Stück näher. Seine Finger gruben sich leicht in den Stoff ihres Tops, als bräuchte er den Halt. Das Adrenalin flachte langsam ab und mit zunehmender Dauer bemerkte sie, wie Seth anfing zu zittern. Eine natürliche Reaktion des Körpers, oder auch ein Zeichen einer Gehirnerschütterung.

"Ich hasse es, dich so zu sehen“, flüsterte sie weiter und küsste ihn ganz vorsichtig auf die Stirn, während sie ihn fest an sich drückte, um ihn zu wärmen. "Ich hasse es, dass sie dich benutzen, um mich zu treffen."

Immer wieder suchte er ihre Augen. Trotz der Schmerzen lag tiefe Wärme in seinem Blick.
"Becks…", sagte er leise und rau. "Richte sie." Becky hielt inne und sah ihn erschrocken an. "Seth, nein. Auf keinen Fall."

"Doch. Ein fester Druck, ein kurzer Ruck. Das reicht." Er versuchte ein schwaches Lächeln abzugeben. Um ihr zu signalisieren, dass es nicht so schlimm wäre, aber es entkam ihm nur ein schräger Blick mit dem Versuch eines Lächelns. "Wenn nicht du, wer kennt sich besser mit gebrochenen Nasen aus, als du? Hm, der große Abend an dem du Geschichte geschrieben hast… als The Man geboren wurde. Unvergessen für immer."
Becky stieß ein ungläubiges, leises Lachen aus und schüttelte den Kopf, während sie weiter vorsichtig das Blut abtupfte.

BECKY LYNCH: "Das war etwas ganz anderes. Ich stand völlig neben mir und habe rein gar nichts mitbekommen. Ich war bis in die Haarspitzen zu gedröhnt. Ich hatte eine üble Gehirnerschütterung und meine Nase war zertrümmert."

So genau hatte Seth den besagten Abend nicht mehr auf dem Schirm. Es war legendär, keine Frage, aber dass sie doch so zugerichtete war? Seth legte seine Hände fester um ihre Taille und zog sie noch ein Stück näher zu sich. Seine Stirn lehnte vorsichtig gegen ihre. Mit einem ernsten, flehenden Ton sprach er zu ihr.

SETH ROLLINS: "Ich vertraue niemandem mehr als dir, ich will keinen Ringarzt, keinen Fremden. Nur dich. Genau so, wie du jetzt bei mir bist. Bitte..."

Die Doppeldeutigkeit seiner Worte hängt schwer in der Luft. Er bittet sie nicht nur, seine Nase zu richten, er bittet sie implizit darum, ihn zu flicken, seine Seele, ihre Beziehung. Becky zögerte noch einen langen Moment. Ihre Finger streichelten zärtlich über seine unverletzte Wange. Dann seufzte sie tief. Trotz allem, was noch zwischen ihnen stand, so wollte sie ihn gewiss nicht sehen. Die Schmerzen standen ihm förmlich ins Gesicht geschrieben und das Blut lief unaufhaltsam weiter. Ihr weißes Top war rot getränkt, ihre kompletten Hände waren voll mit seinem Blut. Leise murmelte sie ihm liebevoll entgegen.

BECKY LYNCH: "Du bist so ein sturer... blutiger Idiot. Okay… aber wenn es schiefgeht, dann hasse ich dich dafür."

Sie positionierte sich höher auf den Knien, nahm sein Gesicht fest zwischen beide Hände. Ihre Daumen legten sich präzise links und rechts neben den Nasenrücken. Sah sich den Schiefstand genauer an. Seth schloss die Augen und atmete einmal tief durch den Mund. Sie war so weit, nicht unbedingt sicher, aber konzentriert.

BECKY LYNCH: "Bereit? Das wird höllisch wehtun!"

SETH ROLLINS: "Nein… aber mach schon."

Becky biss sich auf die Lippe, atmet tief ein, sammelte sich… Und führte einen schnellen, kontrollierten Ruck aus. Ein deutliches, hässliches Knacken hallte durch den stillen Raum.
Seth stieß ein scharfes, unterdrücktes Stöhnen aus und verkrampfte sich kurz. Becky hielt sofort sein Gesicht fest, drückte das frische Kühlpack gegen die Nase und zog ihn eng an sich. Ihre Arme schlangen sich um seinen Kopf, eine Hand streichelte beruhigend seinen Nacken und Hinterkopf. immer wieder flüsterte sie ihm zu.

BECKY LYNCH: "Shh… Shh… Es ist vorbei… es ist vorbei, Baby. Du hast es geschafft. Atme langsam. Ja, so ist gut… ich hab dich."

Seth’ Atem beruhigt sich langsam. Das kalte Handtuch, das Becky fest gegen seine Nase drückt, färbt sich langsam rot, aber der stechende, dumpfe Schmerz weicht einem hämmernden Pulsieren. Er lässt den Kopf immer noch an ihrer Schulter ruhen, genießt die Nähe, die er so schmerzlich vermisst hat. Nach einigen Minuten löst er sich behutsam von ihr, sieht sie an und nimmt ihr das Handtuch ab, um es selbst zu halten. Seine Stimme war sanft, aber nasal.

SETH ROLLINS: "Danke... Du hast einen verdammt guten Zug drauf, Becks. Für einen Moment dachte ich echt, die Lichter gehen komplett aus."

Ein mattes, erschöpftes Lächeln huscht über seine Lippen. Becky versucht, das Lächeln zu erwidern, aber es erreicht ihre Augen nicht. Sie tritt einen Schritt zurück, verschränkt die Arme vor der Brust und blickt zu Boden. Die Wärme, die eben noch den Raum erfüllte, weicht einer plötzlichen, schweren Anspannung. Seth bemerkt es sofort. Er kennt jede Nuance ihrer Körpersprache.

SETH ROLLINS: "Hey... was ist los? Ich bin derjenige, der aussieht, als hätte er einen Autounfall gehabt. Warum siehst du aus, als hättest du einen Geist gesehen?"

Becky stand noch immer einen halben Schritt von ihm entfernt, die Arme fest vor der Brust verschränkt. Ihr weißes Top war rot durchtränkt von seinem Blut. Sie starrte einen Moment auf den Boden, als suche sie dort nach den richtigen Worten. Ihre Kiefermuskulatur arbeitete sichtbar. Sie atmete tief durch, dann hob sie den Blick. Ihre Augen waren dunkel vor Unruhe.

BECKY LYNCH: "Skye hat einem Match zugestimmt… aber dafür will sie, dass ich… ich meine Seele aufs Spiel setze!"

Nur äußerst zögerlich, mit einem gewissen Argwohn kamen ihr diese Worte über die Lippen. Und so seltsam es auch klang, besorgte es sie sichtlich. Sie fuhr sich mit der blutverschmierten Hand durch die roten Locken und sah hilfesuchend zu Seth. Ausgerechnet jener Seth Rollins… der absolut keinen Bezug zu spirituellen Dingen hat und bekennender Atheist ist. Die Worte hingen schwer im Raum. Seth runzelte die Stirn, verzog dann aber sofort schmerzhaft das Gesicht aufgrund seiner Nase.

SETH ROLLINS: "Ich weiß, ich habe es gesehen. Aber was zur Hölle soll das bedeuten?"

BECKY LYNCH: "Genau das, was es heißt."

Ein kurzes, ersticktes Lachen ging von ihr aus, ohne jegliche Freude darin. Sie begann, unruhig vor ihm auf und ab zu gehen, die Hände zu Fäusten geballt. Es gab viele Möglichkeiten, wie man dies interpretieren konnte, aber keine von ihnen war eine gute.

BECKY LYNCH: "Kein normales Match um den Titel, nicht nur ein reines Wrestling Match… sie will mir alles nehmen. Wenn ich verliere… gehört ihr meine Seele. Was auch immer das in ihrem kranken Kopf bedeuten soll. Sie will nicht nur den Titel… nein, sie macht sich gar nichts aus dem Gold, sie will mich. Sie will mich brechen, in ihre Dunkelheit zerren und… sie weiß genau, wo sie ansetzen muss."

Über Wochen musste Becky es immer wieder erleben, wie präzise Skye sie reizen und bis aufs Blut provozieren konnte. Der Dark Phoenix wählte mal Seth, ihre eigene Verzweiflung oder auch ihre Tochter Roux als Hebel. Wenn auch nicht jedesmal mit Erfolg, bröckelte doch immer ein kleines bisschen aus ihr. Becky blieb stehen und sah Seth an. Die Sorge in ihrem Blick war tief und echt, untermalt von dem panischen Albtraum vorhin.

BECKY LYNCH: "Sie sieht mich taumeln, sie benutzt unsere… Beziehung, oder was das hier auch gerade ist?! Sie nutzt Roux… und immer wieder feuert sie dieselben Spitzen ab, die mich innerlich zur Weißglut bringen."

Ein unbeabsichtigter Giftpfeil, der Seth aber traf. Zumindest in den letzten Wochen hatte er den Eindruck, dass sie gute, wichtige Fortschritte machen würden. Und jetzt wusste Becky nicht, was das hier war? Ein bitteres Schlucken erkannte man bei Seth, aber er vergrub diesen Gedanken. Ihre Stimme brach beim Namen ihrer Tochter. Es war kein sanftes Zittern, sondern ein erstickter, schmerzhafter Laut. Sie wirbelte herum, entzog sich der Nähe und schlug mit der flachen Hand ungebremst gegen die kalte Spindtür aus Metall. Ein scheppernder Knall gellte durch den spärlich beleuchteten Raum. Sie blieb mit dem Rücken zu ihm stehen, den Kopf gesenkt, die Schultern bebend.

In diesem Moment war da nichts mehr von 'The Man'. Da war nur eine Mutter, eine Ehefrau, eine Kämpferin, die das Gefühl hatte, dass ihr der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, mal wieder. Die Dunkelheit, die Skye Blue heraufbeschworen hatte, fraß sich auch bei ihr jetzt wie Gift in ihre Gedanken.

Seth sah sie an. Die physischen Schmerzen in seinem Gesicht, das hämmernde Pulsieren seiner gebrochenen Nase, das brennende Adrenalin, verblassten zu absoluter Bedeutungslosigkeit. Er ertrug es, selbst blutig geschlagen zu werden. Aber er ertrug es nicht, sie so zu sehen. Mit einem unterdrückten Stöhnen stemmte er sich von der Bank hoch. Seine Beine gaben für einen Moment fast nach, das Zittern in seinen Muskeln schoss heftig durch seinen Körper, doch er ignorierte es. Er zwang sich Schritt für Schritt nach vorne, bis er direkt hinter ihr stand. Er berührte sie noch nicht, aber seine schiere Präsenz schirmte sie vor den harten Schatten des Raumes ab.

SETH ROLLINS: „Becks… schau mich an. Bitte. Schau mich an.“

Seine Stimme war rauer, tiefer als sonst, fast ein heiseres Flehen. Als sie sich nicht rührte, legte er seine großen, zittrigen Hände vorsichtig an ihre Schultern. Er spürte, wie verkrampft sie war. Sanft, aber unnachgiebig, drehte er sie zu sich um. Becky hob den Blick, und Seth schluckte schwer. Ihre Augen waren geweitet, dunkel vor einer existenziellen Angst, die Tränen vermischten sich mit dem getrockneten Blut auf ihren Wangen. Von ihr ging nur ein Flüstern aus. Verzweifelt und versuchte, sich aus seinem Griff zu winden, in welchem Seth erlegen war.

BECKY LYNCH: "Du verstehst es nicht, Seth. Du glaubst an nichts davon! Für dich ist das nur ein verdammtes Wrestling Match! Aber ich… ich spüre diese Kälte. Sie reißt mich in Stücke. Sie benutzt dich, sie benutzt unser Kind, um mich von innen heraus verfaulen zu lassen! Was, wenn ich in Berlin in diesen Ring steige und… und nicht mehr zurückkomme? Was, wenn sie mir alles nimmt, was mich ausmacht?"

Sie sah an sich herunter, auf ihre Hände, die voll von seinem Blut waren, auf ihr rot getränktes Top.

BECKY LYNCH: "Ich bin bereits voller Blut, Seth. Ich bin bereits in ihrer Dunkelheit."

Seth ließ ihre Schultern los. Doch statt zurückzuweichen, packte er ihre Handgelenke. Er hielt sie fest, zog ihre blutverschmierten Hände nach oben und presste sie flach gegen seine eigene Brust, direkt über sein schlagendes Herz. Er zwang sie, seine Hitze, sein Leben zu spüren. Er trat so nah an sie heran, dass kein Blatt Papier mehr zwischen sie gepasst hätte.

SETH ROLLINS: "Dann steige ich eben wieder mit dir in diese Dunkelheit!"

Seine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Becky hielt den Atem an. Er ließ ihre Handgelenke los und nahm ihr Gesicht stattdessen fest zwischen seine Hände. Seine Daumen wischten eine Träne von ihrer Wange, während sich sein eigenes Blut von seinen Fingern auf ihre Haut übertrug. Es war eine wilde, rohe Inszenierung von absolutem Schutz.

SETH ROLLINS: "Deine Seele gehört nicht ihr. Sie gehört nicht mal dir allein. Sie gehört zu mir. Sie gehört zu Roux. Sie ist das Fundament von allem, was wir sind! Skye Blue versucht dich mental zu brechen, weil sie weiß, dass sie die Löwin in dir niemals besiegen kann. Sie hat Todesangst vor dir, Becks. Deshalb baut sie dieses Labyrinth aus Angst um sich herum."

Seine Augen brannten vor einer mörderischen Intensität, die die Schwellungen und blauen Flecken völlig vergessen ließ.

SETH ROLLINS: "Wir haben in den letzten Monaten Fehler gemacht. Wir haben geschwiegen, wir haben geschrien, wir haben uns voneinander entfernt, wir haben verdammt noch mal zugelassen, dass diese Bastarde einen Keil zwischen uns treiben…"

Er senkte den Kopf ein Stück, bis seine Stirn fest gegen ihre lehnte. Der Atem des anderen war auf der Haut zu spüren. Seine Stimme sank zu einem beschwörenden, intensiven Flüstern:

SETH ROLLINS: "…aber das endet hier. Und es endet jetzt. Wir sind das Hometeam, Becks. Das unschlagbare, blutige Hometeam. Wenn du in Berlin fällst, fange ich dich auf. Wenn du blind wirst vor Wut, bin ich deine Sicht. Ich werde am Ring stehen, und ich werde jeden einzelnen Dämon höchstpersönlich zurück in die Hölle jagen, der es wagt, auch nur in deine Nähe zu kommen. Wir flicken das hier. Zusammen."

Becky zitterte am ganzen Körper. Die eiskalte Lähmung, die sie Wochen lang gefangen gehalten hatte, schien unter der schieren, wütenden Hitze seiner Worte zu bersten. Sie starrte in seine Augen, sah die nackte, unerschütterliche Loyalität des Mannes, dem sie ihr Leben anvertraut hatte. Ein tiefer, erlösender Atemzug entfuhr ihr. Sie wehrte sich nicht mehr. Stattdessen krallten sich ihre Finger plötzlich fest in den Stoff seines Shirts. Sie zog ihn enger an sich, vergrub ihr Gesicht an seiner Halsbeuge und hielt sich an ihm fest, als wäre er der einzige Anker in einem tobenden Sturm. Seth schlug seine Arme um sie, drückte sie so fest an sich, als könnte er sie physisch vor der Welt beschützen, und vergrub seine Hand in ihren roten Locken. In der Stille des Raumes hörte man nur ihr schweres, synchrones Atmen. Die emotionale Mauer zwischen ihnen war nicht nur brüchig, sie war gerade pulverisiert worden.

Nach einer Ewigkeit löste sich Becky langsam, Zentimeter für Zentimeter, aus der Umarmung. Ihr Blick war immer noch gezeichnet, aber die Hilflosigkeit war teilweise verschwunden. Da war wieder ein Funken dieses gefährlichen, irischen Feuers zu sehen, das Skye Blue noch das Fürchten lehren würde.

BECKY LYNCH: "Wenn deine Nase nach Berlin wieder schief steht… richtet sie dir Maddoxx. Nur… wie kannst du jetzt ruhig bleiben, wenn sie dir die Nase brechen und alles um uns herum in Flammen steht?"

Murmelte sie, und trotz des rauen Tons schwang eine unendliche, tief sitzende Erleichterung mit. Seth stieß ein leises, schmerzhaftes, aber echtes Lachen aus, das sofort in ein grinsendes Zischen überging.

SETH ROLLINS: "Meine Theorie, Feuer mit Feuer zu bekämpfen, war nicht ganz so richtig. Und ich weiß… wenn du an meiner Seite bist, dass sich alles wieder fügt."

Er streckte seine Hand aus. Seine Finger waren blutverschmiert, genau wie ihre. Becky sah kurz darauf hinab, dann legte sie ihre Hand ohne zu zögern in seine. Ihre Finger verschränkten sich fest ineinander. Ein stummer, unheiliger Pakt vor der Schlacht.

Seth ging voraus und stieß die schwere Locker Room Tür mit dem Fuß auf. Das gewaltige, tosende Dröhnen der Arena schwappte wie eine Flutwelle über sie herein. Doch diesmal zuckte Becky nicht zusammen. Sie drückte Seth’ Hand ein letztes Mal fest, hob das Kinn und trat an seiner Seite heraus in den Flur. Berlin konnte kommen. Die Hölle konnte kommen. Das 'Hometeam' war bereit.

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Die Kameras schalten in den Backstagebereich der PostFiance Arena . Sofort wird die Stimmung in der Arena deutlich lauter, denn auf dem Titantron erscheint niemand Geringeres als Paul Heyman. Der Wise Man trägt seinen dunklen Anzug, das Handy fest in der Hand, während er mit schnellen aber kontrollierten Schritten durch die langen Hallengänge marschiert. Die Kamera folgt ihm dicht von der Seite. Mehrere Mitarbeiter weichen ihm sofort aus, sobald sie ihn kommen sehen. Heyman wirkt angespannt… fokussiert… beinahe nervös. Immer wieder blickt er kurz nach links und rechts, als würde er sicherstellen wollen, dass alles exakt nach Plan läuft. In der Arena mischen sich sofort laute Buhrufe mit vereinzelten „OTC! OTC!“-Rufen der Roman-Reigns-Fans. Heyman wischt sich kurz über die Stirn und beschleunigt seinen Schritt weiter. Die Kamera erkennt inzwischen deutlich, wohin er unterwegs ist... direkt Richtung Gorilla Position. Der letzte Bereich vor dem Entrance-Tunnel.

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Das Neonlicht geschäftiges Treiben und schwerer Equipmentgeruch. Aber sobald er den Flur entlanggeht verändert sich die Atmosphäre. Gespräche werden leiser und Schritte verlangsamen sich. Techniker, Offizielle und Wrestler treten zur Seite. Ein junger Techniker versucht ihn anzusprechen doch Heymans Blick lässt die Worte in dessen Kehle ersticken. Er geht weiter zielstrebig ohne sich umzusehen. Sein Ziel ist klar... Der Coast 2 Coast Ring. Als er die Gorilla Position erreicht vibriert der Boden. Die lauten Rufe der 17.031 Zuschauer dringen durch den Vorhang wie ein lebender Puls. Heyman bleibt stehen atmet tief ein und lässt für einen Moment die Stille in seinem Kopf einkehren. Das Gesicht zeigt keine Emotion nur Konzentration... Entschlossenheit... Verantwortung. Er weiß was er repräsentiert... Er weiß für wen er steht... für den Tribal Chief... Roman Reigns. Paul greift nach einem Mikro das auf ein Tisch liegt. Ein Crewmitglied hebt die Hand zählt herunter und in der Sekunde bevor er durch den Vorhang tritt und plötzlich...

Paul Heyman
Laaaady's and Geeentleman...

Paul Heyman erscheint zuerst halb im Scheinwerferlicht halb noch in der dunklen Kulisse. Die Zuschauerränge explodieren nicht in Jubel sondern im Gegenteil... ein ohrenbetäubendes organisch wirkendes Pfeifkonzert bricht los. Es sind laute Buhrufe das durch die gesamte Arena rollt um Heyman zu empfangen. Heyman bleibt stehen mitten auf der Rampe als wäre er in einer Inszenierung eingefroren. Ein kurzer messerscharfer Schnitt der Kamera fängt sein Gesicht ein. Die perfekt gezogene Krawatte, die angespannte Mimik und das Funkeln in den Augen. Langsam mit gemessenen fast drohenden Schritten beginnt Heyman seinen Weg zum Ring. Die Kamera folgt ihm dicht wechselt zwischen Totalen der tobenden Fanmassen und Nahaufnahmen. Er erreicht die Apron-Stufen steigt eine Stufe nach der anderen empor und in dem Moment, als er die Ringkante berührt. Der Wiseman geht Stufe für Stufe über die Ringtreppe zum Ring hinauf. Heyman bleibt eine Sekunde lang mit beiden Händen auf dem Ringseil und schüttelt eine imaginäre Unsicherheit ab. Er nimmt sich viel Zeit bis er in den Ring steigt. Er schlendert nicht denn er stolziert dieser Gang ist voller Selbstbewusstsein. Langsam hebt Wiseman das Mikro doch er spricht nicht... er möchte jeden in der Halle provozieren. Aber beim zweiten Anlauf folgen die ersten Silben von Paul Heyman.

Das Mikrofon langsam erhoben... während die Fans im PostFiance Arena ihn nahezu aus der Halle buhen. Die Geräuschkulisse ist ohrenbetäubend. Heyman lässt es bewusst geschehen. Sein Blick wandert langsam durch die Reihen der Zuschauer als würde er jede einzelne Reaktion genießen. Dann atmet der Wise Man tief durch und hebt langsam das Mikrofon näher an seine Lippen.

Paul Heyman
"Laaaaaady's... and Gentlemen..."

Die Crowd reagiert sofort wieder mit einem gewaltigen Pfeifkonzert. Heyman schließt kurz die Augen beinahe zufrieden mit der Reaktion. Dann öffnet er sie wieder jedoch langsam bedrohlich ruhig.

Paul Heyman
"My name... is Paul... Heyman. Und ich habe das unvorstellbare Privileg heute Abend hier vor Ihnen zu stehen... als der Wise Man des größten Superstars dieser Generation... Der einzig wahre Tribal Chief... der Head of the Table... Roman Reeeingns!"

Heyman senkt das Mikro lässt die Worte Roman Reigns in der Luft schweben wie ein Donnerhall wie ein unausweichliches Gesetz. Die Buhrufe werden noch lauter... wilder... chaotischer... aber Heyman lächelt nicht. Er lässt es in sich wirken als wäre der Hass der Arena der Treibstoff seiner Seele. Langsam hebt er den Kopf seine Augen funkeln wie kalter Stahl und während die Kamera langsam an sein Gesicht heranzoomen setzt er fort.

Paul Heyman
"Vor zwei Wochen in Lissabon... Die ganze Welt durfte Zeuge werden wie Roman Reigns erneut bewiesen hat... warum er der Tribal Chief ist .Oh nein nein nein... ihr müsst das nicht mögen. Aber ihr WERDET es respektieren. Jey Uso trat gegen Roman Reigns an mit dem größten Momentum seiner Karriere. Die Fans standen hinter ihm. Die Arena sang seinen Namen. Die Menschen wollten an ein Märchen glauben... doch Märchen enden meistens mit gebrochenen Träumen... Jey Uso kämpfte. Jey Uso überraschte Roman Reigns sogar mehrfach... Und für einen kurzen... sehr kurzen Moment glaubten manche von euch tatsächlich, dass der Tribal Chief fallen könnte."

Paul Heyman bleibt weiterhin regungslos mitten im Ring stehen. Die Buhrufe in der PostFiance Arena reißen nicht ab, doch der Wise Man wirkt inzwischen beinahe amüsiert darüber. Langsam hebt er das Mikrofon wieder an seine Lippen und beginnt nun deutlich selbstsicherer zu sprechen.

Paul Heyman
"Und wisst ihr, was das Erschreckendste an all dem ist? Trotz allem... trotz der Superkicks... trotz der Spears... trotz Kenny Omega... trotz LA Knight... trotz des kompletten Chaos... stand am Ende trotzdem wieder nur EIN Mann über allen anderen. Ihr könnt schreienoder buhen. Ihr könnt euch an jeden kleinen Hoffnungsschimmer klammern, den euch Menschen wie Jey Uso oder Kenny Omega verkaufen wollen... aber die Realität bleibt unverändert. Roman Reigns IST Coast 2 Coast Wrestling und IST der Standard dieser Company. Und nicht irgendein selbstverliebter Entertainer mit lustigen Catchphrases... sondern der Mann, der diese gesamte Industrie auf seinem Rücken trägt."

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Heyman zeigt nun langsam mit ausgestrecktem Finger direkt in die Kamera.

Paul Heyman
"Ja... Kenny Omega hält aktuell den World Heavyweight Championship. Das stimmt. Kenny Omega nennt sich World Champion. Kenny Omega sitzt Woche für Woche im Backstagebereich und grinst wie ein Mann, der glaubt, er hätte den Jackpot geknackt. Aber lasst mich euch ein kleines Geheimnis verraten denn Titel machen keinen Tribal Chief. Titel machen keine Legenden und Titel machen keinen Head of the Table. In zwei Wochen reist Coast 2 Coast Wrestling weiter nach Deutschland... nach BERLIN zum nächsten großen Special der Going on a Journey Tour. Und genau dort wird Kenny Omega lernen dass man Roman Reigns nicht provoziert. Man überlebt Roman Reigns nicht man entkommt Roman Reigns nicht. Denn in Berlin wird der Tribal Chief Kenny Omega alles nehmen. Seine Bühne... seinen Stolz... seinen Status und vor allem seinen World Heavyweight Championship."

Die Crowd explodiert sofort in massiven Reaktionen. Lautstarke Buhrufe mischen sich mit geschockten Rufen aus den Zuschauerrängen. Heyman beginnt jetzt langsam zu grinsen. Dieses selbstsichere fast wahnsinnige Grinsen eines Mannes, der vollkommen überzeugt ist, dass sein Plan unausweichlich ist...

Paul Heyman
"Und wenn Roman Reigns in Berlin den World Heavyweight Championship gewinnt dann endet jede Diskussion. Dann endet jede Debatte und endet jede einzelne Fantasie darüber, wer das Gesicht dieser Company ist. Er wird der Undisputed Gesichtspunkt... der Mittelpunkt... die Macht und der unangefochtene Herrscher von Coast 2 Coast Wrestling sein."

Heyman senkt langsam das Mikrofon. Die Crowd buht ohrenbetäubend laut, während der Wise Man einfach nur selbstzufrieden mitten im Ring steht.

Paul Heyman
"Und Kenny Omega... ohhhh Kenny Omega sollte ganz genau aufpassen, bevor er glaubt, Roman Reigns belehren zu können. Denn viele von euch scheinen eine Sache vergessen zu haben. Viele von euch tun so, als wäre Kenny Omega der erste Mann, der Roman Reigns herausfordert. Als wäre Kenny Omega irgendein unbezwingbarer Gott des Wrestlings. Aber ich erinnere mich noch ganz genau an das letzte Mal, als Roman Reigns und Kenny Omega sich gegenüberstanden. Die gesamte Welt sah zu... als Roman Reigns Kenny Omega besiegte. Das nicht irgendwie... nicht glücklich auch nicht gestohlen sondern dominant... Überlegen... Unaufhaltsam... Und am Ende dieses Matches stand Roman Reigns dort mit dem World Heavyweight Championship über seiner Schulter. Der Tribal Chief wurde offiziell zum World Heavyweight Champion ernannt."

Heyman grinst nun leicht allerdings wirkt dieses Grinsen bitter.

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Paul Heyman
"Aber dann… eine Woche später… bekam das Office plötzlich Angst."

Sofort wird die Arena lauter. Heyman hebt dramatisch die Augenbrauen.

Paul Heyman
"Das Office sah Roman Reigns mit dem World Championships... das Office sah einen Mann, der diese gesamte Company komplett kontrollieren könnte... und sie drehten durch. Also trafen sie eine Entscheidung... keine sportliche Entscheidung oder faire Entscheidung sondern eine politische Entscheidung. Sie nahmen Roman Reigns den World Heavyweight Championship wieder ab. Aber nicht weil Roman verloren hätte... nicht weil Kenny Omega besser gewesen wäre oder nicht weil der Tribal Chief versagt hätte sondern weil sie Angst davor hatten... was passiert, wenn Roman Reigns ALLES kontrolliert. Und Kenny Omega? Kenny Omega lief danach herum als hätte ER etwas bewiesen. Als hätte ER Roman Reigns besiegt. Als hätte ER der bessere Mann gewesen. Aber tief in seinem Inneren weiß Kenny Omega ganz genau, was damals passiert ist. Er weiß, dass Roman Reigns ihn geschlagen hat."

Die Crowd reagiert sofort lautstark. Heyman beginnt langsam wieder im Ring auf und ab zu gehen und seine Stimme wird nun spitzer… beinahe amüsiert.

Paul Heyman
"Und genau deshalb, Kenny... war dein kleiner Plan in Lissabon von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Oh, wir haben es alle gesehen. Der große Kenny Omega wollte clever sein. Der große World Heavyweight Champion wollte den Tribal Chief manipulieren. Du hast dich zu den Kommentatoren gesetzt... direkt neben Pat McAfee, Cathy Kelley und Wade Barrett und du dachtest wirklich, du könntest dort sitzen wie ein Puppenspieler. Du wolltest Roman Reigns provozieren. Du wolltest ihn emotional machen. Du wolltest ihn aus seiner Kontrolle reißen. Und ja... für einen kurzen Moment dachtest du vielleicht sogar, dein Plan würde funktionieren. Denn während Roman Reigns gegen Jey Uso kämpfte... saß Kenny Omega dort draußen mit diesem arroganten kleinen Grinsen im Gesicht und beobachtete alles ganz genau. Du hast dich eingemischt... bist sogar in den Ring gekommen und hast Roman Reigns den Stahlstuhl weggenommen. Du wolltest der Held sein... der Retter... Der Mann, der dem Tribal Chief die Kontrolle entreißt."

Die Crowd reagiert gemischt auf die Erinnerung. Einige jubeln bei der Erwähnung Omegas jedoch Heymans Blick wird jetzt plötzlich eiskalt.

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Paul Heyman
"Aber genau dort hast du einen entscheidenden Fehler gemacht, Kenny... Du dachtest, DU wärst der einzige Mann mit einem Plan. Während Kenny Omega also glaubte, er hätte alles unter Kontrolle... hatte ein anderer Mann längst seine eigenen Gedanken. L... A... Knight. Oh ja. Während Kenny Omega glaubte, er würde Roman Reigns ausspielen sprang plötzlich eine vermummte Person über die Barrikade... nicht für Roman Reigns auch nicht für Jey Uso sondern für sich selbst. Und was geschah dann? LA Knight zerlegte Jey Uso direkt vor den Augen von Kenny Omega. Er schleuderte ihn gegen die Barrikade und den Ringpfosten. Er traf ihn mit nicht nur einem... sondern ZWEI B.F.T.s außerhalb des Rings. Während Kenny Omega also versuchte, Roman Reigns zu stoppen zerstörte LA Knight einfach den gesamten Plan."

Heyman nickt langsam und beinahe zufrieden.

Paul Heyman
"Denn am Ende lag Jey Uso regungslos im Ring... Roman Reigns stand noch und Kenny Omega musste hilflos dabei zusehen, wie sein kleines Spiel auseinanderfiel. Das ist der Unterschied zwischen Kenny Omega und Roman Reigns. Damit hat der Tribal Chief und Wiseman nichts zu tun."

Kurze Pause von Wiseman und holt tief Luft und spricht weiter...

Paul Heyman
"Aber da ihr gerade von Plänen sprecht... da ihr gerade davon sprecht, wer hier wirklich gefährlich ist... lasst uns doch über einen anderen Mann reden. Einen Mann, der vor kurzem glaubte, er hätte den größten Moment seiner Karriere erreicht."

Heyman richtet langsam seine Krawatte. Das arrogante Grinsen kehrt zurück.

Paul Heyman
"Bryan Keith."

Die Fans reagieren sofort lautstark. Einige jubeln deutlich hörbar. Heyman verdreht genervt die Augen und beginnt langsam wieder durch den Ring zu laufen.

Paul Heyman
"Oh ja... One Shot at Glory Gewinner Bryan Keith. Der Mann, der diesen Koffer gewonnen hat und plötzlich dachte, die Welt würde ihm gehören. Die Fans schrien seinen Namen. Das Internet erklärte ihn sofort zur nächsten großen Sensation. Und Bryan Keith selbst? Der begann zu glauben, dass er nur noch einen einzigen Schritt vom absoluten Ruhm entfernt wäre."

Heyman bleibt nun mitten im Ring stehen.

Paul Heyman
"Denn Bryan Keith hatte tatsächlich die brillante Idee seinen Koffer einzucashen. Er wollte seinen großen Moment. Er wollte Geschichte schreiben. Er wollte den perfekten Augenblick nutzen doch genau da zeigte sich wieder, warum Roman Reigns der gefährlichste Mann in dieser gesamten Industrie ist. Während Bryan Keith dachte, er wäre clever... war der Tribal Chief bereits einen Schritt voraus. Bryan Keith wollte den perfekten Moment stehlen. Aber Roman Reigns? Roman Reigns IST der perfekte Moment. Der Tribal Chief durchschaute alles noch bevor Bryan Keith überhaupt realisierte, was passiert. Und ehe dieser Cash-In überhaupt Realität werden konnte... stoppte Roman Reigns ihn. Das ist es, was Menschen wie Bryan Keith nicht verstehen. Talent reicht nicht... Momentum reicht nicht... ein Koffer reicht nicht gegen Roman Reigns brauchst du mehr als Hoffnung... denn Hoffnung stirbt in dem Moment, in dem der Tribal Chief den Raum betritt. Bryan Keith mag One Shot at Glory gewonnen haben. Aber Roman Reigns kontrolliert weiterhin das Schicksal dieser gesamten Company. Und genau deshalb wird jeder einzelne Mann im Locker Room früher oder später dieselbe Lektion lernen..."

Heyman blickt direkt in die Kamera als plötzlich er unterbrochen wird von einer Theme...



ARE YOU READY FOR THIS?

Oh, da freut man sich in der Halle! Bern grüßt den Cleaner, der hier bestimmt auftaucht, um die italienischen Fans vor Paul Heyman's Worten zu retten. Kenny trägt Jeans und ein weißes Tanktop und hat sich die lockige Frisur zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammengebunden. Den World Heavyweight Title hat sich um die cleaner'schen Hüften geschnallt. Die großartige Stimmung in der Halle überträgt sich sofort auf die Destiny Flower, so dass er breit lächelnd seine Arme in die Lüfte streckt und damit das Signal für ein kleines Pyro Feuerwerk gibt. Links und rechts schießen goldene Fontänen in die Höhe. Der Kanadier verweilt in dieser Pose für ein paar weitere Sekunden. Die Arme zieht er ruckartig nach unten, wobei eine Hand, in einer fließenden Bewegung hinter seinen Rücken fasst. Dort wird ein Mikro aus der Hose gezogen und schnell zum Mund geführt. Während er langsam zum Ring geht, und seine Theme dabei gecuttet wird, hat Kenny so die Möglichkeit sich zügig zu Heyman zu äußern.

Kenny Omega: Paul, ich habe mich jaaaaa wiiiiirklich bemüht dir von A bis Z, von Adam bis Zoolander genau zuzuhören...aber verdammt, ich hab' jetzt einen Tinnitus im Ohr.

Dabei verzieht der Cleaner sein Gesicht und drückt sanft gegen sein linkes Ohr, als würde er da tatsächlich ein piepsendes Geräusch zu hören. Natürlich nur Show, wie man sich das denken kann.

Kenny Omega: Okay, jetzt mal Butter bei die Fische! Was...soll ich jetzt, deiner Meinung nach, tun? Soll ich Angst haben und um Gnade flehen, weil ich in Berlin nochmal gegen Roooooomaaaaan Reeeeiiiigns kämpfen muss? Sollte ich mich vor der furchtbaren Rache des Tribal Chiefs fürchten? Hhhhmmm...gib mir da einen Mo-ment...öhm...nö! Um ehrlich zu sein, fühle ich mich gerade recht entspannt und mir geht es gut. Ich freue mich sogar auf das nächste Match gegen Ro-Ro, weißt du? Du schaffst hier eine herrliche hooohe Plattform für deinen Posterboy, ohne dass ich viel dazu beitragen muss. Umso schöner wird dann sein Fall sein, wenn er merkt, dass Berlin nicht der Ort seines größten Triumphs wird...sondern der seiner größten Niederlage! Egal wie böse Roman schaut, egal wie bedeutungsschwanger er redet, egal wie oft die wiederholst, wie DOMINANT, unser Jason Momoa Cosplayer doch ist...am Ende wird Kenny Omega IMMER einen Schritt voraus sein und IMMER ein Level über ihn stehen!

So wie der King of the Ring 2025 hier Worte betont oder in die Länge zieht könnte man meinen, dass er bewusst Heyman nachäfft. Wäre nicht verwunderlich. Inzwischen steht der Champ vor dem Ring. Kurz überlegt er, welchen Weg er wählen soll...direkt aufs Apron oder über die Treppe. Kenny hat er nicht eilig und mag es auch mal gemütlich...also Treppe! Stufe für Stufe steigt er empor, schwebt regelrecht über das Apron und schwingt sich durch die Seile. So steht er Paul Heyman mal wieder von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Dabei ist der Cleaner nicht eingeschüchtert und auch nicht wütend. Jede übertriebene Reaktion würde dem Wiseman nur in die Karten spielen.

Kenny Omega: Wir können gerne nochmal über das letzte Match reden. Ja, Roman war dominant! Ja, Roman hat mir ordentlich zugesetzt! Aber Roman hat es nicht geschafft mich zu brechen und vor allem hat er es nicht geschafft mich zu besiegen! Jup, ich weiß...moa ist in Bilde, dass du hier gerne geschichtsrevisionistisch unterwegs ist. Nur ist es so, dass der OTC mir ALLES entgegengebracht hat, was sein durchtrainierter Körper so hergegeben hat. Und TROTZDEM...trotzdem habe ich am Ende noch einen Fuß aufs Seil legen können. Dass Cena an der Stelle ein Blindfisch war...ja, war halt mein Pech!

Schulterzuckend nimmt es der Canadian X hin. Am Ende hat es für ihn ein verspätetes Happy End gegeben. Dennoch legt der Master of the Dark Hadou Wert darauf zu betonen, dass Roman ihn nicht wirklich besiegt hat. Nach den Regularien hat der Tribal Chief das auch nicht.

Kenny Omega: Das war keine politische Entscheidung und es hatte auch niemand Angst vor so einem Szenario mit Mister Reigns an der Spitze! Nein, das war nur gerecht...und das weißt du! Der World Heavyweight Titel gehört in meine Hände...und Roman musste sich erst einmal eine weitere Chance verdienen! Wofür er, wohl gemerkt, auf meinen guten Willen angewiesen war. Nur mal so nebenbei zum Thema wie sehr Roman hier doch alles kontrolliert und dominiert und blaaaa! Wir könnte auch darüber diskutieren, wie gerecht das Match letzte Woche war und ob Roman wirklich gegen Uso gewonnen hätte, wenn LA Knight nicht seine Midlife Crisis durchmachen würde! Aber wir wollen ja nicht zu viele Fässer auf einmal aufmachen, oder?

Augenzwinkernd nickt er Heyman dabei zu. Niemand weiß, wie das Match zwischen dem OTC und Jey Uso ausgegangen wäre, hätte Knight nicht eingegriffen. Aber es scheint unbestritten, dass Roman vom Auftauchen des Megastars klar profitiert hat.

Kenny Omega: Ich möchte da nochmal über meinen "Plan" reden, der ja anscheinend so sehr in die Hose gegangen ist. Nun...ist er das? Was war eigentlich mein...Plan? Hhhhhmmm...

Der Cleaner tippt sich gegen den Mund und sieht nachdenklich zur Decke, während er langsam Kreise um Pau herum läuft.

Kenny Omega: Als ich vor zwei Wochen bei den Kommentatoren saß...hat Jey mich da mit seiner Leistung mitgerissen? Klar! Gab es einen Punkt, wo ich ihm den Sieg mehr gegönnt hätte? Unbedingt! Und doch, wie gesagt, freue ich mich auf das Match gegen Roman. Ich bin also nicht unzufrieden. Wer weiß? Vielleicht ist ja genau das eingetreten, was ich mir erhofft habe. Paul, du meintest ja großspurig zu mir, dass ich es nicht schaffen würde, für Risse oder Unstimmigkeiten in der Bloodline zu sorgen. Nun, das habt ihr ganz alleine geschafft. Als Roman große Probleme bekam, hattest du keine Skrupel einen Stuhl ins Spiel zu bringen. Und der Reigns-Boy hätte keinen Skrupel gehabt diesen gegen sein eigen Fleisch und Blut einzusetzen! Nicht, dass mich das überrascht hätte...aber so haben wir es schwarz auf weiß. Und Jey? Was meinst du, wie Jey das findet? Glaubst du, er wird dir oder Roman jemals wieder das Vertrauen schenken, das er einst in euch hatte? Glaubst du, er wird noch bereit sein in Berlin zum Ring zu rennen, um mir einen Superkick zu verpassen oder für seinen geliebten OTC einen V-Trigger einzustecken? Du wirst die Antwort darauf kennen! Roman...der auch so dominierende und kontrollierende Roman braucht nun einmal Hilfe, um seine Matches gewinnen zu können. Nun hat er eine Hilfe weniger!

Da entgleitet dem King of the Anywhere Match tatsächlich ein selbstgefälliges Grinsen. War das wirklich so sein Plan? Naja, die Best Bout Machine wollte Unruhe in der Bloodline stiften. Irgendwie ist ihm das auch gelungen...wenn man es nicht allzu eng sieht. Ob Jey Uso sich nun wirklich von Reigns distanziert weiß Omega nicht. Aber der World Champ spekuliert auch daraus, dass "Main Event" Jey sich jetzt eh an LA Knight rächen möchte.

Kenny Omega: Achja, und was den lieben Bryan Keith angeht, da kann ich...

An der Stelle ist es nun Kenny, der unterbrochen wird.



Von niemand geringerem als dem Mann der sich Mr. One Shot at Glory nennen darf. Bryan Keith! Dessen Theme schallt durch die Arena und es dauert ein paar Sekunden, doch dann ist der Bad Apple auf der Stage zu sehen. Wie man es von ihm gewohnt ist auf einem Pferd. Allerdings ein anderes Pferd als letzte Woche. Wir erinnern uns, dort hatte der Bounty Hunter ein Konfrontation mit Kenny Omega der dabei sein Pferd geklaut hat. Nicht gerade die feine englische Art, andererseits war Keith auch bereit mit seinem Koffer den Champion zu treffen. Allerdings sollte man ja eigentlich unbeteiligte dritte aus dem Spiel lassen.

Bryan Keith: Da kannst du was Kenny? Ich glaube du kannst nur eine Sache zugeben und zwar das du mich nur mit unfairen Mitteln abwehren kannst. Mein Pferd klauen? Damit hast du dich selbst zum Crowbait degradiert!

Der Cowboy lässt an dieser Stelle wieder Cowboy Slang in seine Sprache miteinfliesen. Crowbait ist der Begriff für ein Pferd welches seine beste Zeit bereits hinter sich hat, wenn es jemals diese gute Zeit überhaupt hatte. Durchaus eine Analogie die der Bounty Hunter auf seinen Gegenüber anwenden könnte. Keith sitzt immer noch auf seinem Pferd, er ist auch nicht zum Ring geritten, sondern ist auf der Stage stehen geblieben.

Bryan Keith: Das war im übrigen nicht mein eigenes Pferd, Leih Pferde sind hier in Europa gar nicht so leicht zu bekommen. Dieses hier wirst du nicht bekommen und frei lassen Kenny, sonst werde ich am Ende noch gesperrt für das Leihen von Pferden!

Die meisten Menschen haben mitbekommen das Kenny das Pferd seines Kontrahenten geklaut haben. Nur die wenigsten haben aber davon Wind bekommen das der Cleaner das Pferd im Anschluss einfach frei gelassen hat. Natürlich war es nicht gerade einfach für den Bounty Hunter das Pferd wieder in seinen Besitzt zu bekommen und anschließend abzugeben. Da dürfte es von seiner Seite aus definitiv noch eine offene Rechnung mit dem kanadischen Blondschopf geben.

Bryan Keith: Paul! Du bist ein Mann der großen Worte, egal was du sagst, es klingt immer wichtig. Aber am Ende des Tages bist du nur aus Fleisch und Blut. Genau wie Roman es ist. Mit diesem Koffer in meiner Hand liegt der Vorteil bei mir! Ich muss ihn nur richtig ausnutzen! Roman war mir nicht einen Schritt voraus, er stand lediglich hinter mir und hat das zu seinem Vorteil ausgenutzt. Ich war unvorsichtig! Aber das wird kein zweites mal passieren! Zwischen Roman und mir gibt es gewaltige Unterschiede. Roman lebt für den Ruhm. Mir dichtest du an ich wolle meinen großen Moment. Aber Paul, das ist falsch. Ich will keinen großen Moment, aber mit diesem Koffer geht eine Verantwortung einher. Eine Verantwortung die ich nicht nur mir selbst gegenüber habe, sondern auch anderen Menschen. Diese Verantwortung ist mir wichtiger als der große Augenblick. Aus diesen Gründen werde ich auch nicht verraten was ich mit dem Koffer machen werde. Ich kann nur eines sagen, ich werde beim nächsten Special da sein. Wann, nun das werden ihr früh genug heraus finden.

Paul Heyman bleibt vollkommen regungslos im Ring stehen. Das Mikrofon ruht locker in seiner Hand, während die Reaktionen von Kenny Omega und Bryan Keith durch die Arena hallen. Die Fans jubeln lautstark, weil sich nun gleich zwei Männer gegen die Interessen des Tribal Chiefs positioniert haben. Doch Heyman wirkt nicht im Geringsten überrascht. Langsam dreht er sich erst zur Stage in die Richtung von Bryan Keith. Danach blickt er hinüber zu Kenny Omega. Schließlich nickt er sogar leicht.

Paul Heyman
"Nun... das ist interessant. Kenny Omega... dein Erscheinen überrascht mich nicht im Geringsten. Tatsächlich wäre ich eher schockiert gewesen, wenn du NICHT aufgetaucht wärst. Immerhin vergeht mittlerweile kaum eine Woche, ohne dass du versuchst den Namen Roman Reigns in deinen eigenen Glanz einzubauen. Aber Bryan Keith... DAS überrascht mich tatsächlich nicht weil du hier bist und nicht weil du den Mut hast vor Roman Reigns zu stehen sondern weil du es überhaupt bis nach Bern geschafft hast. Nach allem was passiert ist... nach allem was der Tribal Chief dir angetan hat... stehst du immer noch auf eigenen Beinen. Dafür verdient ein Mann Respekt."

Die Fans reagieren überrascht auf diese Worte... Heyman dreht sich nun langsam einmal um die eigene Achse.

Paul Heyman
"Eigentlich sollte jemand aus dem Office euch beide heute Abend offiziell begrüßen. Aber wie wir inzwischen alle wissen... wenn es um wahre Stars geht... dann überlässt man solche Aufgaben besser mir. Der aktuelle World Heavyweight Champion... und der Gewinner von dem One Shot at Glory Match. Also gestattet mir die Ehre... Willkommen in Bern, Schweiz... Genießt diesen Moment... die Aufmerksamkeit... die Kameras... denn egal ob World Champion oder Mr. One Shot at Glory... Am Ende führen alle Straßen immer wieder zum selben Mann... zum Tribal Chief... Head of the Table... Roman Reigns!"

Die Arena explodiert in einem gewaltigen Mix aus Jubel und Buhrufen, während Heyman mit einem selbstzufriedenen Lächeln zwischen Kenny Omega und Bryan Keith steht. Die Spannung ist nun mit Händen zu greifen. Paul Heyman steht weiterhin mit einem beinahe amüsierten Ausdruck im Ring. Die Fans reagieren lautstark auf die Anwesenheit von Kenny Omega und Bryan Keith. Der Wise Man lässt die Stimmung kurz wirken, bevor er langsam den Kopf in Richtung des World Heavyweight Champions dreht. Ein dünnes Lächeln erscheint auf seinen Lippen.

Paul Heyman
"Kenny... Kenny... Kenny... Weißt du, was ich an dir bewundere? Ganz ehrlich? Du bist einer der talentiertesten Wrestler, die jemals einen Ring betreten haben. Einer der größten Champions dieser Generation. Und dennoch... verstehst du Roman Reigns bis heute nicht obwohl viele Möglichkeiten vorhanden waren. Du hast eben davon gesprochen, dass der Tribal Chief Hilfe braucht. und hast davon gesprochen, dass LA Knight deinen Plan durchkreuzt hat. Nein, Kenny! Der Fehler liegt nicht bei LA Knight. Der Fehler liegt bei dir. Du dachtest wirklich, du könntest Roman Reigns austricksen? Du dachtest wirklich, du könntest am Kommentatorenpult sitzen, das Match beeinflussen, Roman provozieren und gleichzeitig die Kontrolle behalten? Kenny... niemand kontrolliert Roman Reigns... nicht das Office... die Fans... nicht einmal ich. Roman Reigns kontrolliert Roman Reigns."

Heyman bleibt nun stehen.

Paul Heyman
"Du sitzt dort Woche für Woche mit diesem Championship Belt auf deiner Schulter und erzählst der Welt, dass du der Beste bist. Aber jedes einzelne Mal... Jedes Interview... Promo... Kommentar... immer wieder Roman Reigns... Weißt du, warum? Weil tief in deinem Inneren... weißt du genau dasselbe wie ich. Wenn Coast 2 Coast in zwei Wochen Berlin erreicht wird es keinen Tribal Chief geben, der dem World Champion hinterherjagt... Nein... Nein... Nein...!!! Es wird einen World Champion geben... der verzweifelt versucht, den Tribal Chief aufzuhalten. Und Kenny... Wenn dieser Abend vorbei ist die Kameras abgeschaltet werden... Berlin Geschichte ist wird Roman Reigns nicht mehr das Gesicht dieser Company sein. Er wird ALLES sein."

Die Arena explodiert erneut in gemischten Reaktionen, während Heyman das Mikrofon langsam senkt und gespannt damit er tief Luft holen kann.Paul Heyman lässt die Reaktionen auf seine Worte über Kenny Omega noch einen Moment wirken. Dann richtet er seine Krawatte, atmet tief durch und dreht sich langsam zur Stage, wo Bryan Keith steht. Auf seinem Gesicht erscheint nun ein spöttisches Grinsen.

Paul Heyman
"Und nun kommen wir zu unserem anderen Gast... Dem Gewinner von One Shot at Glory... Bryan Keith! "

Heyman nimmt sich eine kurze Pause darauf beginnt Heyman plötzlich zu lachen... nicht laut oder hysterisch sondern dieses arrogante, herablassende Lachen, das sofort Buhrufe auslöst.

[Bild: paul-heyman-september-17-a.webp]

Paul Heyman
"Bryan... ich muss dir wirklich gratulieren... Wirklich! Du hast ein Turnier gewonnen... Du hast dir einen Koffer verdient... Du hast dir eine große Chance erarbeitet. Und anschließend bist du direkt gegen Roman Reigns gelaufen. Du erinnerst mich an diese alten Westernfilme... Den einsamen Cowboy... Den Mann mit dem großen Traum. Den Helden, der glaubt, er könne jeden besiegen nur gibt es da ein kleines Problem. Du bist nicht Lucky Luke qgqw Lucky Luke für Arme. Der Revolverheld aus dem Sonderangebot. Der Cowboy, der immer einen Schritt zu spät kommt... Der Mann, der glaubt den Jackpot gewonnen zu haben... .und dann feststellt, dass Roman Reigns bereits die Bank ausgeraubt hat."

Die Crowd buht erneut. Heyman beginnt langsam im Ring auf und ab zu gehen.

Paul Heyman
"Du hast deinen großen Moment gehabt und bist mit deinem Koffer aufgetaucht. Geschichte schreiben und wolltest Champion werden. Und Roman Reigns hat dich angesehen und beschlossen, dass heute nicht dein Tag wird... Ende der Geschichte."

Es ertönen massive Buhrufe und der Wise Man schaut nun direkt zu Bryan Keith.

Paul Heyman
"Versteh mich nicht falsch. Ich respektiere deinen Mut... deinen Kampfgeist sogar die Tatsache, dass du nach dieser Demütigung noch immer hier stehst. Aber Mut... ein Koffer oder Turniersieg macht dich nicht zum Tribal Chief."

Die Arena reagiert sofort lautstark, während Heyman sein arrogantes Grinsen wieder aufsetzt und darauf wartet, ob Bryan Keith oder Kenny Omega diese Provokationen unbeantwortet lässt.
Kenny Omega hebt zuerst das Mikro, bevor Bryan Keith die Chance dazu hat. Sein Blick fällt dabei zwar auf Heyman...doch im letzten Moment wendet er sich dem Bounty Hunter zu, der immer noch auf seinem Pferd sitzt. Amüsiert pfeift die Destiny Flower aus und stützt sich mit einem Unterarm auf dem obersten Seil ab.

Kenny Omega: Bryan, schööön...wir hatten gerade von dir so nett gesprochen! Hübsches Pferdchen hast du da! Keine Sorge, ich werde es dir schon nicht wegnehmen. Die Erfahrung mit Schorsch waren eh etwas besonderes, weißt du? Ich habe ihm auch ein Zuckerstück und etwas Gras gegeben und ihn dann der lieben Freiheit überlassen. Kenny ist nämlich gut zu Pferden! Nicht umsonst habe ich 2003 den ersten Platz im "Mister Pferdeflüsterer" Wettbewerb gemacht!

Stolz grinst der Lockenschopf wie Bolle und streckt einen Daumen in die Höhe. Ob es den Wettbewerb wirklich gibt? Oder redet der King of the Anywhere Match mal wieder Blödsinn! Beides ist durchaus möglich. Kurz reibt er sich das unrasierte Kinn und setzt das Mikro wieder an.

Kenny Omega: Als dein großes Vorbild muss ich dir eine Sache aber lassen, Bryan the Keith! Ich finde es gut, dass du dir deiner Verantwortung als Träger des heiligen Koffers bewusst bist. Da hatten wir in der Vergangenheit schon andere Kofferträgerchen die unter der schieren Last zusammen gebrochen sind. Aaaaber...und ich liebe es über diese berühmt-berüchtigten "Aber"s zu sprechen...es ist eine Sache sich der Verantwortung bewusst zu sein. Und es ist eine andere diese auch in die Praxis umzusetzen. Darum, Keith-buster...wenn es ernst wird...bist du dann bereit? Wenn du dich nicht mehr hinter Pferden, deinem John Wayne Charme und Attacken aus dem Hintergrund verstecken kannst...bist du bereit dich auch wirklich deiner Verantwortung zu stellen?

Das will der Cleaner - zunächst - so im Raum stehen lassen. Mit einem dicken Grinsen auf den Lippen fokussiert er Paul Heyman und geht einen Schritt auf diesen zu. Dass der Wiseman kein einziges Wörtchen zu Jey Uso verloren hat interpretiert der Canadian X als Zeichen, dass Paul selbst nicht weiß, ob er und Roman sich noch auf "Main Event" Jey verlassen können. Wäre sicher nicht zu Kenny's Nachteil. Also scheint sein "Plan" Früchte zu tragen? Verlassen darauf will sich der Cleaner nicht und es ändert, per se, nichts an seiner kommenden Mammutaufgabe. Für den Moment genießt der Kanadier es innerlich und wird sich das von Paul auch nicht madigmachen lassen. Er streckt sich einmal genüsslich, saugt den Jubel der Fans auf und lässt Heyman absichtlich noch ein paar Sekunden länger warten, bis er diesem wieder antwortet.

Kenny Omega: Ach Paul, Paul, Paul...iiiich verstehe es ja, dass du deinen heiß und innig geliebten Tribal Chief um jeden Preis verteidigen willst und du dich verzweifelt an die Illusion klammerst, du hättest dich wirklich einem übermenschlichen Anführer unterworfen, der auch dich in andere Sphären katapultieren wird. Obwohl vielleicht auch du, so wie jeder Fan und Zuschauer, langsam bemerkst, wie die Risse in Roman's Maske immer größer werden, bevor das ganze OTC Konstrukt in Berlin endgültig zerbersten wird! Aber ich will mal nicht so sein und es dir nachsehen, dass du die Wahrheit gerne verdrehst und mir auch nicht richtig zuhören möchtest.

Im Vorbeigehen klopft Kenny dem Wiseman "freundschaftlich" auf die Schulter und geht an ihm vorbei, bis er die gegenüberliegenden Seile erreicht hat. Dort sieht er, für seine Verhältnisse recht ernst, kurz in die Zuschauerreihen.

Kenny Omega: Um es noch einmal zu sagen...was war denn mein Plan? Woher weißt du, dass er nicht aufgegangen ist? Vielleicht kontrolliere und lenke ich die Richtung, in die sich Roman und die Bloodline bewegen, schon seit Wochen, ohne dass ihr es merkt. Vielleicht habe ich den OTC schon längst ausgetrickst und plane schon weiter, während du hier die immer gleich bleibende Schallplatte auflegst? So oder so...in Berlin wird es ein böses Erwachen für deinen Goldjungen geben, Paulie! Roman ist nicht der Erste, die, von Größenwahn geblendet, glaubt, er könnte mich im Vorbeigehen besiegen, weil er viel größer, stärker und fieser ist als ich. Und er ist nicht der Erste, der dann am Ende vor mir kniet, um den God of ...motherfatherin'...Pro...Wrestling anzuerkennen! Witzigerweise bin ich so einem Golem bereits schon einmal in Berlin begegnet. Da dachte auch Jeder, er würde mich innerhalb von wenigen Sekunden in der Luft zerreißen und mich dominieren und kontrollieren! Am Ende hat er...naja...verloren! Die Fassade ist gefallen und man hat gesehen, wie schwach er eigentlich war!

Damit spielt der King of the Ring 2025 auf den Ring General WALTER an, gegen den er vor einigen Jahren den Eastcoast Title gewonnen hat - in Berlin! Das zieht der Kanadier als Beispiel heran und will so wohl verdeutlich, dass er für den OTC das gleiche Schicksal in der deutschen Hauptstadt kommen sieht. Mit einem fast überfreundlichen Lächeln nickt Kenny dem Wiseman zu, wirft aber auch mal wieder einen Blick zu Bryan Keith. Der Bounty Hunter hatte zwar angekündigt sich beim Special zeigen zu wollen...dennoch sollte man wachsam sein. Gelegenheit schafft nicht nur Diebe, sondern auch versuchte Koffereinlösungen. Aber noch macht Keith keine Anstalten zum Ring zu kommen.

Kenny Omega: Ja, ich rede jede Woche über Roman! Warum sollte ich das nicht tun? Um den Dichter und Denker Bryan von Keithburg frei zu zitieren...als World Heavyweight Champion trage ich eine Verantwortung mit mir herum. Und dazu zählt, dass ich mich mit meinem No1 Contender beschäftige...beziehungsweise mit dem Typen, der am lautesten nach meiner Aufmerksamkeit schreit. Aber...Roman Reigns, Paul Heyman oder auch Bryan Keith sind am Ende des Tages nur Episoden in meinem Buch! Ich verstehe euch also sehr gut! Ich kenne Typen wie Roman...oder Bryan! Ich verstehe dieses Spiel besser als ihr zusammen! Und auch wenn Fortuna mir nicht immer hold ist und ich hier und da eine Niederlage einstecken muss...es ändert nichts! Es ändert nichts daran, dass, zwischen diesen Seilen, niemand Kenny Omega das Wasser reichen kann!

Kenny Omega stellt eine durchaus berechtigte Frage. Wenn es ernst wird, ist Bryan Keith dann bereit? Der Bounty Hunter selbst stellt sich diese Frage gar nicht erst, in seinen Augen ist er immer zur Stelle wenn er es sein muss. Während der Cleaner spricht schaut sich Keith im weiten Rund um und sieht den ein oder anderen Fan nicken. Nach dem der Mann aus Kanada ausgesprochen hat, atmet der Bad Apple einmal tief ein. Langsam erhebt er sein Mikrophon.

Bryan Keith: Ob ich bereit bin?

Während er die Frage des Champions wiederholt greift er in die Zügel seines Pferdes und mit einer schwungvollen Bewegung die er sicherlich schon tausende male gemacht hat steigt der Bounty Hunter von seinem Pferd ab. Er hält seinen Koffer in der einen und das Mikrophon in der anderen Hand. Gerade will er sich auf dem Weg zum Ring machen, da bleibt er kurz stehen und hält inne. Dann stellt er den Koffer auf dem Boden ab und macht sich dann auf den Weg zum Ring.

Bryan Keith: Ich verstecke mich hinter nichts. Ich brauche diesen Koffer nicht um dir oder Roman die Stirn zu bieten, genau so wenig wie feige Attacken!

Eine Sache ist damit definitiv sicher. Sollte hier heute Abend nicht noch irgendetwas unglaubliches passieren wird Bryan Keith seinen Koffer nicht eincashen. Denn er hat ihn nicht bei sich. Recht schnell hat er den Ring erreicht. Über die stählerne Treppe gelangt er auf das Apron, dort wischt er sich kurz die Sohlen seiner Schuhe ab, greift mit einer Hand an seinen Hut, beugt sich nach vorne und gelangt zwischen den Seilen hindurch in den Ring.

Bryan Keith: Ich bin immer in einem Modus in dem ich High Alert bin! Draußen auf der Weide kann es jeden Moment ernst werden, genau wie hier im Ring! Ich bin hier Kenny, ich stehe vor dir. Die Zeit des Quatschens ist vorbei. Wollen wir mal sehen wie gut du diesem Lasso entkommen kannst!

Mit der freien Hand zeigt der Bad Applen auf das Lasso welches er um seinen Hals hängen hat. Sicherlich kein Gegenstand hinter dem er sich versteckt, aber sicherlich etwas mit dem er blitzschnell zum Angriff übergehen kann.

Bryan Keith: Apropos Quatschen! Paul! Ist das nicht irgendwann ermüdend? Immer und immer wieder hier heraus zu kommen und Roman Reigns lob zu preisen, als wäre er der Gesandte von Gott, wenn nicht sogar Gott höchstpersönlich? Es scheint fast so als wäre das das einzige was du kannst. Deine sonstige Rhetorik lässt etwas zu wünschen übrig. Revolverheld aus dem Sonderangebot. Wie alt bist du Paul? Fünf? Ich war bisher nicht einmal zu spät, Roman stand einfach nur hinter mir. Aber das wird nicht noch mal passieren! Auch wenn man die Bank ausraubt. Man muss die Beute immer noch in Sicherheit bringen. Schafft Roman das?

Die Kamera schwenkt langsam durch die ausverkaufte PostFinance Arena in Bern, Switzerland. 17.031 Zuschauer sorgen für eine gewaltige Atmosphäre. Überall sind Schilder zu sehen, Handylichter leuchten durch die Halle und die Fans verfolgen gespannt die Ereignisse im Ring. Plötzlich flackert der TitanTron auf und sofort geht ein lautes Raunen durch die Arena. Darauf erscheint ein Livebild aus dem Backstagebereich. Auf dem Bildschirm ist niemand Geringeres als der Tribal Chief Roman Reigns zu sehen. Die Reaktionen in der Halle sind unmittelbar. Laute Buhrufe vermischen sich mit vereinzelten „OTC! OTC! OTC!“-Rufen seiner Anhänger. Die Kamera begleitet Roman durch einen langen Korridor im Backstagebereich. Der Tribal Chief trägt seine schwarze Hoddie und eine schwarze Sporthose. Seine Schultern sind breit nach hinten gezogen und sein Blick ist kalt und unbeweglich nach vorne gerichtet. Keine Emotion... Keine Unsicherheit... Keine Eile... nur diese absolute Präsenz. Mitarbeiter, Producer und Techniker treten sofort zur Seite, sobald Roman näherkommt. Niemand wagt es, ihn aufzuhalten und niemand spricht ihn an. Die Kamera fährt langsam vor Roman her. Jeder Schritt hallt durch den Gang.

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Die Fans in Bern werden immer lauter doch Roman reagiert nicht. Der Kiefer ist angespannt und seine Augen wirken fokussiert fast so, als hätte er bereits entschieden, was als Nächstes passieren wird. Je näher er der Gorilla Position kommt, desto lauter werden die Geräusche der Arena. Die Rufe von über 17.000 Fans dringen bereits durch die Wände bis in den Backstagebereich. Schließlich tauchen die schwarzen Vorhänge der Gorilla Position vor ihm auf und der Tribal Chief bleibt stehen. Die Kamera zoomt näher heran und der Tribal Chief senkt kurz den Kopf. Einige Sekunden herrscht völlige Stille und dann hebt Roman langsam den Kopf wieder an. Ein selbstsicheres Grinsen huscht für einen Moment über sein Gesicht. Die Zuschauer reagieren sofort noch lauter. Roman wirft einen kurzen Blick direkt in die Kamera. Ein Blick, der mehr wie eine Warnung wirkt als alles andere. Der Tribal Chief setzt sich anschließend wieder in Bewegung und marschiert direkt auf den Vorhang zu, während die Fans in der PostFinance Arena förmlich explodieren. Offensichtlich ist Roman Reigns auf dem Weg zum Ring. Und ganz Bern weiß inzwischen... Wenn der Tribal Chief persönlich erscheint, wird sich der Abend schlagartig verändern.



Die Arena in Bern verdunkelt sich schlagartig. Für einen kurzen Moment liegt die gesamte PostFinance Arena in gespannter Erwartung. 17.031 Zuschauer blicken gleichzeitig zur Stage, als plötzlich die ersten schweren Klänge von Roman Reigns' Entrance Theme durch die Lautsprecher donnern. Sofort teilt sich die Stimmung in der Halle. Ein gewaltiger Chor aus Buhrufen mischt sich mit lautstarken "OTC! OTC! OTC!"-Rufen der treuen Anhänger des Tribal Chiefs. Die Kameras schwenken durch die Zuschauerränge und fangen Schilder, ausgestreckte Finger und erhobene Hände ein. Auf dem TitanTron erscheint das markante Logo von Roman Reigns. Die Musik baut sich langsam auf und erzeugt eine beinahe bedrohliche Atmosphäre in der Arena. Die Fans wissen sofort, dass nun der Mann kommt, über den die gesamte Company seit Wochen spricht. Dann tritt er endlich durch den Vorhang da erscheint er "der Tribal Chief" Roman Reigns auf der Stage. Die schweren Klänge von Roman Reigns' Theme erfüllen weiterhin die gesamte PostFinance Arena. Die Kamera bleibt auf der Stage gerichtet, während der Tribal Chief regungslos am oberen Ende der Rampe stehen bleibt. Das Licht spiegelt sich auf seinem schwarzen Hoodie wider. Sein Blick wandert langsam durch die Halle, bevor er schließlich direkt auf die Stage gerichtet wird. Dort steht weiterhin noch immer Bryan Keith. Roman bewegt sich zunächst keinen Zentimeter. Er betrachtet Bryan Keith einfach nur. Dieser Blick allein reicht aus, um die Spannung in der Arena spürbar werden zu lassen. Im Ring beobachten Kenny Omega und Paul Heyman die Situation aufmerksam. Paul Heyman lächelt bereits zufrieden.

Nach einigen Sekunden setzt Roman seinen Marsch fort. Langsam... Kontrolliert... Jeder Schritt wirkt bewusst gesetzt. Die Fans begleiten ihn mit einer Mischung aus lauten Buhrufen und vereinzelten "OTC! OTC! OTC!“- Chants. Schließlich bleibt der Tribal Chief direkt vor Bryan Keith stehen. Die beiden Männer liefern sich einen intensiven Staredown und keiner weicht zurück. Die Arena hält beinahe den Atem an und Paul Heyman grinst inzwischen von Ohr zu Ohr. Dann senkt Roman kurz den Blick seine Augen wandern zum One-Shot-at-Glory-Koffer. Langsam blickt er wieder zu Bryan Keith hoch. Ein arrogantes Grinsen erscheint auf dem Gesicht des Tribal Chiefs. Roman schüttelt leicht den Kopf fast so, als würde er über die Vorstellung lachen, dass dieser Koffer eines Tages seine Zukunft beeinflussen könnte. Die Fans honorieren dies sofort mit lautem Jubel. Roman reagiert kein Stück darauf. Stattdessen geht er einfach an Bryan Keith vorbei. Ohne ihn aus den Augen zu lassen... Respekt zu zollen oder auch nur ein Wort zu sagen. Der Tribal Chief setzt seinen Weg Richtung Ring fort. Bryan Keith dreht sich langsam um und verfolgt ihn mit den Augen.

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Roman marschiert weiter die Rampe hinunter immer näher zum Ring... Kenny Omega und Wiseman Paul Heyman. Die Spannung steigt mit jedem Schritt und am Ring angekommen bleibt Roman kurz stehen. Er blickt zuerst zu Kenny Omega. Der World Heavyweight Champion erwidert den Blick sofort denn zwischen beiden Männern herrscht augenblicklich eine elektrisierende Spannung. Die Erinnerung an ihr bevorstehendes Match in Berlin hängt förmlich in der Luft. Roman geht Stufe für Stufe die Ringtreppe hinauf und steigt sogar direkt in den Ring. Paul Heyman geht Roman Reigns entgegen und überreicht ihm Respektvoll das Mikro. Die Fans in Bern reagieren mit einem gewaltigen Pfeifkonzert, vermischt mit lauten „OTC! OTC! OTC!“-Rufen. Der Tribal Chief bewegt sich nicht sofort. Er steht einfach da. Die Augen wandern zuerst zu Kenny Omega und dann zu Bryan Keith. Darauf wieder zurück zum World Heavyweight Champion. Ein arrogantes Grinsen erscheint auf seinen Lippen und langsam hebt er das Mikrofon. Paul Heyman tritt einen Schritt zurück. Genau so, wie es sich gehört. Die Bühne gehört nun dem Mann, für den er seit Jahren spricht.

Roman Reigns
"Kenny..."


Mehr auch nicht nur ein einziges Wort doch die Fans reagieren sofort. Der Tribal Chief Roman Reigns geht langsam einen Schritt näher... nicht aggressiv oder hektisch sondern mit der Ruhe eines Mannes, der weiß, dass ihm der Ring gehört.

Roman Reigns
"Seit Wochen redest du. Seit Wochen erklärst du jedem, wie schlau du bist. Wie weit du vorausplanst... die Bloodline manipulierst... Wie du alle kontrollierst oder einen Schritt voraus bist. Und trotzdem... steht dieser Titel nur deshalb noch auf deiner Schulter... weil ein Fuß ein Seil berührt hat. Aber nicht weil du stärker oder besser warst und nicht weil du den Tribal Chief besiegt hast... weil das Schicksal dir einen weiteren Atemzug geschenkt hat... Du redest von Berlin wie von deinem persönlichen Märchen... von WALTER... von vergangenen Siegen und Momenten."


Lauter Jubel von den OTC-Anhängern... Heyman nickt zufrieden.

Roman Reigns
"Aber Roman Reigns lebt nicht in vergangenen Momenten... Roman Reigns erschafft sie das sollte dir längst bewusst sein. Du vergleichst den Tribal Chief mit Männern, die gefallen sind... mit Champions, die gescheitert sind... mit Monstern, die entzaubert wurden. Das Problem ist... du hast noch immer nicht verstanden, vor wem du eigentlich stehst... WALTER war ein Champion... Cena war eine Legende. Jeder Mann, den du besiegt hast... war ein Champion oder Legende. Aber dieser Mann hier..."


Der Tribal Chief klopft sich auf die Brust und spricht weiter...

Roman Reigns
"... ist etwas anderes. Roman Reigns ist keine Herausforderung sondern die Endstation. Du sagst, jeder sei nur eine Episode in deinem Buch. Dann hör gut zu... Denn in Berlin endet deine Geschichte nicht. Nein... dort beginnt das Kapitel, in dem jeder erfährt... dass der sogenannte God of Pro Wrestling... niemals der Hauptcharakter war. Und weißt du, was das Lustigste daran ist? Du behauptest, du würdest über mich reden, weil ich dein Herausforderer bin. Aber Roman Reigns kennt die Wahrheit. Du redest über mich... weil du an mich denkst. Du denkst an mich... weil du mich spürst. Und du spürst mich... weil tief in deinem Inneren längst klar ist... dass die Zeit des Champions abläuft."


[Bild: 004-SD-07092021-BR-20495-7955ff4b64020a1...3ed7-0.jpg]

Nun wird seine Stimme gefährlich ruhig... fast ein Flüstern.

Roman Reigns
"In Berlin wird es keinen Fuß auf einem Seil geben. Keinen John Cena... keine Ausreden... keine zweite Chance nur dich und den Tribal Chief. Und wenn alles vorbei ist... wenn die Kameras ausgeschaltet werden... die Menschen nach Hause fahren... Bern, Berlin und die ganze Welt endlich schweigen... wird Kenny Omega gezwungen sein... Roman Reigns anzuerkennen."


Roman Reigns bleibt vollkommen regungslos stehen, während Paul Heyman ihm einige Worte ins Ohr flüstert. Die Kamera fängt die Szene in einer Nahaufnahme ein. Heyman nickt dabei mehrmals leicht, als würde er seinem Tribal Chief eine wichtige Information übermitteln. Die Fans in der PostFinance Arena reagieren sofort lautstark. Buhrufe vermischen sich mit neugierigen Rufen. Niemand weiß genau, was Heyman gesagt hat. Roman hört schweigend zu und darauf richtet er seinen Blick langsam von Kenny Omega auf Bryan Keith. Der Gesichtsausdruck verändert sich. Das arrogante Grinsen verschwindet stattdessen wirkt der Tribal Chief plötzlich ernst. Langsam hebt Roman das Mikrofon wieder an.

Roman Reigns
"Brian Keith..."


Die Fans reagieren laut in der Arena und Roman ignoriert sämtliche Geräusche. Der Blick bleibt auf dem Bounty Hunter fixiert.

Roman Reigns
"Du redest von Verantwortung von deinem Koffer und davon, dass du vorbereitet bist. Aber Verantwortung ist nicht das Gleiche wie Macht. Du hältst einen Koffer in deinen Händen und glaubst deshalb, die Zukunft kontrollieren zu können. Du glaubst, dass du jederzeit auftauchen kannst. Jederzeit zuschlagen kannst und World Heavyweight Champion werden kannst. Aber die Wahrheit ist... wartest auf Gelegenheiten? Roman Reigns erschafft sie."


Lautstarke Reaktionen... Heyman grinst sofort und Roman zeigt nun direkt auf Keith.

Roman Reigns
"Dioe Frage ist ob Roman Reigns die Beute in Sicherheit bringen kann? Brian... Brian... Brian... ICH bin die Beute."


Jetzt wendet sich der Tribal Chief wieder dem World Heavyweight Champion Kenny Omega zu. Er setzt ein leichtes grinsen auf und scchaut darauf wieder extrem ernst. Darauf hebt er wieder das Mikro an. Die Arena wird sofort lauter. Roman bleibt vollkommen ruhig. Der Blick löst sich keine Sekunde von Kenny Omega.

Roman Reigns
"Wochenlang höre ich dieselben Geschichten... Dieselben Ausreden und Versuche, die Wahrheit umzuschreiben. Kenny Omega redet von Fuß auf dem Seilen... von Referee's... von Umständen... außer über die eine Wahrheit, die Kenny Omega nicht akzeptieren will. Die Welt glauben lassen, dass Omega und der Tribal Chief auf derselben Ebene stehen. Dass Roman Reigns und Kenny Omega gleich sind. Aber Berlin verdient mehr als weitere Diskussionen... Berlin verdient mehr als weitere Ausreden... Berlin verdient die endgültige Wahrheit."


Die Fans reagieren laut. Kenny bleibt regungslos, während Paul Heyman bereits ahnt, worauf sein Tribal Chief hinauswill.

Roman Reigns
"Deshalb hat sich der Tribal Chief Gedanken gemacht nicht für sich... sondern für dich. Damit Omega endlich lernt und endlich versteht. Damit nach Berlin niemand mehr behaupten kann, Kenny Omega hätte irgendeinen Zweifel daran, wer der bessere Mann ist... Omega willst etwas Besonderes... Geschichte? Dann gibt dir der Tribal Chief Geschichte."


Die Zuschauer springen teilweise bereits von ihren Sitzen auf.

Roman Reigns
"In Berlin... wird es nicht einfach Roman Reigns gegen Kenny Omega geben... Es wird nicht nur ein Match geben."


Heyman beginnt bereits breit zu grinsen.

Roman Reigns
"Es wird maximal drei Matches geben... Three Stages of Hell... Drei Stufen... Drei Prüfungen... drei Möglichkeiten für Omega, der Welt zu beweisen, dass er wirklich der Mann ist, für den er sich hält. Und drei Möglichkeiten für Roman Reigns, dir alles zu nehmen."


Roman senkt kurz den Blick auf den Titel.

Roman Reigns
"Die erste Stufe prüft den Wrestler in einem EXTREME RULES MATCH. Die zweite Stufe prüft den Kämpfer... FALLS COUNT ANYWHERE Und die dritte..."


Der Tribal Chief lehnt sich leicht vor.

Roman Reigns
"...prüft die Seele... HELL IN THE CELL MATCH! Und wenn Berlin vorbei ist, Kenny... wird es keine Diskussionen mehr geben... Keine Ausreden... Keine Revisionen... Keine Fußseile... NUR DIE WAHRHEIT."


Roman zeigt direkt auf Omega und erwartet eine Antwort währenddessen senklt Reigns langsam das Mikro und wartet ab.
Doch es ist nicht der reigning and defending World Champion der Roman Reigns nun Kontra gibt. Nein, es ist der Träger des Koffers der sich erneut in dieses Gespräch einmischt. Der Bounty Hunter nickt zunächst anerkennend als er hört welche drei Matcharten Roman Reigns für das Three Stages of Hell Match verkündet. Anschließend macht er zwei Schritte nach vorne und steht nun in der Mitte des Ringes. Genau zwischen Roman Reigns und Kenny Omega. Er blickt kurz in die eine Richtung, in das Gesicht des Herausforderers, dann in die andere Richtung, in das Gesicht des Champions.

Bryan Keith: Ich werde euch beide beobachten wir ihr euch gegenseitig in die Hölle herabzieht. Nur einer kann erlöst werden, der andere wird verdammt!

Bryan Keith bezieht sich hier metaphorisch auf das Name des Special welches nächste Woche statt findet. Absolution x Damnation. Kurz ruht seine Stimme, dann bekommt er ein leichtes Grinsen im Gesicht.

Bryan Keith: Aber denkt daran, ihr braucht einen Fährmann um aus der Hölle zurück zu kommen. Ich werde euch diese Fahrt nicht gewähren!

Der Bad Apple scheint hier in abgewandelter Form vom Fährmann Charon zu sprechen. Er fasst sich kurz an die Krempe seines Hutes, dann lässt er sein Mikrophon locker auf den Boden fallen und rollt sich aus dem Ring. Für ihn scheint dieses Gespräch an dieser Stelle vorbei zu sein.
Kenny sieht ihm nach und kann sich einen Kommentar nicht verkneifen.

Kenny Omega: Alles gut! Wenn ich eine Mitfahrgelegenheit brauche, leihe ich mir wieder ein Pferdchen von dir!

Aber darauf folgt keine weitere Reaktion vom Bounty Hunter! Dieser kann das Match beim Special ganz entspannt betrachten und entscheiden, wann seine Zeit gekommen ist. Das müssen sowohl Kenny als auch Roman stets im Hintergrund haben. So gesehen ist Keith fast die größte Gefahr, die in sieben Tagen lauert. Obwohl der größte WTF Moment natürlich Roman's Vorschlag ist - Three Stages of Hell! Selbst der Master of the Dark Hadou muss schlucken, als der OTC diesen Vorschlag bringt. Für die Zuschauer klingt das natürlich nach einem Feste der Sinne! Kenny tippt sich mit dem Mikro ein paar Mal gegen die Stirn und lässt das auf sich wirken. Dann sieht er wieder zu Reigns und wirkt so energisch wie zuvor.

Kenny Omega: Wochenlang dieselben Geschichten, hm? Witzig, genau so etwas wollte ich auch sagen! Aber gut...dann wollen wir uns nicht länger mit diesen vergangenen Momenten beschäftigen, oder? Klar, so kann man es natürlich auch nennen, dass du verzweifelt versuchst deine schmachvollen Niederlagen klein zu reden. Du, kein Thema...ich kann mir vorstellen, dass der gute Paul sich als Stimmchen an deinem Öhrchen sehr gut macht und du ihm glaubst, dass die Niederlage im King of the Ring Turnier oder die gegen Mox nicht zählen! Aber so einfach kann sich Roman Langstrumpf die Welt nicht so machen, wie sie ihm gefällt!

Lächelnd zuckt der Cleaner einmal mit den Schulter und zwinkert dabei vor allem Heyman einmal zu.

Kenny Omega: Da kommen wir zu einem weiteren, großen Unterschied zwischen uns. Also ja...es ist richtig, dass man sich nicht in der Vergangenheit verlieren sollte. Doch es ist wichtig, dass man die Lehren aus ihr zieht. Im Gegensatz zu dir leugne ich meine Niederlagen nicht! Finn Bàlor, Sting, Logan Paul, Chris Jericho, Johnny Gargano...um mal ein paar Namen zu nennen, die mich in der c2c besiegt haben! Versteh' mich nicht falsch...ich hasse es, dass ich gegen diese Typen verloren habe. Wenn ich die Möglichkeit bekommen würde das gerade zu rücken...hey, würde ich sofort machen! Aber das steht so in meiner Vita und gehört zu mir! Ich wachse daran, lerne daraus und werde besser! Mir ist natürlich bewusst, dass Viele glauben, ich würde nichts ernst nehmen. Oh, mein lieber Herr Gesangsverein...ich nehme die richtigen Sachen seeeehr, seeeeeeeeeeeeeeeeeeehr ernst! Da bin ich ein knallharter Realist! Und kein Schaumschläger und Clown! Ja, habe dich gerade einen motherfatherin' Clown genannt! C-l-o-w-n! So nämlich!

Da benutzt die Destiny Flower einen Vorwurf, den man meistens ihm selbst um die Ohren geschlagen hat. Dabei bleibt der Kanadier recht gelassen und vergisst nicht lächeln. Wobei seine Aura dabei ungewohnt ernst und kühl wirkt! Das große Finale gegen den Tribal Chief ist zum Greifen nah und da soll nichts dem Zufall überlassen werden. Wie Roman es selbst gesagt hat...keine Ausreden oder Diskussionen mehr! Nur die Wahrheit!

Kenny Omega: Es ist witzig, wie du vor mir stehst und das Match in den Raum wirfst, als wäre es eine Selbstverständlichkeit! Roman...auch wenn du es nicht wahrhaben willst...aber du brauchst mich, um deinen Status zu halten oder gar zu legitimieren! So wie du meinen guten Willen gebraucht hast, um nochmal No1 Contender werden zu können! Wenn ich jetzt "Nein" sage, werden wir maximal ein einfaches Single Match bestreiten. Da können weder du, noch dein Kontrolle und Dominanz liebender Schoßhund etwas dagegen unternehmen! Aaaaa-haaaber...freue dich deines Lebens, Roman Reigns! Kenny by God Omega liebt diese Vorstellung dreifach deine Traumwelt zerplatzen zu lassen. Und dir dreimal alles zu nehmen, was dir wichtig ist. Oh Junge...du kannst soooo viel verlieren, Roman! Dein Ansehen, deine Stellung, deinen Lebensstandard...einfach ALLES! Ich dagegen...tja, ich werde so kämpfen, als wenn es mein letzter Abend als Pro Wrestler sein wird und ich mich mit einem Knall verabschieden möchte! Denn anders als in London, als du einfach nur Kenny Omega als Gegner hattest, wirst du nächste Woche dem OG Cleaner Kenny BY GOD Omega gegenüber stehen! Ein Mann ohne Fesseln, der keine Gnade mehr kennen wird und bereit ist zur Not seine eigene Gesundheit und seinen ganzen Körper als Waffe gegen dich einzusetzen! Also...Three Stages of Hell! Klingt schmackofatz! DEAL!

Kurz hatte man den Eindruck, als könnte der King of the Anywhere Match, aus Trotz, den Vorschlag vom OTC platzen lassen! Aber am Ende stimmt der Canadian X zu und die Fans können sich freuen. Omega selbst grinst, wobei das leicht manisch wirkt, und leckt sich einmal über die Lippen. So sieht man den World Champion selten.

Kenny Omega: Wenn ich mit dir fertig bin wird man dich nie wieder als OTC ansprechen. Nein, man wird dich nur noch als OTB kennen...Omega's...True...Bitch!

*Klonk*

Damit wirft Omega Roman das Mic vor die Füße und hält dessen stechenden Blicken stand. So verweilen sie ein paar Sekunden, bis Kenny sich, etwas übertrieben, vor ihm verbeugt und noch einen Handkuss nachschickt. Unter den einsetzenden Klängen seiner Theme steigt Omega aus dem Ring. Ähnlich wie Bryan Keith dreht er sich nicht mehr um und geht die Rampe hoch. Ob Reigns und Heyman noch etwas zu sagen haben interessiert den Cleaner nicht mehr. Jetzt ist die Zeit zum Reden wirklich vorbei! In Berlin werden Taten folgen, die Gewissheit schaffen sollen. Im Three Stages of Hell Match!


[Bild: newlogo9qu4w.png]
[Bild: allrightsrcblv.png]

Eine Bombenshow vor dem Special. Ich freu mich schon auf nächste Woche Shy

Vielen Dank an alle die was zur Show beigetragen haben. Viel Vergnügen mit der Show und lasst gerne ein Feedback zurück. c2c schild

[b]Man of the Night:[/B] 
[b]Woman of the Night:[/b] 
[b]Match of the Night:[/b] 
[b]Segment of the Night:[/b] 
[b]Beste Storyline:[/b] 
[b]Überraschungen / Highlights:[/b] 
[b]Sonstiges / das könnte man besser machen:[/b] 
[b]Fazit:[/b] ?/10